Published September 17th, 2010

Toskana

Auf unserem jährlichen “Pre-Wiesn-Ausflug” hat es uns heuer wieder in die Toskana verschlagen.

xp_italy_001

Die Fahrt dorthin führte uns unweigerlich an Zibello vorüber (naja, nicht ganz unweigerlich, aber man kann es so einrichten daß es so ausschaut…).

xp_italy_002

Zibello kennt eigentlich keine – ähm – kennt kein Mensch, aber wenn man einmal dort gewesen ist, und die Chance hatte von dem vorzüglichen Culatello vor Ort zu probieren, dann ist die Versuchung schon groß einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen.

Der Transfer von Zibello nach Lucca verlief leider nicht ganz wie geplant. Ich hätte vermutet, daß auch dem gemeinen italienischen Tankwart der Unterschied zwischen bleifreiem Benzin und Diesel bekannt sein sollte…. Wie voreilig optimistisch von mir…

xp_italy_011

In Lucca angekommen, freuten wir uns erstmal auf unsere Fabbbrica di San Martino. Giovanna gab uns dann mit dem Schlüssel auch gleich 2 Flaschen vom vorzüglichen, selbstgekelterten Roten mit auf den Weg. Ob man uns angesehen hat, daß wir den vertragen können… ?!

xp_italy_022

Unser lieber Gastgeber Guiseppe, seines Zeichens Weinfachmann per Definition, hatte getreu dem Motto “man muß ja auch mal über den Tellerrand hinausschauen” ein recht großes Interesse an deutschem Bier bekundet – insbesondere auch an Wiesnbier. Was lag da näher, als ihm eine kleine Kollektion mitzubringen… (PS: Hier bestätigte sich übrigens daß Guiseppe ein absoluter Fachmann mit einer feinen Zunge sein muß, weil er –ohne jeglichen Einfluß von außen- das Augustiner Helle zu seinem Liebling erkoren hat…

xp_italy_017

Lucca gehörte im 13. und 14. Jahrhundert zu den einflußreichsten europäischen Städten. Man kann guten Gewissens behaupten, daß es ein wenig davon eingebüßt hat. Dennoch ist es auf jeden Fall immer wieder eine Reise wert.

xp_italy_026

Nach 5 Tagen ging es dann weiter ins “Elsatal” Unterkunft war diesmal wieder ein Agritourismo nämlich: LETORRI

Von hier aus ist es nicht weit nach Florenz (das wir diesmal jedoch ausgelassen haben) und  nach Siena. Natürlich is Siena von Touristen überlaufen. Und natürlich kann man über den Palio geteilter Meinung sein. Aber es hat definitiv seinen Charme…

xp_italy_076

Und ganz unter uns: Ich würde mir diesen Palio schon mal anschauen… Ich glaube, wenn die richtige Contrade gewinnt, das ist so ein wenig wie wenn Schalke 04 zweistellig Lüdenscheid vom Platz haut… Das hat schon was…

xp_italy_084

Außerdem besuchten wir in Panzano den vielleicht berühmtesten Metzger der Toskana:

Dario Cecchini

Der gute Herr ist eine Legende. Zum einen weil er für vorzügliche Fleischwaren bekannt ist (nicht zuletzt das legendäre Bistecca alla Florentina) dann hat er sich auch einen durchaus guten Namen als Koch gemacht, außderdem hat er zu Beginn der BSE Problematik das Italienische Fleisch medienwirksam zu Grabe getragen – und 5 Jahre später ebenso aufwendig wieder auferstehen lassen, und nicht zuletzt spielt er eine nicht unwesentliche Rolle in Bill Buffords Bestseller HEAT

Einen kurzen Abstecher machten wir auch nach San Chi Mi (auch unter San Gimignano bekannt, aber die Mehrzahl der Besucher dürfte sich unter ersterem etwas vorstellen können…). Wir hatten ja schon nicht viel Zeit eingeplant, weil wir große Befürchtungen ob der Touristenmassen (nicht nur aus Asien) hatten. Diese Erwartungen wurden leider noch übertroffen. Deshalb reichte die Zeit (=Geduld, =Nerven) nicht einmal um selbst vernünftige Fotos zu machen (man hätte vor lauter “Besuchern” eh nichts vom Gemäuer gesehen…) und wir kratzten ASAP die Kurve…

Statt dessen haben wir es uns lieber noch ein wenig am Pool gemütlich gemacht. Schließlich warteten zu hause ebenfalls wieder große Taten auf uns.

In diesem Sinne: Ciao tutti

xp_italy_110

Published Mai 4th, 2010

Siam Diary 2010

Viel passiert. Superschöne Zeit verbracht. Erst coole Tage in Bangkok – da war es noch ruhig, aber es brodelte schon. Die ersten Demos waren im Gange. Aber sie erinnerten noch mehr an Straßenfeste als an Krawalle. Alles wirkte noch sehr entspannt. Wie schnell sich das ändern sollte…

Gerade rechtzeitig aus Bangkok verabschiedet (mal wieder). Hinter uns wurde quasi die Straße gesperrt und die Chaostage begannen…

Schönen kurzen Flug zum Krabi Airport, wo unser Gastgeber der nächsten Zeit bereits auf uns wartete. Basics erkunden. Das Meer ist wo es hingehört (in diesen Gefilden ja auch nicht immer selbstverständlich…) und die Garküchen produzieren ebenfalls auf höchstem Niveau. Perfekt.

Zum Songkran ein Plätzchen auf einem Wagen ergattert und mit 1000 Verrückten Einheimischen und Touristen Parade gefahren. Klasse.

In der nächsten Zeit viel erlebt, Freunde getroffen, Tiere live gesehen (freiwillig & unfreiwillig), viel Moped gefahren, Ausflüge gemacht (kleine & große), viel geschlemmt und relaxed.

Kleiner Wermutstropfen: Von der Songkrantour bissl viel Wasser im Ohr mitgebracht, was mit etwas Verspätung zu einer Mittelohrentzündung führte. Aber Dr. Somboon hats wieder hingebogen. Derweil sorgte in Europa eine gewisse “Aschewolke” für Furore. Zwischenzeitig steigt die Hoffnung, dass man den Urlaub “gezwungener Maßen” verlängern muss…

Letztlich mussten wir denn aber doch in den Flieger steigen – trotz Aschewolke und Mittelohrentzündung..

Und rückblickend war es trotz ein paar negativen Einflüssen eine fantastische Zeit.

Published Juli 14th, 2009

Charakterporträts

hochrangiger Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Oder zumindest deren geistiger Verwandtschaft.

eselei01_0

Die Porträtierten mögen mir den Vergleich verzeihen…

Published August 11th, 2008

Santorini

Im Süden der Kykladen, etwa 100km nördlich von Kreta, liegt ein kleines Archipel namens Santorini. Die Hauptinsel Thira mit ihren vielleicht 15 000 Einwohnern hat eine sichelförmige Gestalt und bildet mit ihren gegenüberliegenden Schwesterinseln Thirasia und Aspronisi einen Krater – die Caldera. Die beeindruckenden Steilküsten fallen bis zu 300m senkrecht zum Meer ab und am Kraterrand gleichen die Ortschaften schneebedeckten Gipfeln. Angeblich gibt es auf Santorini mehr Esel als Menschen. Und nicht wenige bringen die Insel immer wieder mit der Legende von Atlantis in Verbindung…

   Auf der anderen Seite der Insel liegt Perrissa (Perissa) an einem langgezogenen Lavastrand. Der Ort ist beliebt bei Rucksacktouristen, Individualtouristen und leider auch vermehrt bei Pauschaltouristen. Doch bislang hat er seinen Charme bewahrt. Viele Tavernen sind seit Jahrzehnten Familienbetriebe und nur die öfter wechselnden trendigen Bars am Strand zeugen von dem Konkurrenzkampf der Haupteinnahmequelle der Insel – nachdem die letzte Tomatenfabrik geschlossen wurde…- dem Tourismus. Eine dieser Tavernen ist “The Volcano”. Hier kann man sich davon überzeugen, dass die griechische Küche deutlich mehr zu bieten hat als pampiges, neutral schmeckendes Moussaka. Offensichtlich werden hier nur beste und frische Zutaten verwendet und liebevoll zubereitet. Die Taverne wird seit 20 Jahren von den Brüdern Giannis und Mehmet geführt. Die Damen des Hauses zaubern griechische Köstlichkeiten auf den Tisch. Die Söhne Orhan, Yilmaz und Irfan kümmern sich mit ihren Vätern freundlich um die vielen Gäste (hier ist selbst voll wenn woanders gerade eine Handvoll Gäste speist). Die Familie arbeitet 16 Stunden am Tag. Im Sommer. Auf die Frage, was sie denn im Winter machen, kommt grinsend die Antwort: “Schlafen !” Ein anderes Urgestein ist Spyros. Der Bäcker an der “Hauptstrasse” wirbt mit handgemachtem Brot und ein Blick in seine Backstube ist ein erfreulicher Kontrast zu dem, was man von Bäckerketten hierzulande mittlerweile gewohnt ist. Außer den verschiedensten Brotsorten hat Spyros jedoch noch ein anderes As im Aermel: Seine Suessigkeiten! Vom hervorragenden Baklava bis hin zu einer Koestlichkeit, die man annaehernd mit Cremeschnecken beschreiben koennte gibt’s hier alles, was den Aufenthalt zu einem kulinarischen Highlight und einem kalorienmaessigen Desaster macht. 2749449208_2aa600bb04.jpg Wer sich zur Unterkunft gegen ein Hotel und fuer ein Appartment entscheidet wird evtl. bald die Bekanntschaft von Francesco machen. Francesco ist 2 Jahre alt –Aussehen und Benehmen liessen eher auf 5 schliessen – und hat die Ira Studios fest im Griff. Auch wenn auf dem Papier Nikita und Flora das Sagen haben, so ueberzeugt einen Francesco bald vom Gegenteil. Wie auch immer – man muß den kleinen Racker moegen – und er arbeitet eifrig an seiner multilingualen Kommunikation.  Es waere durchaus verstaendlich, wenn an dieser Stelle eine gewisse Saettigung eintritt (der sogenannte DIA-Vorfuerhungseffekt). Aber der Vorteil dieses Mediums ist, dass man ja einfach die Seite schliessen oder wechseln kann. Fuer diejenigen, die sich zum Abschluss davon ueberzeugen wollen, dass man die Zeit auf Santorin auch wirklich geniessen kann, gibt es hier eine kleine Zugabe.

Published Juni 25th, 2008

Vienna 2008

Samstagmorgen 7.00 Uhr: Tasche ins Auto, Dach auf, die neue Coldplay druckfrisch in den Player, Lautstärke hoch und ab nach Wien. Nach 4 Stunden Fahrt im Hotel eingecheckt und der erste Eindruck ist durchaus überraschend: Der gemeine Wiener schlechthin ist ein freundlicher Mensch !
Wer hätte das gedacht ?! Und gewarnt hat einen auch niemand. Wie soll man nun damit umgehen…

Bereits bei unserer ersten Erkundungstour durch die Stadt wird uns schnell klar, daß wir den Stadtplan besser in der Tasche lassen oder zumindest nur in einer dunklen Ecke studieren. Ansonsten haben wir gleich wieder einen netten Wiener an der Hacke der uns unbedingt den Weg zeigen oder am besten gleich mitnehmen will.

Ob es wohl eine Art “EM- Schulung” gab ?! Haben wir die Welt “zu Gast bei Freunden” 2006 wohl auch so verblüfft ?! Und wollen die Ösis deshalb nur nicht mal wieder hinten anstehen…?!

Wie auch immer: Der erste Tag in Wien verläuft störungsfrei. Die erste “Eitrige” am Hohen Markt ist ne Weltmacht (die gleich folgende 2. auch), Ottakringer ist inoffizielles Fanbier, das Bermudadreieck erinnert mich ein wenig an Frankfurt-Sachsenhausen, und um die Verblüffung komplett zu machen gesellen sich zu netten Ösis auch noch nette Lüdenscheider. Das wird mir alles zuviel.

Sonntag ausschlafen und frühstücken im Innenhof unseres Hotels. Wenn die 80% Regenwahrscheinlichkeit auch weiterhin mit blauem Himmel und Sonne verbunden sind solls uns mal schön recht sein.
Wir nehmen die Trambahn zur Fanmeile und schaun uns die Lage mal vor Ort an.
Schön gemacht haben sie das, die Ösis, muß man sagen. Aber nicht gerade die Hölle los.
Die ersten Stände haben schon zumachen müssen, weil es sich nicht lohnt.

Wir laufen weiter zum Museumsquartier -feine Sache das !!
Vor allem der Lomoshop ist, auch wenn er gerade umgebaut wird, eine Macht !!
Nach ausgiebigem Studium müssen wir eine Holga einpacken und auch noch ein Schnellstudium absolvieren. http://shop.lomography.com/shop/

Wieder draußen erwartet uns der erste Regen. Jetzt geht’s wohl los…
Aber wenig später ist schon alles vorbei und das Wetter ist wieder bestens geeignet, um unseren Zug durch die Gemeinde fortzusetzen. Die meisten Geschäfte haben geöffnet und bis auf einen kleinen Zwischenfall (“Können Sie mal den Mann mit dem Zopf auf dem Stephansplatz suchen…”) keine weiteren Vorkommnisse. Später erneuter Versuch der Fanmeile ein wenig Stimmung zu entlocken
(es spielen Tschechen gegen Türken) aber die Begeisterung hält sich in Grenzen.
So zieht es uns zur zweiten Halbzeit doch wieder ins Cassablanca. Und irgendwie sind wir auch gar nicht überrascht dort ein paar bekannte Gesichter zu sehen. Also was solls, trinken wir halt noch ein Ottakringer mit den Lüdenscheidern…

 

Montag ist erstmal Umzug angesagt – Hotelwechsel – 3 Straßen weiter.
Dann geht’s los zum Schottentor: Stimmung erleben – Leute anschauen – den Tag genießen.
Wir treffen tatsächlich ein paar Bekannte zufällig in der Stadt – unfassbar – Gruß an Schurli und Jürgen. Ein asiatischer Künstler gibt ein gebührendes Motiv für das erste Bild mit der Holga ab.
Nach einem kleinen (ebenfalls)asiatischen Imbiß und einem Ottakringer gibt’s ein Wiener Schnitzel (soviel Zeit muß sein). Entertainment dazu bieten jede Menge singende Österreicher. Der Spaß sei ihnen gegönnt: Sie werden nicht mehr lange Grund zum singen haben…
Als kleines Highlight sei noch der deutsche Fanbus erwähnt:
Ein alter, englischer Doppeldecker komplett in schwarz-rot-gold und mit einer Mörderanlage,
der durch die johlende Ösimenge fährt und spielt:

Dieses Jaaaahr
geht das Fussballwunder weiter.
Wir sind daaaa
und wir werden Europameister.

Aber so richtig können die Ösis sich darüber gar nicht freuen – komisch…

Nun gehts los zum Stadion und unterwegs klingt es zum ersten Mal: “So gehen die Österreicher, Ösis gehen so, so geh’n die Ösis und die Ösis gehen so …”(sorry –wers nicht erlebt hat kanns leider nicht nachvollziehen –ich weiß…).
Dieser Gesang wird uns die nächsten Stunden begleiten. Wie schön !
Die Fahrt ins Stadion verläuft unspektakulär und reibungslos. Wie schauen uns das Gelände an und begegnen einem Haufen “VIPs” (und solchen, die es werden wollen…).
Gerüchten zufolge ist auch Hansi Müller doch noch ins Stadion gekommen.
Die Österreicher sind noch immer bester Laune und glauben an Wunder. Hansi Krankl läuft wie angeschossen durch die Gegend (für alle Nicht-Fußball-Interessierten: Das ist so eine Art Österreichischer Franz Beckenbauer in Hemdsärmeln, der angeblich mal gegen Deutschland eingenetzt hat; aber das war in der südamerikanischen Provinz und zählt nicht wirklich)

Nun ja – behandeln wir den Rest kurz und schmerzfrei:
Deutschland fährt in einem hochklassigen Spiel einen hochverdienten Sieg ein (oder so ähnlich) und wir können aufatmen, daß wir uns nicht die nächsten 20 Jahre unqualifiziertes Gerede anhören müssen.

Nach dem Spiel geht’s ordnungsgemäß noch einmal zum Hohen Markt und nach 30 Minuten Wartezeit haben wir auch schon unsere Käsekrainer – Entschuldigung:
A Eitrige mit an Buckel und Schiss, dazu a Krokodüh und a 16er Hülsen !
Entertainmentmäßig lassen sie die Wiener auch hier nicht lumpen und servieren uns ein paar Einheimische Pseudo-Kick-Boxer, die sich untereinander duellieren.
Übler geht’s 3 Straßen weiter ab, wo die Polizei nach Schlägereien ein paar Gassen komplett abgeriegelt hat. Dadurch wird uns fast der Zugang zu unserer “Stammkneipe” verwehrt – aber da wäre uns nicht viel entgangen: Um diese Zeit muß man das wohl nicht mehr haben…

Mit dem Nachtbus bzw. der letzten Tram geht’s ins Hotel. 

 

Dienstag lassen wir unseren kleinen Trip gemütlich mit einem kleinen Frühstück im Altenheim (naja – der Speisesaal des Hotels ist – ähm – gewöhnungsbedürftig) und diversen koffeeinhaltigen Getränken im MÖBEL (sehr netter Laden übrigens) ausklingen. Dann wird noch eine kleine Runde durch die Stadt gedreht (ein legendäres Shirt erworben, leider Käsekrainer ausverkauft, dafür lecker Süppchen im RAMIEN).
Den Abschluß macht – wie könnte es anders sein: Ein netter Wiener ! Genau genommen eine Wienerin in Uniform, die uns trotz mächtig überzogener Parkzeit noch einmal laufen/fahren lässt und uns eine gute Fahrt wünscht.

Man kann bei so viel Freundlichkeit wirklich nicht mehr ausschließen, daß wir da noch einmal hinfahren. Wer hätte das gedacht…