Published Januar 1st, 2014

Alben des Jahres 2013

Das war nun also 2013. Und was hat es uns musikalisch gebracht?! Eine recht schwierige Frage. Und noch dazu ist das eine sehr zwiespältige Angelegenheit.

Ich gehe jetzt mal von mir aus: Auf der einen Seite habe ich so viel neue und spannende Musik gehört wie selten zuvor. Auf der anderen Seite hat sich bei den Alben so viel Altbewährtes durchgesetzt wie selten zuvor. Letztlich ist dies hauptsächlich meinen veränderten Hör- (und auch Kauf-)gewohnheiten zuzuschreiben. War ich früher eher der typische Albumkäufer, so habe ich mich nun in zweierlei Hinsicht endgültig umgestellt. Der Anteil von digitalen Downloads hat die Käufe von CDs in die Bedeutungslosigkeit verbannt. Und dabei wiederum überwiegen die Einzelsongs eindeutig.

In die gleiche Kerbe schlägt genau genommen, dass Compilations für mich mittlerweile den höchsten Stellenwert seit den frühen 90ern haben. Damals etablierte sich eine Reihe namens „Crossing all Over“ . Dabei haben sich die neuen egoFM Alben eine besondere Erwähnung verdient.

2013 hat für mich weniger Revolutionäres hervorgebracht als Bestätigendes. Viele Alben von Lieblingskünstlern haben meine Erwartungen erfüllt – aber eben auch nicht übertroffen. Arcade Fire, die Arctic Monkeys, Bosse, Pearl Jam und Vampire Weekend haben ganz feine Sachen abgeliefert – ohne jedoch brutalst hervorzustechen. Die Queens of the Stone Age haben ein tolles Stück Longplayer abgeliefert. Tricky hat sich selbst wiederbelebt mit einem bemerkenswerten Album.

Everything Everything und Moderat sind nur ganz knapp an den Top 3 gescheitert.

Aufs Treppchen haben es zu guter Letzt 3 fast schon konservative Künstler geschafft. Aber das waren die Sachen, die man einfach am besten „durchhören“ konnte. Hier war nicht der einzelne Song bemerkenswert. Hier zählt noch das komplette Werk.

Das Album von Junip (mit dem unfassbaren „Line of Fire“) konnte von Anfang an überzeugen. Selig konnten mit ihrem neuesten Werk in einer Form überraschen, die man ihnen wohl kaum noch einmal zugetraut hätte. Und Placebo letztlich haben ein Quasi-Comeback-Album herausgehauen, das mit Songs wie „Too many Friends“ und „Bosco“ eine fette Marke setzen konnten.

Bemerkenswert ist übrigens auch, dass keines dieser 3 Alben auch nur ansatzweise in den Top 10 der gängigen Musikpresse-Jahrescharts auftauchen konnte. Allerdings waren sich die Herrschaften der schreibenden Zunft auch untereinander dermaßen uneinig, dass sich meine Bedenken ob dieser Entwicklung in Grenzen halten.

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Junip

Junip, das sind José González (Guitar & Vocals), Elias Araya (Drums) und Tobias Winterkorn (Keys). Die Band gründete sich bereits im Jahr 1998 in Göteborg, Schweden, veröffentlichte aber erst 2010 das gefeierte Debüt-Album Fields.

Junips selbstbetiteltes, zweites Studioalbum wurde über den Zeitraum von einem Jahr mit Unterstützung von Don Alsterberg (u.a. Sound-Guru bei Soundtrack Of Our Lives) im Proberaum der Band aufgenommen. Junip, das Album, besteht aus genau zehn Songs, an denen unerbittlich gefeilt und gearbeitet wurde. Es ist nahezu perfekt arrangiert und ausgewogen, es klingt homogen und ausgeklügelt, aber wirkt nie zu clean oder abgeklärt. Im Gegenteil, es rumpelt mächtig unter der Oberfläche und es knirscht und rauscht auch gewaltig, als ob die Songs uralte Artefakte wären, die eine Sound-Patina angesetzt haben.

Junip haben mit dem großartigen Albumopener “Line Of Fire” bereits ihren Beitrag zur Wahl des Songs 2013 abgegeben und können mit ihrer zweiten Single “Your Life Your Call” entspannt durch den kommenden Sommer soften – bewaffnet mit Disco Beat und synthetischen Handclaps, erschaffen sie tatsächlich so etwas wie einen Sommerhit für entrückte Melancholiker. (Quelle)

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Placebo

Sie sind die erfolgreichste englische Alternative-Rock-Band der letzten zwei Jahrzehnte. Mit dem neuen Album meldet sich das Trio aus London zurück: mit neuer Energie, neuer Hoffnung und dem abwechslungsreichsten Sound seiner Karriere. Produziert von Adam Noble (Coldplay, Paul McCartney) und aufgenommen in den Londoner RAK Studios über einen Zeitraum von fast einem Jahr, ist Loud Like Love ein eindrucksvolles Beispiel für das über Jahrzehnte geschulte Auge von Brian Molko und seinem Sidekick Stefan Olsdal (Bass) für das Wesentliche, für kompositorische Finesse und den Mut, trotz bewährtem Rezept neue Wege zu gehen. Placebo war und ist für Molko auch immer eine willkommene Gelegenheit, sich zur aktuellen sozialen oder politischen Situation zu äußern. (Quelle)

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Selig

Natürlich sind Zusammenhänge wichtig. Aber hier und jetzt wollen wir für einen Moment mal alles beiseite lassen und das neue Selig-Album betrachten, ohne an gestern, vorgestern oder morgen zu denken. Warum? Weil man noch nie in der Geschichte dieser Band so sehr das Gefühl hatte, dass es nur um den Moment ging. Magma ist ein derart jetztzeitiges, frisches und vitales Album geworden, dass man nicht einen Moment lang auf die Idee kommt, hier einer Band zu lauschen, die bereits auf eine derartige Karriere zurückblickt wie Selig. Einer Band, der nun ausgerechnet im 20. Jahr ihres Bestehens ein ebenso wütendes wie introspektives, bisweilen clever ironisches, dann wieder klug den Zeitgeist analysierendes Monster von einem Album gelingt.Schnell fand auch die 1. Single auf diesem besonderen Werk Platz. »Alles auf einmal« ist ein biografischer, intimer Song. Und ein weiterer Hit. Die Zeile »Bitte bitte bitte bitte bitte nicht alles auf einmal / Ich verliere meine Mitte und das hatten wir schon mal« verweist auf die Probleme, die der Sänger in den Neunzigern mit dem Ruhm hatte und macht deutlich, dass es nicht immer leicht fällt, mit den positiven Seiten des Applauses und dem Loch danach, umzugehen. »Ein Leben im Überflug, mit Leichtsinn und Selbstbetrug« – Plewka hat es erlebt.  (Quelle)

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Auf egoFM Vol.2 sind nicht nur einzigartige Entdeckungen aus dem egoFM-Musikprogramm zu hören, sondern auch wieder unveröffentlichte Songs, die der Sender durch direkte Künstlerkontakte gewinnen konnte:
So beispielsweise die Titel Tom Odell Another Love (Zwette Edit) oder Parov Stelar feat. Marvin Gaye Keep on Dancing (Makossa & Megablast Short Disco Version) .
Neben den exklusiven Remixen finden sich internationale Acts wie Franz Ferdinand, Phoenix, MGMT oder den Crystal Fighters auf der Doppel-CD.
Auch Nachwuchskünstler werden gefördert: Der jeweils vorletzte Track auf beiden CD`s ist den Lokalhelden gewidmet, die in der gleichnamigen Sendung von Moderator Dominik Kollmann entdeckt wurden. OK Kid und Claire sind zwei Newcomer, die es sich wirklich verdient haben , freut sich Musikchef Mathias Straub.
Im Juli 2013 gab es für die erste egoFM Compilation schon den Ehrenpreis “Beste Newcomerförderung National: Multimedia”, der in Würzburg verliehen wurde.
Der Genremix ist wie auch bei der ersten Compilation unverwechselbar und reicht von Independent Sounds über elektronische Musik bis hin zu Clubklassikern Besser Anders eben!(Quelle)

Konzertmässig gab es 2013 nicht gar so viel wie im Jahr zuvor. Ähnlich wie bei den Alben gab es viele gute Konzerte, die relativ hohe Erwartungen erfüllen konnten. Aber auch hier muss man sagen: Da haben sich ein paar Veteranen gegen das junge Volk durchsetzen können…

Herauszuheben einerseits sicherlich BRAD. Die erste Europa Tour von Stone Gossard (Pearl Jam) mit seiner Zweitband. Und gleichzeitig mein erstes Konzert im neuen STROM. Ein absolutes Highlight!

Grundsolide aber mehr als überzeugend waren auch die „großen Events“. Sowohl die Toten Hosen als auch die Queens of the Stone Age und ebenso Volbeat haben großartige Shows abgeliefert.

Ein wenig enttäuschend waren leider meine persönlichen Lieblinge von Glasvegas, die als Support von Hurts ein gelinde gesagt seltsames Konzert spielten – das kann im neuen Jahr nur besser werden…

Zum krönenden Abschluss gab‘s dann nochmal ein besonderes Ereignis. Nicht nur, dass ich doch noch reingekommen bin beim längst ausverkauften, großartigen Club Gig von Casper im Strom. Er tat mir sogar den Gefallen so früh anzufangen, dass ich gleich nach dem Konzert in die Muffathalle zu dem ebenso großartigen Thees Uhlmann fahren konnte, um wenigstens noch das letzte Drittel anzuschauen. Zwei solche Events an einem Abend: Das müsste verboten werden…

 

Die komplette Liste:

Brad/Strom

The Killers/Zenith

Emeli Sandé/Tonhalle

Kasabian/Backstage

Black Rebel Motorcycle Club/Tonhalle

…and You will know us…/Strom

Bosse/Muffathalle

Sportfreunde Stiller/Kesselhaus

Die Toten Hosen/Olyhalle

Hurts, Glasvegas/Zenith

Queens of the Stone Age/Zenith

White Lies/Theaterfabrik

Volbeat /Olyhalle

Casper/Strom

Thees Uhlmann/Muffathalle

 

Und dann gibt’s da noch dies für alle Spotify Anwender (ohne bestimmte Reihenfolge). Die Songs habe ich hierbei ein wenig ausgedehnt, weil es einfach sehr viele sehr gute Stücke gab (wie schon oben im Artikel beschrieben: 2013 war viel mehr ein Songjahr als ein Albumjahr)

effzetts 2013 top albums  &                     effzetts 2013 top 100 songs

Published Januar 1st, 2013

Alben des Jahres 2012

Besser spät als nie. So könnte man wohl meinen. Nachdem die meisten Jahresrückblicke ja mittlerweile schon im Herbst erscheinen (was bei den Printmedien im Zweifelsfall dennoch die Januar Ausgabe bedeutet), habe ich mich heuer für ein anderes Vorgehen entschieden, und das Jahr erst einmal zu Ende gehen lassen.

Das hat verschiedene Vorteile. Es kommt doch hier und da zum Jahresende noch ein Schmankerl nach. Was macht man damit, wenn der Text schon geschrieben und online ist?! Ergänzen? Blöd! Im nächsten Jahr berücksichtigen? Noch blöder! Weglassen? Am allerblödesten.

Meine Taktik hat sich zwar in keinster Weise auf den Jahressieger ausgewirkt (Django Django standen da schon lange fest), aber zum Beispiel Alt-J habe ich erst spät im Jahr entdeckt.

Interessant fand ich heuer auch die Bestenlisten der schreibenden Zunft. So unterschiedlich wie 2012 sind die meiner Meinung nach selten ausgefallen. Bis auf ein paar Gemeinsamkeiten (Frank Ocean war bei den meisten in den Top Ten) konnte man sich da nicht so recht auf die besten Alben einigen.

So wie im Vorjahr bei Adele so kam man in diesem Jahr wohl an Lana del Rey nicht vorbei. Mumford & Sons sowie Of Monsters And Men machten den Neo Folk mit feinen Alben endgültig salonfähig – auch das musste man berücksichtigen. Ansonsten gab es aber mit Alt-J, Sizarr, Tame Impala etc. eher Highlights jenseits des Mainstream.

Das Comeback des Jahres legten in meinen Augen Soundgarden hin. Ein schönes Stück Musik haben die Alt-Grounger da produziert – auch wenn sie sich danach mit ihrer erlesenen AMEX Club-Gig-Story ein wenig unbeliebt gemacht haben….

Django Django

Endlich, ein Jahrtausendwende-Revival! Die Popavantgardisten Django Django kommen aus betuchten Londoner Vororten und studieren in den vornehmen Vierteln Edinburghs. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum dürfte eine Menge Leute an die Hochzeit von Gruppen wie The Beta Band und Badly Drawn Boy erinnern. (Foto: David Drake) Wie alle guten britischen Bands lernten sich die vier Musiker 2008 an der Kunsthochschule Edinburgh kennen. Um dem langweiligen Luxusalltag zu entkommen, schlossen sie sich regelmäßig im Elternschlafzimmer von Bandleader David Maclean ein und machten Musik. Schon bald wurde klar, dass man nicht versuchen würde, den klassischen Britrock-Acts um Arctic Monkeys und Konsortien nachzueifern. England burnte ohnehin nicht mehr. Und die Jamsessions dauerten oft bis tief in die Nacht, gebaren dabei experimentelle, treibende Songs, von denen bereits 2009 zwei Stück auf die vielversprechende Doppel-A-Single “Storm/ Love’s Dart” geprägt wurden. Nun sollte die erste LP her. Mit dem abgeschlossenen Studium und ohnehin durch Eltern großzügig betreute Kontoauszüge im Rücken, durfte man die Sache locker angehen lassen. Die romantische Vorstellung vom verarmten Avantgardemusiker, der sich mit E-Gitarre, Phaser und Pedal in experimentelle Welten flüchtet, ist hier also fehl am Platz. Aber warum sollte diese Gelassenheit keine gute Musik gebären? (Quelle)

Alt-J

Der ungewöhnliche Bandname alt-J resultiert aus der Tastenkombination für das Delta-Symbol – vorausgesetzt man verwendet einem Mac mit UK-Tastaturbelegung … So ungewöhnlich wie der Name ist auch die Musik dieser außergewöhnlichen Band aus Leeds. Auch wenn sich Referenzen zu den Wild Beasts, Radiohead (zur “In Rainbows” Zeit) oder The XX anbieten, lassen sich alt-J grundsätzlich mit keiner dieser Bands in eine Schublade stecken. Und Umschreibungen wie “Folk-Step” oder “Nick Drake trifft Gangsta Rap” beschreiben nur im Ansatz den innovativen Sound dieser Band. Alt-J erforschen auf ihrem brillanten Debüt verschiedenste Klangwelten zwischen Folk, Hip Hop, Indie und Pop-Musik und klingen dabei erfrischend anders und zeitgemäßer als das meiste, was sich sonst so aktuell auf dem Musikmarkt tummelt. Jede Wette, dass alt-J zu den Newcomern des Jahres zählen werden. (Quelle)

Sizarr

Man sollte es sich mit dieser Band nie zu einfach machen. Man sollte nicht der Versuchung erlegen, Sizarrs biografischem Buzz mehr Aufmerksamkeit zu schenken als nach ihrem nun vorliegenden, phänomenalen Debüt überhaupt noch übrig sein kann. Klar, als das 2009 losging mit Sizarr, da waren Fabian (voc), Philipp (synths, voc) und Marc (drums, percussion) für die Reife der bald von ihnen zu erwartenden Musik erstaunlich jung. Und natürlich, wenn man sich diese Musik in einem Städtchen wie Landau ausdenkt, dann passiert das auf einem unverkennbaren Nebenschauplatz hiesiger Popkultur. (Quelle)

Soundgarden

Sie prägten eine ganze Generation von Fans, gewannen 2 Grammys, waren für insgesamt 7 nominiert und zählen mit 21 Millionen verkauften Alben zu den prägendsten Rockbands der Geschichte. Soundgarden haben Maßstäbe gesetzt und Musikgeschichte geschrieben als eine jener Bands aus Seattle, die mit ihrem Sound das Publikum rund um den Globus begeistern. Jetzt bricht eine neue Ära an, denn Soundgarden legen am 09. November, nach über 15 Jahren, ihr neues Studioalbum “King Animal” vor.

Das Songwriting und die Aufnahmen zu “King Animal” waren durch und durch eine Gemeinschaftsarbeit: Das Album ist explosiv und voller Facetten – von der ersten Single “Been Away Too Long” an, über das vor Energie berstende “Blood On The Valley Floor”, das düstere “Worse Dreams” oder das wehmütige “Halfway There” bis hin zu ganz anderen Sound-Landschaften u.a. mit starken Jazz-Einflüssen wie bei “Black Saturday”. Die Lyrics sind gewohnt scharfkantig, beleuchten zwischenmenschliche Beziehungen ebenso wie politische Verflechtungen oder auch die Ängste und die Verwundbarkeit des Elternseins. Soundgarden bleiben auch bei ihrem sechsten Studioalbum ihren Alternative Rock-Wurzeln treu und legen mit “King Animal” das nächste Kapitel ihrer Bandgeschichte vor.(Quelle)

Konzertmässig gab es sehr viele Highlights. Interessant war auch, dass ich 2012 bei 21 Konzerten an 12 verschiedenen Locations war. Das Verhältnis erscheint mir erstaunlich, da man sich sonst doch meist eher an den üblichen, verdächtigen Orten herumtreibt…

Herausheben muss man dieses Jahr auf jeden Fall das 59:1. Nicht nur weil es das letzte Jahr dieser wunderbaren Location war (das 59:1 schliesst im Januar 2013 seine Pforten), sondern auch weil mit LA DISPUTE und den RIVAL SONS gleich 2 herausragende Events hier stattfanden.

Auch das Backstage hat mit 2 prima Musikerlebnissen (Of Monsters And Men sowie Madsen) eine Erwähnung verdient.

Der Sieg geht allerdings – ähnlich wie bei den Longplayern – ins Atomic zu Django Django.

Auch dieses Jahr gab es wieder einen Event außer Konkurrenz: Das Auswärtspspiel in Berlin bei Pearl Jam.

 

Die komplette Liste:

La Dispute (59:1)

French Films (Atomic)

Clap Your Hands (Ampere)

Boy (Kongresshalle)

Snow Patrol (Zenith)

Black Stone Cherry (Backstage)

Noel Gallagher   (Tonhalle)

The Jezabels (Hansa 39)

The Undertones (Atomic)

Rock im Park    – Zepellinfeld

(Soundgarden, Hosen, Metallica, Mastodon, Rival Sons)

Pearl Jam (o2 World Berlin)

OMAM  (Backstage)

Pretty Things (Ampere)

Madsen (Backstage)

Absynthe Minded (Atomic)

Rival Sons (59:1)

Herbert Groenemeyer (Circus Krone)

Selig (Ampere)

Florence & The Machine (Zenith)

Django Django (Atomic)

Toten Hosen (Olyhalle)

 

Und dann gibts da noch diese Neuerung für alle Spotify Anwender: 

effzetts 2012 top albums  &                    effzetts 2012 top 50 songs

Published Juli 11th, 2012

Berlin (Part I: Pearl Jam)

Es geht Schlag auf Schlag. Gerade vom grandiosen Offroad Wochenende erholt, steht das nächste Highlight an. Nachdem sich Schalke leider nicht fürs Pokalfinale empfehlen konnte (statt dessen durfte ja heuer der Faschingsclub aus dem Nachbarort in seinen albernen Bienenkostümen auftreten) und auch U2 sich gerade nicht auf Tournee befinden, liefern uns PEARL JAM einen willkommenen Grund für den diesjährigen Trip in die Hauptstadt. Bei Kaiserwetter darf der Wrangler “oben ohne” auf die Strasse und nach einem kurzen Zwischenstopp in Ingolstadt (jaja…) kommen wir ohne grössere Zwischenfälle in unserem Hotel in Charlottenburg an.

Nach der langen Fahrt haben wir uns einen kleinen Snack bei Mr. Hai & Friends verdient – und dazu gibt’s ein wohlschmeckendes Tiger. Jeder, der einmal in den zweifelhaften Genuss von Schultheiss und/oder Berliner Pils gekommen ist, weiss ein solches Erzeugnis fernöstlicher Braukunst sehr zu schätzen.

 Am darauffolgenden Morgen machen wir die erste wunderbare Entdeckung gleich ums Eck: Der Kuchenladen –zaubert nicht nur grandiose Kuchenkreationen aus dem Ofen (die Tiroler Apfeltarte ist eine Legende), sondern bereitet dazu noch einen fantastischen Kaffee zu.

Gestärkt und wohlgelaunt treiben wir uns ein wenig in “Mitte” herum, bummeln durch lustige Läden (viele davon provisorisch und nur wegen der Fashion Week) und freuen uns auf den Mittagstisch im Thai Inside. Nein, wir sind nicht nur zum Essen in Berlin, aber ein paar Anlaufstationen haben sich einfach brutal bewährt. Ausserdem hat Berlin einfach einen grossen Vorteil gegenüber München: Es ist eine ECHTE Großstadt mit einer ECHTEN asiatischen Community. Da muss man wohl als Betreiber eines Thai-, Vietnam, China- oder Indischen Restaurants schon anders an die Sache herangehen, als wenn man – wie in München – letztlich nur für den bajuvarischen Gaumen kocht.

 Es wird Zeit, nach einem kurzen Abstecher im Hotel, die Reise zur Konzertlocation anzutreten: Der O2 World. Charlottenburg hat sich auch deshalb sehr bewährt, weil die Anbindung ziemlich optimal ist. So besteigen wir die S-Bahn und können durchfahren bis zum Ostbahnhof. Unterwegs haben wir – wie meist in der Hauptstadt – eine mehr oder weniger gelungene musikalische Untermalung der Fahrt. Diesmal haben wir Glück: Der junge Punk in unserem Abteil kann tatsächlich ein paar Akkorde auf der Gitarre spielen ohne sie kaputt zu machen. Dazu singt er ein lustiges Lied von arbeitsscheuen Menschen. Die letzte Textzeile lautet “Ich mach’ nicht mit in Eurem Karnevalsverein…”. Grenzwertig. Aber wenigstens ehrlich…

 

Angekommen bei der O2 World bietet sich uns ein zwiespältiger Eindruck: Einerseits ist das ein beeindruckender Bau mit einer grandiosen Verkehrsanbindung (über Ostbahnhof und Warschauer Strasse werden sämtliche Optionen des Öffentlichen Nahverkehrs ausgenutzt, dazu kommt sogar der Wasserweg über die Spree). Es gibt trotz Ausweiskontrolle (personalisierte Tickets) kaum Wartezeiten. Auch die Getränkeversorgung scheint gut organisiert zu sein.

Hier kommen wir aber auch schon zum ersten Kritikpunkt: Die Qualität lässt sehr zu wünschen übrig. Das haben nicht nur wir erkannt, sondern auch die Fans der hier ansässigen Eisbären Berlin, was vor einiger Zeit sogar zu Demonstrationen führte. Überhaupt gibt es, wie bei solchen Grossprojekten üblich, genug Anlass zur Kritik: Abgesehen von der Gentrifizierung der umliegenden Kieze und anscheinend prekären Arbeitsbedingungen wurde auch ein Teil der denkmalgeschützen Hinterlandmauer East Side Gallery abgerissen. Nicht umsonst haben die Berliner dem Klotz sehr bald den Spitznamen “Kotzbrocken” verpasst.

  

Doch nun zum eigentlichen Grund unseres Besuchs: Bereits zum letzten Stück des Supports “X” lässt es sich Mr. Eddie Vedder nicht nehmen, die Herrschaften gesanglich zu unterstützen. Gegen 21.00 Uhr ist es dann soweit: Die Herren Vedder, Ament, Gossard, McCready, Cameron und Gaspar betreten zu den Klängen von Philip Glass’ “Metamorphosis” die Bühne und zeigen mit ihrem Opener “Oceans” vom legendären TEN Album gleich mal, wo der Bartel den Most holt (wie man in Seattle zu sagen pflegt). Ein Konzert mit einem Song zu beginnen, den man seit 1996 gar nicht mehr in Europa gespielt hat, zeugt doch von einer gewissen Flexibilität. Bereits der dritte Song ist dann “Animal” und macht einem klar, was diese Band für ein Repertoire im Gepäck hat. Eddie ist redselig und gut gelaunt, erzählt von seinem ausgiebigen Besuch im Ramones Museum und stellt fest, dass wir uns auf dem 999. Pearl Jam Konzert befinden…  Matt Cameron merkt man seine Doppelbelastung keineswegs an (er spielt nebenher in einer Nachwuchscombo namens SOUNDGARDEN) und Mike McCready spielt feine Soli – gerne auch mal überkopf. Die Akkustik im “Kotzbrocken” ist gar nicht so schlecht wie befürchtet, und selbst die meist leeren VIP-Lounges können der feinen Stimmung nichts anhaben. ”Go” beendet den ersten Teil des Konzerts, der mit einer Coverversion von Pink Floyds “Mother” seine Fortsetzung in der ersten Zugabe findet. Nach einem ruhigen Teil (Just Breathe, Nothingman, Better Man…) verabschiedet sich die Band erneut um mit “Blood” ein weiteres Frühwerk (in diesem Fall von Vs.) zum Besten zu geben. “Alive” beendet das Konzert vermeintlich. Doch auch wenn die Hallenbeleuchtung schon angeht, so lassen sich die Herrschaften davon nicht abhalten auch noch ein weiteres Cover (The Who’s “Baba O’Riley”) und das finale “Yellow Ledbetter” zu kredenzen. Nach weit über 2 Stunden Spielzeit und total 30 Songs geht ein grosser Konzertabend dann doch zu Ende. Während des Auftritts wird mir irgendwann klar, dass ich genau halb so alt wie heute war, als ich Pearl Jam zum ersten Mal gesehen hab. Irgendwie krass. Damals hatten sie gerade ihr erstes Album “Ten” herausgebracht und spielten als recht unbekannte Combo auf dem “Ring” -an einem Freitag Abend. Dazu gab es Korea aus dem Kanister. Stilecht. Heute gibt es einen wohltemperierten Gin Tonic (Ihr wisst schon: Das Berliner Bier GEHT GAR NICHT..). Wie sich die Zeiten ändern…

Fortsetzung folgt…

 

Links:

Die komplette Playlist

Konzertkritik von INTRO

Published Dezember 27th, 2011

Alben des Jahres 2011

Ist es also mal wieder soweit. Das Musikjahr liegt in den letzten Zügen.

Zeit für einen kleinen Rückblick. Und auch wenn mittlerweile jede Pommesbude und jede Handarbeitszeitschrift ihre Platten des Jahres veröffentlicht: MIR DOCH EGAL!

Im Gegensatz zum Vorjahr gibt’s heuer keinen eindeutigen Sieger für mich. Die ersten 3 Plätze sind geradezu austauschbar und sehr stimmungsabhängig. Zudem sind das Alben, die in den wenigsten Bestenlisten der Mitbewerber auftauchen. Unverständlich genug.

Dafür haben es bei mir die Lieblinge der Kritiker (PJ Harvey, Wilco,…) nur auf die nachfolgenden Plätze geschafft.

Ein Album, dem ich bis vor kurzer Zeit einfach nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt hatte, musste kurz vor “Redaktionsschluss” noch unbedingt untergebracht werden. Das ging gar nicht anders. “Ja, Panik” haben da ein unglaubliches Ding rausgehauen – und so musste ich die Liste kurzentschlossen ein wenig erweitern… Kann ja nix nützen…

Ansonsten gilt zu bemerken:

-          viel deutsch (Bosse, Ja Panik, Frevert und Ullmann)

-          etwas Mainstream (an Adele kam ich nicht vorbei…)

-          erstmals eine “Best of” (quasi Hommage ans Gesamtwerk von R.E.M.)

-          wenig hartes Zeug (Mastodon, evtl. Rival Sons und  Social Distortion)

-          eine Trotznominierung (Glasvegas haben sie ALLE schlecht geredet)

In diesem Sinne: Ein frohes neues Jahr!!

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Wie gut verträgt sich Professionalität mit Dilettantismus? Im Falle von Hysterical” glückt das Experiment dank des unverwechselbaren Sounds von Clap Your Hands Say Yeah. Foto: Pieter van Hattem Da ist sie wieder, wie aus dem Nichts: diese Stimme, bei der man sich nie sicher sein kann, ob sie nach quälend langgezogenen, schiefen Tönen nicht noch einmal eine Oktave höher oder tiefer kippt. Unverwechselbar, was Alec Ounsworth da ins Mikrofon leiert. Damals, im Jahr 2006, als Clap Your Hands Say Yeah ihr selbstbetiteltes Debüt aus dem Keller ans Licht zerrten und über die schon damals nicht mehr neue Kommunikationsplattform namens Internet verbreiteten, jubelte die versammelte Indie-Anti-Hipster-Community über diese charmante Unvollkommenheit. Ein Selfmade-Album, das dem Anspruch des Independent wahrhaft gerecht wurde; Musik, die sich stets dann dem Zugang verweigerte, wenn man glaubte, die lieblichst spinnerte Melodie der letzten Jahre gehört zu haben: die Truppe aus Brooklyn wusste, wie man Arcade Fire das Orchestrale, Wolf Parade die überdrehte Hektik und Modest Mouse die Düsternis austreibt. Das Ergebnis war Indie-Rock, wie er lange davor und danach nicht mehr in dieser Reinkultur praktiziert wurde. (mehr)

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Einfach nur schöne Momentaufnahmen vom Leben – unspektakulär, grundsympathisch, freundlich und gut hörbar. In aller Unaufgeregtheit hat sich Bosse in den immerhin schon acht Jahren Solo-Existenz und mit drei Alben ein solides Fundament ständig wachsender Aufmerksamkeit gebaut. Spätestens mit dem 2009er Mini-Hit „Liebe ist leise“ und der electroiden Oliver-Koletzki-Kooperation „U-Bahn“ gelangen dem Braunschweiger denn auch zwei Hinhörer, die den Weg zum aktuellen, dem vierten, Album schonmal aufgezeigt haben. „Weit weg“, die aktuelle Vorabsingle bündelt punktgenau, was an Bosse gefallen kann: Es ist eine ganz eindeutig Popradio-taugliche Nummer, auf sehr clevere Weise zwischen Singer/Songwriter-Sympathie, Deutschrock-Direktheit und sphärisch unterfütterter Tanzbarkeit angelegt; man kann diesen Song nicht wirklich schlecht finden, es sei denn, man lehnt jegliche auf Konsens angelegte Popmusik mit Mehrheitspotenzial sowieso ab. Was Bosse indes von der Masse des Popradio-tauglichen abhebt: Man glaubt ihm prompt, dass er diesen Effekt der Mehrheitsverträglichkeit nicht durch kühle Kalkulation erreicht oder dadurch, dass er das Niveau tiefer anlegt. Bosse-Songs sind hörbar in einem guten Sinne. Sie sind unprätentiös, die Arbeit an ihnen setzt nicht auf Effekte, sondern auf Inhalte. Textlich und musikalisch. (mehr)

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Unangepasst lärmender Mainstream-Rock — Kasabian geben sich auf Velociraptor!” gewohnt großspurig, liefern dafür aber wenig Gründe. “Velociraptor ist eine Gattung theropoder Dinosaurier aus der Gruppe der Dromaeosauridae, welche vor etwa 83 bis 71 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit lebte.” — Das vorangestellt, sollte alles zum Titel des neuen Kasabian-Albums gesagt worden sein, einen näheren Bezug zur Musik hat er nämlich nicht. Klingt eben cool. Dass sich das Quartett auf Pose und Selbstdarstellung versteht, sollte eh klar sein. Ein gewisser Hang zum Größenwahn ist britischer Pop-Musik zwar seit jeher nicht abzusprechen, Kasabian spielen sich in der Hinsicht aber schon sehr gekonnt in die Fachpresse. Auch im Vorfeld ihres neuen Albums sprach Gitarrist Pizzorno von einem modernen Klassiker, den die Band da zusammengezimmert habe. Die Herren wissen, wie man sich ins Gespräch bringt und da sie nun schon seit geraumer Zeit zur Speerspitze der pop-historischen Recycling-Maschinerie in Großbritannien gehören, ist die Erwartungshaltung dementsprechend hoch — weshalb sich “Velociraptor!” auch nicht lange mit Tiefstapeleien aufhält. Kasabian – “Days Are Forgotten” Nahtlos an ihr experimentell ausgerichtetes, letztes Werk “West Ryder Pauper Lunatic Asylum” anschließend, haben Kasabian mittlerweile auch die elektronische Unterfütterung wieder für sich entdeckt, die bereits im opulent startenden Opener “Let’s Roll Just Like We Used To” wie selbstverständlich neben Bläsern und Streichern Einzug hält. Doch zunächst eröffnet ein Gong die Spiele und Kasabian betreten großspurig die Arena: “So raise a glass to the one’s that have passed!” — Cheers, die Herren! Die Single “Days Are Forgotten” sattelt dann unverblümt Led Zeppelin-Gesang auf Dance-Groove und U2-Gitarren, womit gleich mal umrissen wäre, woher die Inspiration für den Band-Sound stammt: nämlich aus allen Quellen, die auch nur irgendwie anzuzapfen wären. (mehr)

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Zehn Tage lang hat sich die Gruppe Ja, Panik für ihr viertes Album mit Produzent Moses Schneider in ein Studio eingesperrt, um dort live mit einer unfassbaren Intensität ein episches Album einzuspielen, das mindestens den bisherigen Höhepunkt dieser noch so jungen Ausnahmeband darstellt. Und nur selten wurde die Bedeutung eines Titels schon im Vorfeld einer Plattenveröffentlichung so diskutiert, wie es bei DMD KIU LIDT der Fall ist. Aber spätestens wenn Sie das Titelstück gehört haben, in dem uns DMD KIU LIDT erscheint wie ein auf sich alles reimendes Schlumpfwort aus Himmel und Hölle, ja spätestens dann stellt sich garantiert nicht mehr die Frage nach der Bedeutung, sondern nur noch nach dem was bleibt. Vielleicht ist es Andreas Spechtl und seiner Band Ja, Panik auch nur deshalb gelungen, sich aus der einst noch so verkopften Zitaten- und Referenzhölle zwischen Dylan (international) und Falco (national) zu befreien, weil man einen Titel gewählt hat, den es so noch nie gegeben hat und auch wohl nie wieder geben wird: Ein unbewohntes Fleckchen Erde, ein undefinierter Raum. Man mag hierin zwar Spuren der Zivilisation von Walter Benjamin, Billy Wilder, Mick Jagger, Bryan Ferry, Chris Korda, John Cale oder Billy Bragg finden, aber nichts desto trotz ist DMD KIU LIDT das eigenständigste, poetischste, ja modernste Rock&Roll-Album, an dem sich die deutsche Sprache jemals beteiligen durfte. (mehr)

Konzerte des Jahres:

Ebenso wie bei den Platten des Jahres war die Auswahl diesmal extrem schwierig.

Eine Vielzahl toller Clubkonzerte – besonders im geliebten Atomic Cafe – kamen in die nähere Auswahl. Pardon Ms. Arden, Crookes, Rifles und Glasvegas waren grossartig. Dazu ein fantastischer Auftritt der Queens of the Stone Age in der Tonhalle. Ein wenig unerwartet fuer mich auch die tolle Performance von Adele im Kesselhaus. Im Herbst nur ganz knapp aus der Wertung gefallen sind Volbeat, die Drums und Bombay Bicycle Club.

Aber nun zur Wertung:

Frühling:            Glasvegas, Manchester Academy

.                         (dieses Auswärtsspiel verdient Erwähnung)

Sommer:            Rock im Park (1.Festival Ü40 verdient Erwähnung)

Herbst:              Kasabian in der Theaterfabrik (verdienen prinzipiell Erwähnung)

Winter:              Bosse in der Theaterfabrik

.                         (die Performance von Aki verdient mehr als Erwähnung)

Ausserdem gab es natürlich noch ein weiteres Highlight, das aber aufgrund seiner “etwas anderen Art” einen Sonderstatus einnimmt. KRAFTWERK in der Alten Kongresshalle war ein echtes Erlebnis, und erhält seinerseits hier die überfällige Erwähnung.

Published August 19th, 2011

Ignitiön live on Stage

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