Published Januar 1st, 2014

Alben des Jahres 2013

Das war nun also 2013. Und was hat es uns musikalisch gebracht?! Eine recht schwierige Frage. Und noch dazu ist das eine sehr zwiespältige Angelegenheit.

Ich gehe jetzt mal von mir aus: Auf der einen Seite habe ich so viel neue und spannende Musik gehört wie selten zuvor. Auf der anderen Seite hat sich bei den Alben so viel Altbewährtes durchgesetzt wie selten zuvor. Letztlich ist dies hauptsächlich meinen veränderten Hör- (und auch Kauf-)gewohnheiten zuzuschreiben. War ich früher eher der typische Albumkäufer, so habe ich mich nun in zweierlei Hinsicht endgültig umgestellt. Der Anteil von digitalen Downloads hat die Käufe von CDs in die Bedeutungslosigkeit verbannt. Und dabei wiederum überwiegen die Einzelsongs eindeutig.

In die gleiche Kerbe schlägt genau genommen, dass Compilations für mich mittlerweile den höchsten Stellenwert seit den frühen 90ern haben. Damals etablierte sich eine Reihe namens „Crossing all Over“ . Dabei haben sich die neuen egoFM Alben eine besondere Erwähnung verdient.

2013 hat für mich weniger Revolutionäres hervorgebracht als Bestätigendes. Viele Alben von Lieblingskünstlern haben meine Erwartungen erfüllt – aber eben auch nicht übertroffen. Arcade Fire, die Arctic Monkeys, Bosse, Pearl Jam und Vampire Weekend haben ganz feine Sachen abgeliefert – ohne jedoch brutalst hervorzustechen. Die Queens of the Stone Age haben ein tolles Stück Longplayer abgeliefert. Tricky hat sich selbst wiederbelebt mit einem bemerkenswerten Album.

Everything Everything und Moderat sind nur ganz knapp an den Top 3 gescheitert.

Aufs Treppchen haben es zu guter Letzt 3 fast schon konservative Künstler geschafft. Aber das waren die Sachen, die man einfach am besten „durchhören“ konnte. Hier war nicht der einzelne Song bemerkenswert. Hier zählt noch das komplette Werk.

Das Album von Junip (mit dem unfassbaren „Line of Fire“) konnte von Anfang an überzeugen. Selig konnten mit ihrem neuesten Werk in einer Form überraschen, die man ihnen wohl kaum noch einmal zugetraut hätte. Und Placebo letztlich haben ein Quasi-Comeback-Album herausgehauen, das mit Songs wie „Too many Friends“ und „Bosco“ eine fette Marke setzen konnten.

Bemerkenswert ist übrigens auch, dass keines dieser 3 Alben auch nur ansatzweise in den Top 10 der gängigen Musikpresse-Jahrescharts auftauchen konnte. Allerdings waren sich die Herrschaften der schreibenden Zunft auch untereinander dermaßen uneinig, dass sich meine Bedenken ob dieser Entwicklung in Grenzen halten.

junip_junip

junip_junip
Picture 1 of 1

Junip

Junip, das sind José González (Guitar & Vocals), Elias Araya (Drums) und Tobias Winterkorn (Keys). Die Band gründete sich bereits im Jahr 1998 in Göteborg, Schweden, veröffentlichte aber erst 2010 das gefeierte Debüt-Album Fields.

Junips selbstbetiteltes, zweites Studioalbum wurde über den Zeitraum von einem Jahr mit Unterstützung von Don Alsterberg (u.a. Sound-Guru bei Soundtrack Of Our Lives) im Proberaum der Band aufgenommen. Junip, das Album, besteht aus genau zehn Songs, an denen unerbittlich gefeilt und gearbeitet wurde. Es ist nahezu perfekt arrangiert und ausgewogen, es klingt homogen und ausgeklügelt, aber wirkt nie zu clean oder abgeklärt. Im Gegenteil, es rumpelt mächtig unter der Oberfläche und es knirscht und rauscht auch gewaltig, als ob die Songs uralte Artefakte wären, die eine Sound-Patina angesetzt haben.

Junip haben mit dem großartigen Albumopener “Line Of Fire” bereits ihren Beitrag zur Wahl des Songs 2013 abgegeben und können mit ihrer zweiten Single “Your Life Your Call” entspannt durch den kommenden Sommer soften – bewaffnet mit Disco Beat und synthetischen Handclaps, erschaffen sie tatsächlich so etwas wie einen Sommerhit für entrückte Melancholiker. (Quelle)

placebo_loudlikelove

placebo_loudlikelove
Picture 1 of 1

Placebo

Sie sind die erfolgreichste englische Alternative-Rock-Band der letzten zwei Jahrzehnte. Mit dem neuen Album meldet sich das Trio aus London zurück: mit neuer Energie, neuer Hoffnung und dem abwechslungsreichsten Sound seiner Karriere. Produziert von Adam Noble (Coldplay, Paul McCartney) und aufgenommen in den Londoner RAK Studios über einen Zeitraum von fast einem Jahr, ist Loud Like Love ein eindrucksvolles Beispiel für das über Jahrzehnte geschulte Auge von Brian Molko und seinem Sidekick Stefan Olsdal (Bass) für das Wesentliche, für kompositorische Finesse und den Mut, trotz bewährtem Rezept neue Wege zu gehen. Placebo war und ist für Molko auch immer eine willkommene Gelegenheit, sich zur aktuellen sozialen oder politischen Situation zu äußern. (Quelle)

selig_magma

selig_magma
Picture 1 of 1

Selig

Natürlich sind Zusammenhänge wichtig. Aber hier und jetzt wollen wir für einen Moment mal alles beiseite lassen und das neue Selig-Album betrachten, ohne an gestern, vorgestern oder morgen zu denken. Warum? Weil man noch nie in der Geschichte dieser Band so sehr das Gefühl hatte, dass es nur um den Moment ging. Magma ist ein derart jetztzeitiges, frisches und vitales Album geworden, dass man nicht einen Moment lang auf die Idee kommt, hier einer Band zu lauschen, die bereits auf eine derartige Karriere zurückblickt wie Selig. Einer Band, der nun ausgerechnet im 20. Jahr ihres Bestehens ein ebenso wütendes wie introspektives, bisweilen clever ironisches, dann wieder klug den Zeitgeist analysierendes Monster von einem Album gelingt.Schnell fand auch die 1. Single auf diesem besonderen Werk Platz. »Alles auf einmal« ist ein biografischer, intimer Song. Und ein weiterer Hit. Die Zeile »Bitte bitte bitte bitte bitte nicht alles auf einmal / Ich verliere meine Mitte und das hatten wir schon mal« verweist auf die Probleme, die der Sänger in den Neunzigern mit dem Ruhm hatte und macht deutlich, dass es nicht immer leicht fällt, mit den positiven Seiten des Applauses und dem Loch danach, umzugehen. »Ein Leben im Überflug, mit Leichtsinn und Selbstbetrug« – Plewka hat es erlebt.  (Quelle)

egofm

egofm
Picture 1 of 1

egofm compilation

Auf egoFM Vol.2 sind nicht nur einzigartige Entdeckungen aus dem egoFM-Musikprogramm zu hören, sondern auch wieder unveröffentlichte Songs, die der Sender durch direkte Künstlerkontakte gewinnen konnte:
So beispielsweise die Titel Tom Odell Another Love (Zwette Edit) oder Parov Stelar feat. Marvin Gaye Keep on Dancing (Makossa & Megablast Short Disco Version) .
Neben den exklusiven Remixen finden sich internationale Acts wie Franz Ferdinand, Phoenix, MGMT oder den Crystal Fighters auf der Doppel-CD.
Auch Nachwuchskünstler werden gefördert: Der jeweils vorletzte Track auf beiden CD`s ist den Lokalhelden gewidmet, die in der gleichnamigen Sendung von Moderator Dominik Kollmann entdeckt wurden. OK Kid und Claire sind zwei Newcomer, die es sich wirklich verdient haben , freut sich Musikchef Mathias Straub.
Im Juli 2013 gab es für die erste egoFM Compilation schon den Ehrenpreis “Beste Newcomerförderung National: Multimedia”, der in Würzburg verliehen wurde.
Der Genremix ist wie auch bei der ersten Compilation unverwechselbar und reicht von Independent Sounds über elektronische Musik bis hin zu Clubklassikern Besser Anders eben!(Quelle)

Konzertmässig gab es 2013 nicht gar so viel wie im Jahr zuvor. Ähnlich wie bei den Alben gab es viele gute Konzerte, die relativ hohe Erwartungen erfüllen konnten. Aber auch hier muss man sagen: Da haben sich ein paar Veteranen gegen das junge Volk durchsetzen können…

Herauszuheben einerseits sicherlich BRAD. Die erste Europa Tour von Stone Gossard (Pearl Jam) mit seiner Zweitband. Und gleichzeitig mein erstes Konzert im neuen STROM. Ein absolutes Highlight!

Grundsolide aber mehr als überzeugend waren auch die „großen Events“. Sowohl die Toten Hosen als auch die Queens of the Stone Age und ebenso Volbeat haben großartige Shows abgeliefert.

Ein wenig enttäuschend waren leider meine persönlichen Lieblinge von Glasvegas, die als Support von Hurts ein gelinde gesagt seltsames Konzert spielten – das kann im neuen Jahr nur besser werden…

Zum krönenden Abschluss gab‘s dann nochmal ein besonderes Ereignis. Nicht nur, dass ich doch noch reingekommen bin beim längst ausverkauften, großartigen Club Gig von Casper im Strom. Er tat mir sogar den Gefallen so früh anzufangen, dass ich gleich nach dem Konzert in die Muffathalle zu dem ebenso großartigen Thees Uhlmann fahren konnte, um wenigstens noch das letzte Drittel anzuschauen. Zwei solche Events an einem Abend: Das müsste verboten werden…

 

Die komplette Liste:

Brad/Strom

The Killers/Zenith

Emeli Sandé/Tonhalle

Kasabian/Backstage

Black Rebel Motorcycle Club/Tonhalle

…and You will know us…/Strom

Bosse/Muffathalle

Sportfreunde Stiller/Kesselhaus

Die Toten Hosen/Olyhalle

Hurts, Glasvegas/Zenith

Queens of the Stone Age/Zenith

White Lies/Theaterfabrik

Volbeat /Olyhalle

Casper/Strom

Thees Uhlmann/Muffathalle

 

Und dann gibt’s da noch dies für alle Spotify Anwender (ohne bestimmte Reihenfolge). Die Songs habe ich hierbei ein wenig ausgedehnt, weil es einfach sehr viele sehr gute Stücke gab (wie schon oben im Artikel beschrieben: 2013 war viel mehr ein Songjahr als ein Albumjahr)

effzetts 2013 top albums  &                     effzetts 2013 top 100 songs

Published Januar 1st, 2013

Alben des Jahres 2012

Besser spät als nie. So könnte man wohl meinen. Nachdem die meisten Jahresrückblicke ja mittlerweile schon im Herbst erscheinen (was bei den Printmedien im Zweifelsfall dennoch die Januar Ausgabe bedeutet), habe ich mich heuer für ein anderes Vorgehen entschieden, und das Jahr erst einmal zu Ende gehen lassen.

Das hat verschiedene Vorteile. Es kommt doch hier und da zum Jahresende noch ein Schmankerl nach. Was macht man damit, wenn der Text schon geschrieben und online ist?! Ergänzen? Blöd! Im nächsten Jahr berücksichtigen? Noch blöder! Weglassen? Am allerblödesten.

Meine Taktik hat sich zwar in keinster Weise auf den Jahressieger ausgewirkt (Django Django standen da schon lange fest), aber zum Beispiel Alt-J habe ich erst spät im Jahr entdeckt.

Interessant fand ich heuer auch die Bestenlisten der schreibenden Zunft. So unterschiedlich wie 2012 sind die meiner Meinung nach selten ausgefallen. Bis auf ein paar Gemeinsamkeiten (Frank Ocean war bei den meisten in den Top Ten) konnte man sich da nicht so recht auf die besten Alben einigen.

So wie im Vorjahr bei Adele so kam man in diesem Jahr wohl an Lana del Rey nicht vorbei. Mumford & Sons sowie Of Monsters And Men machten den Neo Folk mit feinen Alben endgültig salonfähig – auch das musste man berücksichtigen. Ansonsten gab es aber mit Alt-J, Sizarr, Tame Impala etc. eher Highlights jenseits des Mainstream.

Das Comeback des Jahres legten in meinen Augen Soundgarden hin. Ein schönes Stück Musik haben die Alt-Grounger da produziert – auch wenn sie sich danach mit ihrer erlesenen AMEX Club-Gig-Story ein wenig unbeliebt gemacht haben….

Django Django

Endlich, ein Jahrtausendwende-Revival! Die Popavantgardisten Django Django kommen aus betuchten Londoner Vororten und studieren in den vornehmen Vierteln Edinburghs. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum dürfte eine Menge Leute an die Hochzeit von Gruppen wie The Beta Band und Badly Drawn Boy erinnern. (Foto: David Drake) Wie alle guten britischen Bands lernten sich die vier Musiker 2008 an der Kunsthochschule Edinburgh kennen. Um dem langweiligen Luxusalltag zu entkommen, schlossen sie sich regelmäßig im Elternschlafzimmer von Bandleader David Maclean ein und machten Musik. Schon bald wurde klar, dass man nicht versuchen würde, den klassischen Britrock-Acts um Arctic Monkeys und Konsortien nachzueifern. England burnte ohnehin nicht mehr. Und die Jamsessions dauerten oft bis tief in die Nacht, gebaren dabei experimentelle, treibende Songs, von denen bereits 2009 zwei Stück auf die vielversprechende Doppel-A-Single “Storm/ Love’s Dart” geprägt wurden. Nun sollte die erste LP her. Mit dem abgeschlossenen Studium und ohnehin durch Eltern großzügig betreute Kontoauszüge im Rücken, durfte man die Sache locker angehen lassen. Die romantische Vorstellung vom verarmten Avantgardemusiker, der sich mit E-Gitarre, Phaser und Pedal in experimentelle Welten flüchtet, ist hier also fehl am Platz. Aber warum sollte diese Gelassenheit keine gute Musik gebären? (Quelle)

Alt-J

Der ungewöhnliche Bandname alt-J resultiert aus der Tastenkombination für das Delta-Symbol – vorausgesetzt man verwendet einem Mac mit UK-Tastaturbelegung … So ungewöhnlich wie der Name ist auch die Musik dieser außergewöhnlichen Band aus Leeds. Auch wenn sich Referenzen zu den Wild Beasts, Radiohead (zur “In Rainbows” Zeit) oder The XX anbieten, lassen sich alt-J grundsätzlich mit keiner dieser Bands in eine Schublade stecken. Und Umschreibungen wie “Folk-Step” oder “Nick Drake trifft Gangsta Rap” beschreiben nur im Ansatz den innovativen Sound dieser Band. Alt-J erforschen auf ihrem brillanten Debüt verschiedenste Klangwelten zwischen Folk, Hip Hop, Indie und Pop-Musik und klingen dabei erfrischend anders und zeitgemäßer als das meiste, was sich sonst so aktuell auf dem Musikmarkt tummelt. Jede Wette, dass alt-J zu den Newcomern des Jahres zählen werden. (Quelle)

Sizarr

Man sollte es sich mit dieser Band nie zu einfach machen. Man sollte nicht der Versuchung erlegen, Sizarrs biografischem Buzz mehr Aufmerksamkeit zu schenken als nach ihrem nun vorliegenden, phänomenalen Debüt überhaupt noch übrig sein kann. Klar, als das 2009 losging mit Sizarr, da waren Fabian (voc), Philipp (synths, voc) und Marc (drums, percussion) für die Reife der bald von ihnen zu erwartenden Musik erstaunlich jung. Und natürlich, wenn man sich diese Musik in einem Städtchen wie Landau ausdenkt, dann passiert das auf einem unverkennbaren Nebenschauplatz hiesiger Popkultur. (Quelle)

Soundgarden

Sie prägten eine ganze Generation von Fans, gewannen 2 Grammys, waren für insgesamt 7 nominiert und zählen mit 21 Millionen verkauften Alben zu den prägendsten Rockbands der Geschichte. Soundgarden haben Maßstäbe gesetzt und Musikgeschichte geschrieben als eine jener Bands aus Seattle, die mit ihrem Sound das Publikum rund um den Globus begeistern. Jetzt bricht eine neue Ära an, denn Soundgarden legen am 09. November, nach über 15 Jahren, ihr neues Studioalbum “King Animal” vor.

Das Songwriting und die Aufnahmen zu “King Animal” waren durch und durch eine Gemeinschaftsarbeit: Das Album ist explosiv und voller Facetten – von der ersten Single “Been Away Too Long” an, über das vor Energie berstende “Blood On The Valley Floor”, das düstere “Worse Dreams” oder das wehmütige “Halfway There” bis hin zu ganz anderen Sound-Landschaften u.a. mit starken Jazz-Einflüssen wie bei “Black Saturday”. Die Lyrics sind gewohnt scharfkantig, beleuchten zwischenmenschliche Beziehungen ebenso wie politische Verflechtungen oder auch die Ängste und die Verwundbarkeit des Elternseins. Soundgarden bleiben auch bei ihrem sechsten Studioalbum ihren Alternative Rock-Wurzeln treu und legen mit “King Animal” das nächste Kapitel ihrer Bandgeschichte vor.(Quelle)

Konzertmässig gab es sehr viele Highlights. Interessant war auch, dass ich 2012 bei 21 Konzerten an 12 verschiedenen Locations war. Das Verhältnis erscheint mir erstaunlich, da man sich sonst doch meist eher an den üblichen, verdächtigen Orten herumtreibt…

Herausheben muss man dieses Jahr auf jeden Fall das 59:1. Nicht nur weil es das letzte Jahr dieser wunderbaren Location war (das 59:1 schliesst im Januar 2013 seine Pforten), sondern auch weil mit LA DISPUTE und den RIVAL SONS gleich 2 herausragende Events hier stattfanden.

Auch das Backstage hat mit 2 prima Musikerlebnissen (Of Monsters And Men sowie Madsen) eine Erwähnung verdient.

Der Sieg geht allerdings – ähnlich wie bei den Longplayern – ins Atomic zu Django Django.

Auch dieses Jahr gab es wieder einen Event außer Konkurrenz: Das Auswärtspspiel in Berlin bei Pearl Jam.

 

Die komplette Liste:

La Dispute (59:1)

French Films (Atomic)

Clap Your Hands (Ampere)

Boy (Kongresshalle)

Snow Patrol (Zenith)

Black Stone Cherry (Backstage)

Noel Gallagher   (Tonhalle)

The Jezabels (Hansa 39)

The Undertones (Atomic)

Rock im Park    – Zepellinfeld

(Soundgarden, Hosen, Metallica, Mastodon, Rival Sons)

Pearl Jam (o2 World Berlin)

OMAM  (Backstage)

Pretty Things (Ampere)

Madsen (Backstage)

Absynthe Minded (Atomic)

Rival Sons (59:1)

Herbert Groenemeyer (Circus Krone)

Selig (Ampere)

Florence & The Machine (Zenith)

Django Django (Atomic)

Toten Hosen (Olyhalle)

 

Und dann gibts da noch diese Neuerung für alle Spotify Anwender: 

effzetts 2012 top albums  &                    effzetts 2012 top 50 songs

Published Dezember 27th, 2011

Alben des Jahres 2011

Ist es also mal wieder soweit. Das Musikjahr liegt in den letzten Zügen.

Zeit für einen kleinen Rückblick. Und auch wenn mittlerweile jede Pommesbude und jede Handarbeitszeitschrift ihre Platten des Jahres veröffentlicht: MIR DOCH EGAL!

Im Gegensatz zum Vorjahr gibt’s heuer keinen eindeutigen Sieger für mich. Die ersten 3 Plätze sind geradezu austauschbar und sehr stimmungsabhängig. Zudem sind das Alben, die in den wenigsten Bestenlisten der Mitbewerber auftauchen. Unverständlich genug.

Dafür haben es bei mir die Lieblinge der Kritiker (PJ Harvey, Wilco,…) nur auf die nachfolgenden Plätze geschafft.

Ein Album, dem ich bis vor kurzer Zeit einfach nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt hatte, musste kurz vor “Redaktionsschluss” noch unbedingt untergebracht werden. Das ging gar nicht anders. “Ja, Panik” haben da ein unglaubliches Ding rausgehauen – und so musste ich die Liste kurzentschlossen ein wenig erweitern… Kann ja nix nützen…

Ansonsten gilt zu bemerken:

-          viel deutsch (Bosse, Ja Panik, Frevert und Ullmann)

-          etwas Mainstream (an Adele kam ich nicht vorbei…)

-          erstmals eine “Best of” (quasi Hommage ans Gesamtwerk von R.E.M.)

-          wenig hartes Zeug (Mastodon, evtl. Rival Sons und  Social Distortion)

-          eine Trotznominierung (Glasvegas haben sie ALLE schlecht geredet)

In diesem Sinne: Ein frohes neues Jahr!!

no images were found

Wie gut verträgt sich Professionalität mit Dilettantismus? Im Falle von Hysterical” glückt das Experiment dank des unverwechselbaren Sounds von Clap Your Hands Say Yeah. Foto: Pieter van Hattem Da ist sie wieder, wie aus dem Nichts: diese Stimme, bei der man sich nie sicher sein kann, ob sie nach quälend langgezogenen, schiefen Tönen nicht noch einmal eine Oktave höher oder tiefer kippt. Unverwechselbar, was Alec Ounsworth da ins Mikrofon leiert. Damals, im Jahr 2006, als Clap Your Hands Say Yeah ihr selbstbetiteltes Debüt aus dem Keller ans Licht zerrten und über die schon damals nicht mehr neue Kommunikationsplattform namens Internet verbreiteten, jubelte die versammelte Indie-Anti-Hipster-Community über diese charmante Unvollkommenheit. Ein Selfmade-Album, das dem Anspruch des Independent wahrhaft gerecht wurde; Musik, die sich stets dann dem Zugang verweigerte, wenn man glaubte, die lieblichst spinnerte Melodie der letzten Jahre gehört zu haben: die Truppe aus Brooklyn wusste, wie man Arcade Fire das Orchestrale, Wolf Parade die überdrehte Hektik und Modest Mouse die Düsternis austreibt. Das Ergebnis war Indie-Rock, wie er lange davor und danach nicht mehr in dieser Reinkultur praktiziert wurde. (mehr)

no images were found

Einfach nur schöne Momentaufnahmen vom Leben – unspektakulär, grundsympathisch, freundlich und gut hörbar. In aller Unaufgeregtheit hat sich Bosse in den immerhin schon acht Jahren Solo-Existenz und mit drei Alben ein solides Fundament ständig wachsender Aufmerksamkeit gebaut. Spätestens mit dem 2009er Mini-Hit „Liebe ist leise“ und der electroiden Oliver-Koletzki-Kooperation „U-Bahn“ gelangen dem Braunschweiger denn auch zwei Hinhörer, die den Weg zum aktuellen, dem vierten, Album schonmal aufgezeigt haben. „Weit weg“, die aktuelle Vorabsingle bündelt punktgenau, was an Bosse gefallen kann: Es ist eine ganz eindeutig Popradio-taugliche Nummer, auf sehr clevere Weise zwischen Singer/Songwriter-Sympathie, Deutschrock-Direktheit und sphärisch unterfütterter Tanzbarkeit angelegt; man kann diesen Song nicht wirklich schlecht finden, es sei denn, man lehnt jegliche auf Konsens angelegte Popmusik mit Mehrheitspotenzial sowieso ab. Was Bosse indes von der Masse des Popradio-tauglichen abhebt: Man glaubt ihm prompt, dass er diesen Effekt der Mehrheitsverträglichkeit nicht durch kühle Kalkulation erreicht oder dadurch, dass er das Niveau tiefer anlegt. Bosse-Songs sind hörbar in einem guten Sinne. Sie sind unprätentiös, die Arbeit an ihnen setzt nicht auf Effekte, sondern auf Inhalte. Textlich und musikalisch. (mehr)

no images were found

Unangepasst lärmender Mainstream-Rock — Kasabian geben sich auf Velociraptor!” gewohnt großspurig, liefern dafür aber wenig Gründe. “Velociraptor ist eine Gattung theropoder Dinosaurier aus der Gruppe der Dromaeosauridae, welche vor etwa 83 bis 71 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit lebte.” — Das vorangestellt, sollte alles zum Titel des neuen Kasabian-Albums gesagt worden sein, einen näheren Bezug zur Musik hat er nämlich nicht. Klingt eben cool. Dass sich das Quartett auf Pose und Selbstdarstellung versteht, sollte eh klar sein. Ein gewisser Hang zum Größenwahn ist britischer Pop-Musik zwar seit jeher nicht abzusprechen, Kasabian spielen sich in der Hinsicht aber schon sehr gekonnt in die Fachpresse. Auch im Vorfeld ihres neuen Albums sprach Gitarrist Pizzorno von einem modernen Klassiker, den die Band da zusammengezimmert habe. Die Herren wissen, wie man sich ins Gespräch bringt und da sie nun schon seit geraumer Zeit zur Speerspitze der pop-historischen Recycling-Maschinerie in Großbritannien gehören, ist die Erwartungshaltung dementsprechend hoch — weshalb sich “Velociraptor!” auch nicht lange mit Tiefstapeleien aufhält. Kasabian – “Days Are Forgotten” Nahtlos an ihr experimentell ausgerichtetes, letztes Werk “West Ryder Pauper Lunatic Asylum” anschließend, haben Kasabian mittlerweile auch die elektronische Unterfütterung wieder für sich entdeckt, die bereits im opulent startenden Opener “Let’s Roll Just Like We Used To” wie selbstverständlich neben Bläsern und Streichern Einzug hält. Doch zunächst eröffnet ein Gong die Spiele und Kasabian betreten großspurig die Arena: “So raise a glass to the one’s that have passed!” — Cheers, die Herren! Die Single “Days Are Forgotten” sattelt dann unverblümt Led Zeppelin-Gesang auf Dance-Groove und U2-Gitarren, womit gleich mal umrissen wäre, woher die Inspiration für den Band-Sound stammt: nämlich aus allen Quellen, die auch nur irgendwie anzuzapfen wären. (mehr)

no images were found

Zehn Tage lang hat sich die Gruppe Ja, Panik für ihr viertes Album mit Produzent Moses Schneider in ein Studio eingesperrt, um dort live mit einer unfassbaren Intensität ein episches Album einzuspielen, das mindestens den bisherigen Höhepunkt dieser noch so jungen Ausnahmeband darstellt. Und nur selten wurde die Bedeutung eines Titels schon im Vorfeld einer Plattenveröffentlichung so diskutiert, wie es bei DMD KIU LIDT der Fall ist. Aber spätestens wenn Sie das Titelstück gehört haben, in dem uns DMD KIU LIDT erscheint wie ein auf sich alles reimendes Schlumpfwort aus Himmel und Hölle, ja spätestens dann stellt sich garantiert nicht mehr die Frage nach der Bedeutung, sondern nur noch nach dem was bleibt. Vielleicht ist es Andreas Spechtl und seiner Band Ja, Panik auch nur deshalb gelungen, sich aus der einst noch so verkopften Zitaten- und Referenzhölle zwischen Dylan (international) und Falco (national) zu befreien, weil man einen Titel gewählt hat, den es so noch nie gegeben hat und auch wohl nie wieder geben wird: Ein unbewohntes Fleckchen Erde, ein undefinierter Raum. Man mag hierin zwar Spuren der Zivilisation von Walter Benjamin, Billy Wilder, Mick Jagger, Bryan Ferry, Chris Korda, John Cale oder Billy Bragg finden, aber nichts desto trotz ist DMD KIU LIDT das eigenständigste, poetischste, ja modernste Rock&Roll-Album, an dem sich die deutsche Sprache jemals beteiligen durfte. (mehr)

Konzerte des Jahres:

Ebenso wie bei den Platten des Jahres war die Auswahl diesmal extrem schwierig.

Eine Vielzahl toller Clubkonzerte – besonders im geliebten Atomic Cafe – kamen in die nähere Auswahl. Pardon Ms. Arden, Crookes, Rifles und Glasvegas waren grossartig. Dazu ein fantastischer Auftritt der Queens of the Stone Age in der Tonhalle. Ein wenig unerwartet fuer mich auch die tolle Performance von Adele im Kesselhaus. Im Herbst nur ganz knapp aus der Wertung gefallen sind Volbeat, die Drums und Bombay Bicycle Club.

Aber nun zur Wertung:

Frühling:            Glasvegas, Manchester Academy

.                         (dieses Auswärtsspiel verdient Erwähnung)

Sommer:            Rock im Park (1.Festival Ü40 verdient Erwähnung)

Herbst:              Kasabian in der Theaterfabrik (verdienen prinzipiell Erwähnung)

Winter:              Bosse in der Theaterfabrik

.                         (die Performance von Aki verdient mehr als Erwähnung)

Ausserdem gab es natürlich noch ein weiteres Highlight, das aber aufgrund seiner “etwas anderen Art” einen Sonderstatus einnimmt. KRAFTWERK in der Alten Kongresshalle war ein echtes Erlebnis, und erhält seinerseits hier die überfällige Erwähnung.

Published Januar 6th, 2011

Alben des Jahres 2010

no images were found

Arcade Fire: The Suburbs

Arcade Fire untermauern mit The Suburbs ihre Stellung als eine der wichtigsten und aufregendsten Bands des neuen Millenniums. Im Vorfeld zum Entstehen ihres dritten Album reiste das songschreibende Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne in die Suburbs von Huston in Texas, wo der Arcade-Fire-Sänger mit seinem Bruder und Bassisten William in The Woodlands aufwuchs. Die amerikanischen Vororte gelten als Sinnbild der (Spieß-) Bürgerlichkeit, dem gesellschaftskonformen und komfortablen Leben im abgesicherten Modus, der Langeweile, einer weitgehend problemfreien und unschuldigen Kindheit, die Angst sie zu verlieren. Das nun erwachsene Paar blickt also mit Abstand auf die Jugend zurück, zumal auch Régine – die Tochter haitianischer Auswanderer – in einem Vorort von Montreal aufwuchs. Die Verarbeitung der Vergangenheit, der Blick auf die teilweise massive Veränderung vertrauter Bilder führt die siebenköpfigen Arcade Fire auch musikalisch zurück.. (mehr)

no images were found


Vampire Weekend: Contra

Weltmusik, Ivy-League, Pullunder – Mann sind die uncool! Oder eben nicht.
Mit ihrem Zweitwerk “Contra” setzen Vampire Weekend die Redefinition des breitenwirksamen Rockfaktors von eigentlich megaödem Kultur-Schnick Schnack fort, ohne vom eingeschlagenen Weg abzuweichen.
Die Popkultur-Fundstücke, derer sich Vampire Weekend bedienen, um den eigenen Sound zusammen zu schustern sind sicher nicht aus der Rock’n'Roll Hall Of Fame ausgeliehen. Bevor die Band aus New York vor etwas über einem Jahr ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichte, fandet ihr doch alle Paul Simon so was von doof, oder? Die Musiklehrer-Ikone mit dem Hang zum Kulturimperialismus war in Styler-Kreisen ein ähnlich rotes Tuch wie Roland Kaiser und der Konsum seiner Platten wurde – wenn überhaupt – als Beispiel für die eigene Fähigkeit zur Ironie angeführt. Call Me Al, Baby. (mehr)

no images were found

Grinderman: Grinderman 2

Wer das Glück hatte, Birthday Party oder die frühen Bad Seeds live zu erleben, wird sich definitiv daran erinnern, welche Aggressivität, Energie und Bedrohlichkeit vom jungen Nick Cave ausging. Im Laufe seiner Karriere ging dem in Brighton lebenden Australier einiges davon verloren, vielleicht auch, weil die Drogen verschwunden waren und das Leben geordnete Bahnen nahm. Zuletzt klangen viele Nick-Cave-Alben recht routiniert aber wenig inspiriert, nur in seinen Drehbüchern (The Proposition) und Romanen (The Death Of Bunny Munro lauerte überall das Böse. Mit Grinderman kehrte Nick Cave unter Mithilfe der drei gleichberechtigten Mitglieder Warren Ellis, Martin Casey und Jim Sclavunos von den Bad Seeds zu seinen Anfängen zurück. Der ganz große Überraschungseffekt geht auf Grinderman 2 nach dem selbstbetitelten Debüt fast zwangsläufig verloren gegangen, denn wer hätte 2007 mit so einem Keulenschlag gerechnet? Trotzdem handelt es sich beim Nachfolger um eine überdurchschnittliche, tief im Blues getränkte Rockplatte. (mehr)

Auf den Plätzen (alphab.):

  

 

Übriggebliebende Highlights aus dem Vorjahr:

 

Bombay Bicycle Club: I had the Blues,but I shook them loose

Es spricht einiges dafür, dass die Indiepop-Band Bombay Bicyle Club demnächst noch richtig groß raus kommen könnte. Ihr Debütalbum zeigt auf jeden Fall, welches Potenzial in ihnen steckt.
In ihrer kurzen Bandgeschichte haben Sänger Jack Steadman und seine drei Jugendfreunde schon Einiges erreicht. 2006 konnten sie den “Road To V”-Wettbewerb für sich entscheiden und sich damit einen Auftritt beim englischen V Festival sichern. Eine weitere Auszeichnung war, dass sie Jim Abbiss überzeugen konnten, ihre Platte zu produzieren. Immerhin hat der Studioveteran schon unter anderem den Arctic Monkeys, Kasabian und Adele zum Durchbruch verholfen.
Trotzdem ist das instrumentale Intro “Emergency Contraception Blues” erst einmal eher unspektakulär. Dafür rockt “Evening/Morning” ordentlich, um den jugendlichen Liebesschwur nach dem Aufwachen zu untermalen: “I am ready to owe you anything.”

(mehr)

 

Mumford & Sons: Sigh no More

Was haben Shakespeare und Folk-Rock gemeinsam? Die Antwort liefern vier britische Mittzwanziger mit einem 60er lastigen Debütalbum.
Mumford And Sons sind zwar ein britisches Quartett, klingen aber vielmehr wie ein Bündel 40-jährige Holzfäller aus dem Süden der USA. Eine Familienbande, die sich in der Mittagssonne fernab der Zivilisation an einer rustikalen Holzhütte die Sonne auf den Bauch scheinen lässt und mit Grashalm im Mund Banjo, Akustikgitarre und Kontrabass zupft. Wobei der nach Familie klingende Name trügt: Blutsverwandt sind die Briten nicht, sie vereint vielmehr die Liebe zu Sechziger-Folk gepaart mit Bluegrass und Country. (mehr)

 

Empire of the Sun: Walking on a Dream

Nicht erst seit man es in einschlägigen Werbespots hört…

Der australische Querkopf Luke Steele packt mehr Soul in einen Song als manch R’n'B-Act auf eine ganze Platte. Empire Of The Sun heißt sein neues Bandprojekt und liefert den eindrucksvollen Beweis.

Schon immer kreierte er Musik für denkende Menschen, die sich hinter ihren Gefühlen nicht verstecken. Nur schien der Zeitpunkt für Luke Steele und seine ehemalige Band The Sleepy Jacksons mehr als schlecht gewählt: Zu viel passierte 2006 im alternativen Rock-Bereich, so das ihnen niemand die nötige Aufmerksamkeit schenkte. Mit Empire Of The Sun wird es anders laufen.

Vor zwei Jahren zusammen mit dem hierzulande unbekannten Musiker Nick Littlemore als Kunstprojekt gegründet, sorgten schon die ersten Singles für Aufsehen: Der NME verpasste dem Duo das Prädikat “One of the best Newcomer 2009″ – und wer dem Debütalbum “Walking On A Dream” nur ein paar Minuten lauscht, wird merken, dass dies durchaus berechtigt ist. (mehr)

 

Konzerte des Jahres:

Frühling:  Bombay Bicycle Club im 59:1 (schönstes Clubkonzert)

Sommer:  U2 im Olympiastadion zu München (bestes Musikspektakel)

Herbst:  Arcade Fire im Zenith (wohl unterm Strich die Nummer 1)

Winter:  Sportfreunde Stiller im Zirkus Krone (perfekter Jahresabschluß)

Published Dezember 23rd, 2009

Alben des Jahres 2009

no images were found

Them Crooked Vultures: Them Crooked Vultures

Wir spielen so, wie andere es nicht können.” Der mit breiter Brust formulierte Satz sagt eigentlich alles. Die aktuelle Heilige Dreifaltigkeit harter RockmusikJosh Homme, Dave Grohl und John Paul Jones – schenkt der Anhängerschaft zwar keine neuen Genre-Gebote. Them Crooked Vultures spielten dennoch eine unverwechselbare Platte ein. Eine richtig gute noch dazu. (mehr)

no images were found

Kasabian: The West Ryder Pauper Lunatic Asylum

Die mit dem Albumtitel bezeichnete Klapse war seinerzeit die erste Einrichtung für sozial schwächer gestellte Menschen mit Dachschaden. Auf dem Cover mimen die Engländer, gehüllt in Gewänder mehr oder minder bekannter Personen, die Insassen. So glotzen uns Napoleon und ein x-beliebiger Geistlicher durch einen Spiegel an. Mit diesen Impersonifikationen vergleichbaren stilistischen Eklektizismus legen die Mannen um Hauptsongwriter Sergio Pizzone musikalisch an den Tag. (mehr)

no images were found

Pearl Jam: Backspacer

…”Backspacer” ist nun der lang erwartete Befreiungsschlag und klingt wie ein Tritt in den Unterleib der Ewiggestrigen (und des republikanischen Ex-Präsidenten). Vier Songs in zwölf Minuten, erst dann gibts passenderweise mit der Ballade “Just Breathe” Zeit zum Verschnaufen, gleichzeitig eine der schönsten Balladen seit Jahren, die schwer den Fingerpicking-Charme von Vedders Soloalbum atmet.(mehr)

Auf den Plätzen (alphabet.):

 

 

 

Übriggebliebende Highlights aus dem Vorjahr:

no images were found

The Gaslight Anthem: The ’59 Sound

“The ’59 Sound” ist das beeindruckende Zeugnis einer wachsenden Band, der man glücklicherweise beim Reifen zuhören darf. Brian Fallon, Alex Levine, Benny Horowitz und Alex Rosamilia haben nicht nur sich, sondern auch ihren Sound gefunden. Konstatierte ich vor Jahresfrist noch Ähnlichkeiten mit Social Distortion, hört man hier und da nun niemand Geringeren als den Boss durch.

Denn die Stücke auf dem Zweitwerk sind nicht einfach Punkrock mit poppigem Appeal, sie atmen den All American Spirit der Arbeiterklasse nach Bruce Springsteen, und, vielleicht am wichtigsten: Sie haben Seele. Jeder einzelne Song könnte ein nahe stehendes Familienmitglied sein, ein guter Freund, eine verloren geglaubte Liebschaft.

no images were found

Moke:  Shorland

Dass man beim Stichwort holländische Rockbands hierzulande eher früher als später an Within Temptation denkt, spricht nicht gerade für die Alternative Rock-Szene des Landes. Dabei gab es mit Krezip und Kane immer wieder Bands, die es auch jenseits der heimatlichen Grenzen zu beachtlichem Erfolg brachten.


2009 versuchen Moke in deren Fußstapfen zu treten. Mit einem Fürsprecher wie Paul Weller stehen die Zeichen dafür ziemlich gut. Der Modfather findet nicht nur Gefallen am stylishen, von Karl Lagerfeld (!) designten Outfit der fünf Musiker aus Amsterdam, sondern auch an deren Sound, was ein Aufkleber mit seinem Zitat “Fucking Smashing Tunes” auf dem Moke-Debüt “Shorland” verdeutlicht.

no images were found

Glasvegas: Glasvegas

Es war für Musikjournalisten im Januar 2009 eigentlich unmöglich, am Namen Glasvegas vorbei zu kommen. Zwar hatte bis eben noch kein Mensch irgendwas von den vier gehört, doch in so genannten “Sound of 2009″-Listen wurde einem das Debütalbum schon recht marktschreierisch um die Ohren gehauen.

 

Konzerte des Jahres:

Frühling:  Social Distortion (Special Guest The Gaslight Anthem) im Zenith

Sommer:  U2 im Olympiastadion zu Berlin

Herbst:  Kasabian in der Theaterfabrik

Winter:  Them Crooked Vultures im Zenith