Published Dezember 27th, 2011

Alben des Jahres 2011

Ist es also mal wieder soweit. Das Musikjahr liegt in den letzten Zügen.

Zeit für einen kleinen Rückblick. Und auch wenn mittlerweile jede Pommesbude und jede Handarbeitszeitschrift ihre Platten des Jahres veröffentlicht: MIR DOCH EGAL!

Im Gegensatz zum Vorjahr gibt’s heuer keinen eindeutigen Sieger für mich. Die ersten 3 Plätze sind geradezu austauschbar und sehr stimmungsabhängig. Zudem sind das Alben, die in den wenigsten Bestenlisten der Mitbewerber auftauchen. Unverständlich genug.

Dafür haben es bei mir die Lieblinge der Kritiker (PJ Harvey, Wilco,…) nur auf die nachfolgenden Plätze geschafft.

Ein Album, dem ich bis vor kurzer Zeit einfach nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt hatte, musste kurz vor “Redaktionsschluss” noch unbedingt untergebracht werden. Das ging gar nicht anders. “Ja, Panik” haben da ein unglaubliches Ding rausgehauen – und so musste ich die Liste kurzentschlossen ein wenig erweitern… Kann ja nix nützen…

Ansonsten gilt zu bemerken:

-          viel deutsch (Bosse, Ja Panik, Frevert und Ullmann)

-          etwas Mainstream (an Adele kam ich nicht vorbei…)

-          erstmals eine “Best of” (quasi Hommage ans Gesamtwerk von R.E.M.)

-          wenig hartes Zeug (Mastodon, evtl. Rival Sons und  Social Distortion)

-          eine Trotznominierung (Glasvegas haben sie ALLE schlecht geredet)

In diesem Sinne: Ein frohes neues Jahr!!

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Wie gut verträgt sich Professionalität mit Dilettantismus? Im Falle von Hysterical” glückt das Experiment dank des unverwechselbaren Sounds von Clap Your Hands Say Yeah. Foto: Pieter van Hattem Da ist sie wieder, wie aus dem Nichts: diese Stimme, bei der man sich nie sicher sein kann, ob sie nach quälend langgezogenen, schiefen Tönen nicht noch einmal eine Oktave höher oder tiefer kippt. Unverwechselbar, was Alec Ounsworth da ins Mikrofon leiert. Damals, im Jahr 2006, als Clap Your Hands Say Yeah ihr selbstbetiteltes Debüt aus dem Keller ans Licht zerrten und über die schon damals nicht mehr neue Kommunikationsplattform namens Internet verbreiteten, jubelte die versammelte Indie-Anti-Hipster-Community über diese charmante Unvollkommenheit. Ein Selfmade-Album, das dem Anspruch des Independent wahrhaft gerecht wurde; Musik, die sich stets dann dem Zugang verweigerte, wenn man glaubte, die lieblichst spinnerte Melodie der letzten Jahre gehört zu haben: die Truppe aus Brooklyn wusste, wie man Arcade Fire das Orchestrale, Wolf Parade die überdrehte Hektik und Modest Mouse die Düsternis austreibt. Das Ergebnis war Indie-Rock, wie er lange davor und danach nicht mehr in dieser Reinkultur praktiziert wurde. (mehr)

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Einfach nur schöne Momentaufnahmen vom Leben – unspektakulär, grundsympathisch, freundlich und gut hörbar. In aller Unaufgeregtheit hat sich Bosse in den immerhin schon acht Jahren Solo-Existenz und mit drei Alben ein solides Fundament ständig wachsender Aufmerksamkeit gebaut. Spätestens mit dem 2009er Mini-Hit „Liebe ist leise“ und der electroiden Oliver-Koletzki-Kooperation „U-Bahn“ gelangen dem Braunschweiger denn auch zwei Hinhörer, die den Weg zum aktuellen, dem vierten, Album schonmal aufgezeigt haben. „Weit weg“, die aktuelle Vorabsingle bündelt punktgenau, was an Bosse gefallen kann: Es ist eine ganz eindeutig Popradio-taugliche Nummer, auf sehr clevere Weise zwischen Singer/Songwriter-Sympathie, Deutschrock-Direktheit und sphärisch unterfütterter Tanzbarkeit angelegt; man kann diesen Song nicht wirklich schlecht finden, es sei denn, man lehnt jegliche auf Konsens angelegte Popmusik mit Mehrheitspotenzial sowieso ab. Was Bosse indes von der Masse des Popradio-tauglichen abhebt: Man glaubt ihm prompt, dass er diesen Effekt der Mehrheitsverträglichkeit nicht durch kühle Kalkulation erreicht oder dadurch, dass er das Niveau tiefer anlegt. Bosse-Songs sind hörbar in einem guten Sinne. Sie sind unprätentiös, die Arbeit an ihnen setzt nicht auf Effekte, sondern auf Inhalte. Textlich und musikalisch. (mehr)

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Unangepasst lärmender Mainstream-Rock — Kasabian geben sich auf Velociraptor!” gewohnt großspurig, liefern dafür aber wenig Gründe. “Velociraptor ist eine Gattung theropoder Dinosaurier aus der Gruppe der Dromaeosauridae, welche vor etwa 83 bis 71 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit lebte.” — Das vorangestellt, sollte alles zum Titel des neuen Kasabian-Albums gesagt worden sein, einen näheren Bezug zur Musik hat er nämlich nicht. Klingt eben cool. Dass sich das Quartett auf Pose und Selbstdarstellung versteht, sollte eh klar sein. Ein gewisser Hang zum Größenwahn ist britischer Pop-Musik zwar seit jeher nicht abzusprechen, Kasabian spielen sich in der Hinsicht aber schon sehr gekonnt in die Fachpresse. Auch im Vorfeld ihres neuen Albums sprach Gitarrist Pizzorno von einem modernen Klassiker, den die Band da zusammengezimmert habe. Die Herren wissen, wie man sich ins Gespräch bringt und da sie nun schon seit geraumer Zeit zur Speerspitze der pop-historischen Recycling-Maschinerie in Großbritannien gehören, ist die Erwartungshaltung dementsprechend hoch — weshalb sich “Velociraptor!” auch nicht lange mit Tiefstapeleien aufhält. Kasabian – “Days Are Forgotten” Nahtlos an ihr experimentell ausgerichtetes, letztes Werk “West Ryder Pauper Lunatic Asylum” anschließend, haben Kasabian mittlerweile auch die elektronische Unterfütterung wieder für sich entdeckt, die bereits im opulent startenden Opener “Let’s Roll Just Like We Used To” wie selbstverständlich neben Bläsern und Streichern Einzug hält. Doch zunächst eröffnet ein Gong die Spiele und Kasabian betreten großspurig die Arena: “So raise a glass to the one’s that have passed!” — Cheers, die Herren! Die Single “Days Are Forgotten” sattelt dann unverblümt Led Zeppelin-Gesang auf Dance-Groove und U2-Gitarren, womit gleich mal umrissen wäre, woher die Inspiration für den Band-Sound stammt: nämlich aus allen Quellen, die auch nur irgendwie anzuzapfen wären. (mehr)

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Zehn Tage lang hat sich die Gruppe Ja, Panik für ihr viertes Album mit Produzent Moses Schneider in ein Studio eingesperrt, um dort live mit einer unfassbaren Intensität ein episches Album einzuspielen, das mindestens den bisherigen Höhepunkt dieser noch so jungen Ausnahmeband darstellt. Und nur selten wurde die Bedeutung eines Titels schon im Vorfeld einer Plattenveröffentlichung so diskutiert, wie es bei DMD KIU LIDT der Fall ist. Aber spätestens wenn Sie das Titelstück gehört haben, in dem uns DMD KIU LIDT erscheint wie ein auf sich alles reimendes Schlumpfwort aus Himmel und Hölle, ja spätestens dann stellt sich garantiert nicht mehr die Frage nach der Bedeutung, sondern nur noch nach dem was bleibt. Vielleicht ist es Andreas Spechtl und seiner Band Ja, Panik auch nur deshalb gelungen, sich aus der einst noch so verkopften Zitaten- und Referenzhölle zwischen Dylan (international) und Falco (national) zu befreien, weil man einen Titel gewählt hat, den es so noch nie gegeben hat und auch wohl nie wieder geben wird: Ein unbewohntes Fleckchen Erde, ein undefinierter Raum. Man mag hierin zwar Spuren der Zivilisation von Walter Benjamin, Billy Wilder, Mick Jagger, Bryan Ferry, Chris Korda, John Cale oder Billy Bragg finden, aber nichts desto trotz ist DMD KIU LIDT das eigenständigste, poetischste, ja modernste Rock&Roll-Album, an dem sich die deutsche Sprache jemals beteiligen durfte. (mehr)

Konzerte des Jahres:

Ebenso wie bei den Platten des Jahres war die Auswahl diesmal extrem schwierig.

Eine Vielzahl toller Clubkonzerte – besonders im geliebten Atomic Cafe – kamen in die nähere Auswahl. Pardon Ms. Arden, Crookes, Rifles und Glasvegas waren grossartig. Dazu ein fantastischer Auftritt der Queens of the Stone Age in der Tonhalle. Ein wenig unerwartet fuer mich auch die tolle Performance von Adele im Kesselhaus. Im Herbst nur ganz knapp aus der Wertung gefallen sind Volbeat, die Drums und Bombay Bicycle Club.

Aber nun zur Wertung:

Frühling:            Glasvegas, Manchester Academy

.                         (dieses Auswärtsspiel verdient Erwähnung)

Sommer:            Rock im Park (1.Festival Ü40 verdient Erwähnung)

Herbst:              Kasabian in der Theaterfabrik (verdienen prinzipiell Erwähnung)

Winter:              Bosse in der Theaterfabrik

.                         (die Performance von Aki verdient mehr als Erwähnung)

Ausserdem gab es natürlich noch ein weiteres Highlight, das aber aufgrund seiner “etwas anderen Art” einen Sonderstatus einnimmt. KRAFTWERK in der Alten Kongresshalle war ein echtes Erlebnis, und erhält seinerseits hier die überfällige Erwähnung.

Published August 19th, 2011

Ignitiön live on Stage

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Published Juli 1st, 2011

Tosca 2011 Teil I

Wenn man lange Jahre angemessen antizyklisch verreist ist. Den hohen Verkehrsaufkommen dieser Welt ausweichen konnte. Den Ferienverkehr mied. Zu Zeiten in Urlaub fuhr, wenn andere arbeiteten. Dann hat man irgendwann fast vergessen, wie das ist: STAU. In diesem Jahr haben wir aus irgendwelchen Gründen die Pfingsferien bei unserer Planung voellig ignoriert, und so kommen wir endlich einmal wieder in den Genuss eines klassischen “Hinreiseverkehrs”.

Letztlich muss man aber sagen: Die ganze Chose erweist sich als halb so wild. Und relativ puenktlich kommen wir an unserer Zwischenstation in Suedtirol an, wo neben einer warmen Dusche, einem kuehlen Bier, einer vorzueglichen Pizza (oh weh, hier wird jedes Klischee bedient…) auch eine Horde langhaariger Zotteltiere aus den Highlands auf uns wartet. Leider ergibt eine spontane Ueberpruefung des Stammbaums keinerlei (durchaus naheliegenden) verwandtschaftlichen Beziehungen. Selbst in den Genuss von Strom kommen wir, nachdem ein Blitz in einen 100 Meter entfernten Baum es anscheinend fertig gebracht hatte, ein ganzes Viertel ueber mehrere Tage lahmzulegen. Im Norden Italiens ist sowas dann in ein paar Tagen behoben. In der Toskana haette es eine Woche laenger gedauert. In Neapel wuerden sie jetzt noch ueber die Zustaendigkeit streiten. OK, in Griechenland haetten sie es wahrscheinlich noch gar nicht bemerkt… Aber ich schweife ab…

 

Der naechste Tag verlaeuft relativ unspektakulaer. Kein Tankwart, der seine Benzinsorten nicht auseinanderhalten kann, oder aehnliche Vorkommnisse, stoeren unsere Weiterfahrt. Einzig die kinderfaustgrossen Hagelkoerner am Monte Sole- verbunden mit leichten Ueberschwemmungen- zwingen uns zu einer neuen Bestzeit im “Dachschliessen”.

 

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Die folgenden Tage auf der Fabbrica sind unspektakulaer und einfach nur schoen. Wir geniessen die besondere Stimmung, das gute Essen, das praemierte Olivenoel und den vorzueglichen Wein. Carpe Diem. Hier und da machen wir einen Abstecher nach Lucca. Alles kann – nichts muss -wie unser lieber Nachbar so gerne zu sagen pflegt. Und so vergeht die Zeit wie im Flug und am letzten Tag bringt es Guiseppe mit einem kleinen Satz auf den Punkt: But You have only been here one afternoon – it seems – right ?!

Nach dem Abschied von Giovanna, Giuseppe, meinem Freund Ikarus (der “Herr” in grau) und den anderen Bewohnern der Fabbrica (u.a. auch ein Cousin von Rex – nachweislich und ganz im Ernst) fahren wir einige Kilometer weiter suedlich, um von unserem zweiten Ausgangspunkt die Gegend zwischen Siena und Florenz unsicher zu machen. Doch davon mehr im zweiten Teil.

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Published Juni 7th, 2011

R.I.P. 2011

Rock im Park

Freitag, bestes Wetter, Social Distortion und “Open Air” auf der A9 – es läuft !!

Nach einer angenehmen Anreise komme ich im Lande der Franken an. Dort erwartet mich eine standesgemaesse Begruessung incl.  ”3 im Weckla” und einem Spalter- was will man mehr…?!

Entspannt geht’s zum Treffpunkt – wir liegen gut in der Zeit – einchecken in der Pension \m/  (absoluter Geheimtipp – aber dazu später mehr). Als Inhaber steht ein gewisser Fritz H. auf der Klingel. Nach einer weiteren Runde “angemessener Begruessungsrituale” nehmen wir langsam aber sicher den Aufbruch in Angriff.

Zum Festivalgelaende faehrt sichs am schoensten mit der Tram. Quer durch die Buscamper (grandiose Idee das Parkett incl. Biergarnitur AUF den Bus zu montieren…) geht’s zur Centerstage. Sofort sind wir mittendrin statt nur dabei. Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein spielen die KOOKS zur Einstimmung auf – gute Laune Musik aus Brighton und feinste Stimmung am Becksstand (hier laesst man uns leider keine Wahl…)

Weiter zur Alterna Stage – auch hier ergattern wir ob der humanen Zeit einen prima Platz, aber IN FLAMES reisst uns alle nicht vom Hocker. Auch DISTURBED ist  nicht wirklich schlecht -aber auch nicht wirklich überzeugend. Auch wenn sie vermeintlich zu den erfolgreichsten Metalbands dieser Zeit gehoeren. Um das Publikum wirklich zu begeistern, muessen sie denn doch auf ein – zugegeben sehr gelungenes – Cover von “Land of Confusion” zurueckgreifen.

Zurück zur Center-Stage und gemaessigteren Tönen: COLDPLAY melden sich nach ein wenig Abstinenz mit einem feinen Auftritt zurueck. Aber in etwa nach 2/3 des Sets marschieren wir zurück zur Alterna und zu KORN (klingt nach Stress – ist aber aufgrund der kurzen Wege recht entspannt- auch wenn der Zeitplan uns hier zum ersten Mal ein wenig nervt…). KORN liefern eine Performance ab, die sogar mich als Skeptiker wirklich ueberzeugt.

Weils grad so schön is, bleiben wir noch ein wenig bei der Alterna Stage und schauen was ROB ZOMBIE so treibt. Im Nachhinein haetten wir aber wohl besser bereits hier den Weg zur Clubstage eingeschlagen und BONAPARTE angeschaut – Rob Zombie ist jetzt nicht so der Reißer: Die Musik haut mich nicht um und die Maskerade wirkt auch ein wenig überholt…

Zum Abschluss des ersten Tages gibt’s STEREO MCs – das ist jetzt nicht wirklich eine Band, wie man sie sonst auf einem Rockfestival findet. Vielmehr waren es ursprünglich lediglich ein Sänger und ein DJ, zu denen sich später noch ein fester Drummer und eine Sängerin gesellt haben. Wie auch immer, ich finde den Auftritt klasse, auch wenn nicht alle Teilnehmer meiner Meinung sind. 

Und jetzt kommt der kleine Luxus, den man sich mit 40 auf einem Rockfestival einfach gönnen darf (Puristen bitte wegschauen): Mit dem Taxi “nach hause” fahren, in einem Bett schlafen, und am nächsten Morgen ausgiebig und heiß duschen!!

Womit wir bei Tag 2 sind.

Nach einem kleinen Sit-In auf der wunderschönen Terrasse der Pension \m/ geht es nahtlos über zum fantastischen Fruehstuecksbuffet mit frisch gegrillten, fraenkischen Bratwürsten und Kaltgetraenken vom schönen Tegernsee. Also diese Pension \m/…Wirklich: Allerfeinst !!

Mittags ist dann Aufbruch zum Festivalgelaende – mit der Trambahn – immer noch herrlich !!

Auf dem Programm steht MASTODON – sicherlich nicht jedermanns Sache !!  Rein optisch sprechen wir auf den ersten Blick von gefuehlten 150 jahren Knast auf der Buehne – und da haben wir bislang nur den Gitarristen gesehen….

Handwerklich sprechen wir von feinstem, anspruchsvollem Metal – und nicht umsonst haben die Jungs 2007 einen Grammy fuer die beste Metal Pervormance bekommen…

MILLENCOLIN dient ein wenig zur Ueberbrueckung – die machen durchaus Spass, auch wenn sie nicht so richtig mitreissen können. 

Noch ein wenig enttaeuschender verlaeuft leider die von mir persoenlich mit Hochspannung erwartete Performance von DUFF MCKAGANS LOADED – Slashs alter Mitstreiter versucht sich mal wieder als Frontman und muss sich leider sagen lassen: Junge, es laesst sich nicht erzwingen… Da nützt auch das 412te “C’mon Motherf_ckers” nichts…

Bei der Rueckkehr zur Centerstage erleben wir die letzten Stuecke von AVENGED SEVENFOLD,

die fuer diese Tageszeit (es ist gerade mal 17.00 Uhr) ein knackiges Feuerwerk ( im wahrsten Sinne des Wortes) auf der Bühne abbrennen.

Ein weiteres Highlight des Wochenendes kuendigt sich aus Daenemark an: VOLBEAT!

Ich weiss nicht wer den Kameraden den Sound versaut hat- man moege ihn am hoechsten Lichtmast aufhaengen – aber selbst damit konnte die Performance nur unwesentlich geschmaehlert werden!

Grossartig!!

Weiter geht’s mit einem nationalen Hochgenuss: die BEATSTEAKS aus Berlin geben maechtig Gas, machen richtig fein Stimmung, und setzen (dank des besseren Sounds) eine neue Benchmark .

Tja, und jetzt kommen wir zu einem komischen Kapitel. Fuer viele war es das grösste Ereignis des Wochenendes, fuer mich war es zumindest die grösste Ueberraschung. Niemals haette ich mir vorstellen koennen, dass 50 000 Menschen in Franken (also quasi noch in Mitteleuropa) zu armenischer Volksmusik singen, die begleitet von aggressiven Gitarrenparts eine alles andere als eingaengige Mischung bildet. SYSTEM OF A DOWN legen einen unvorstellbaren Auftritt hin. Auch wenns mir nach der Haelfte langt – 49998 haben offensichtlich noch lange nicht genug – fair enough.

Ein wenig schade ist letztlich nur, dass die plötzlich auftauchende Muedigkeit bei “SISSDEM” die Motivation zum Besuch des AND YOU WILL KNOW US… Auftrittes raubt. Aber gut…

Nach einer angemessenen Mütze Schlaf in der grossartigen Pension \m/, die auch durch später heimkehrende Mitbewohner und deren Spontanparty nicht sabotiert wird, kann es am Sonntagmorgen weitergehen zu neuen Taten. 

Nicht zu uebersehen: Tag 3 beginnt.

Das Wurschtbuffet gestaltet sich heute etwas experimentieller. Anstatt der klassischen, Fränkischen vom Grill gibt’s heuer eher einen Workshop. Gemeinsam mit dem fantastischen Gastgeber (überhaupt kann man die Herbergseltern in der Pension \m/ ja gar nicht genug loben…). Gemeinsam mit dem Gastgeber also bereiten wir eine Currysauce zu, die selbst in Bombay und Bochum ihresgleichen sucht. Im Duett mit feinen Kartoffelstaebchen aus dem Tandoor – naja, aus dem Ofen halt – ist somit für ein weiteres kulinarisches Dings gesorgt.

Musikalisch wird es dann am Nachmittag wieder interessant mit WE ARE SCIENTISTS, die ihre Musik gerne als – und hier moechte ich gerne Wikipedia zitieren- “einen Rennwagen, der in eine riesige Torte rast” bezeichnet. Sie sei “aufregend, suess und etwas zermatscht”. Hat je eine Band ein faszinierenderes Statement ueber sich selbst abgegeben…?!

Die PLAIN WHITE Ts nehmen wir mit, weil sich vor den naechsten Acts auf der Centerstage ein Umzug an sich nicht lohnt. Auf die Gefahr hin, dass ich mich an dieser Stelle wiederhole. Sie tun halt keinem weh… Fuer meinen Geschmack etwas zu radiokompatibel. Aber es koennte schlimmer kommen. (An dieser Stelle male ich mir Nickelback aus und finde die Plain White T’s auf einmal gar nicht mehr so schlecht…).

Aber das alles ist eh nur Vorgeplaenkel auf das was nun kommt. Erst einmal betreten THE GASLIGHT ANTHEM die Buehne. Die sind nicht mehr ganz so druckvoll wie noch vor einiger Zeit. Und man kann nur hoffen, dass sie sich nicht zu sehr in die Mainstreamrichtung ziehen lassen. Aber sie bieten noch immer eine extrem sympathische Rockperformance. Nach eigenen Angaben orientiert sich ihre Musik sowohl an Bruce Springsteen (mit dem sie mittlerweile auch schon hier und da gemeinsam auf der Buehne standen) als auch an diversen amerikanischen Punkrockbands. Noch immer eine feine Mischung.

Einer ihrer Vorbilder duerfte gleich im Anschluss auf der Buehne stehen. Doch vorher nutze ich die Umbaupause um mir ein wenig SELIG auf der Alterna anzuschauen. Ich hab zwar nur fuer ne handvoll Songs Zeit, doch die sind mal wieder sehr überzeugend, Sie habens nicht verlernt und dürften auf jedem Festival gern gesehene Gäste sein. Gerne würde ich noch ein wenig bleiben, aber auch hier macht mir der Plan einen fetten Strich durch die Rechnung. Und auf der Centerstag kommen wir nun zu einem “PRIO 1 Event”.

Mike Ness und SOCIAL DISTORTION geben sich die Ehre, und selbst wenn der Auftritt verglichen zu Hallenkonzerten etwas unspektakulaer verlaeuft, so ist das doch mein persoenliches Highlight.

Social Distortion bringen mit ihrem unverwechselbaren Stil eine faszinierende Präsenz und einen fantastischen Druck auf die Buehne, wovon viele andere Bands nur träumen koennen. Auch wenn Mike Ness trotz seiner 1000 Tattoos mittlerweile etwas reifer und ruhiger wirkt (immerhin ist es erst 5 Jahre her, dass er wegen eines beim Skateboarden gebrochenen Handgelenkes 45jaehrig eine Tour absagen musste), auch wenn seine Vorliebe fuer gute Countrysongs immer oefter hervortritt. Mike Ness ist und bleibt ein Unikum.

Was nun kommt ist der Fesival GAU: 3 Bühnen mit 3 Acts die wir sehen wollen.

WOLFMOTHER (Alterna), MANDO DIAO (Center) und BLACK STONE CHERRY (Clubstage)Gepackt von einem ploetzlichen Energyschub (die zweite Luft – oder war es die dritte…?!) beschliesse ich einen astreinen Endspurt einzuleiten und schaue mir 20 Minuten von jeder Band an.

Dabei bleibt zu sagen: WOLFMOTHER bieten das erwartete musikalische Schmankerl – auch wenn ich mit dem Kameraden nicht unter einem Dach wohnen moechte. MANDO DIAO bieten einen feinen Auftritt auf der Centerstage – auch wenn ich sie mir noch immer in die Tonhalle zurueckwuensche.

Das eigentliche Highlight des “Timetable GAU Trios” aber sind BLACK STONE CHERRY: Man stelle sich die fruehen Guns’n'Roses vor  – mit einem Axl Rose NACH dem Stimmbruch – here we are !! Das macht Spass !!

Den angemessenen Abschluss eines fantastischen Wochenendes bilden KINGS OF LEON.

Es ist ja immer so eine Sache, wenn man eine Band vor nicht allzu langer Zeit in der Halle gesehen hat, und sie nun beim Open Air Spektakel vor sich sieht. Aber KOL machen ihre Sache ganz vorzueglich. Einen besseren Abschluss kann man sich kaum vorstellen.

Aufgrund der längeren Heimreise lassen wir die Zugaben sausen – eigentlich um dem Mörderstau zu entgehen – und machen damit im nachhinein aber sowas von alles richtig. Denn mit den Zugaben kommt der Regen. Wolkenbruch. Weltuntergang. Er erwischt uns 200 Meter vor dem Auto und wir werden trotzdem patschnass. Aber was solls: DAS haette sicherlich schlimmer kommen koennen…

Wie man spaeter erfaehrt, musste der Rausschmeisser DEADMAU5 aufgrund des Unwetters abgebrochen werden…

Was bleibt:

  •  Erinnerungen an ein nahezu perfektes Wochenende.
  •  Ein herzlicher Dank an die fantastischen Gastgeber der Pension \m/ .
  •  Ein gut gemeinter Hinweis an alle scheidenden Junggesellen: Nein, Männer in Hasenkostümen sind NICHT witzig !! Auch bzw. schon gar nicht beim Rockfestival!!
  • Das Erfolgserlebnis, es geschafft zu haben, als einziger auf dem Festivalgelände NICHT mit BEMBERS fotografiert worden zu sein.

DIBBDOBB!

Servus!

Published Mai 26th, 2011

Berlin, Berlin, wir waren in Berlin…!!

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Donnerstag Nachmittag: Tasche einladen, Dach aufreissen, Musik aufdrehen –ab nach Berlin.

Mit Bosse,  den Crookes und Glasvegas verkürzen wir uns eine unspektakuläre Fahrt in die Bundeshauptstadt.

Einchecken im Art’otel zu Charlottenburg. Das Hotel ist, solange man nicht an Paranoia leidet, durchaus zu empfehlen. Ansonsten könnte man sich nach einer Weile von Andy Warhol verfolgt und beobachtet fühlen…

Leider kann ich Frau Zeininger nicht mehr zu einem spontanen Konzertbesuch bewegen – dabei hatte ich mir das mit den Rifles in einem Kreuzberger Club so nett ausgedacht – aber ich will sie ja auch nicht überfordern… Stattdessen suchen wir einen altbewährten Vietnamesen am Savignyplatz auf. Das Essen in dem Laden ist großartig. Der einzige Nachteil ist, dass man auf einer Fläche für 20 Tische mal eben 40 plaziert. Aber mit dieser Unart sind sie ja nicht alleine auf der Welt. Und bei den Charlottenburger Mieten kann man es ja auch ein Stück weit verstehen. So kommen wir zu dieser klassischen Situation: Man sitzt am Tisch, versucht sich ungestört zu unterhalten, und je mehr man es zu ignorieren versucht, umso mehr verfolgt man auch das Gespräch am Nachbartisch.

Da referiert ein Mensch eine geschlage Stunde darüber, wie gut seine frisch gereinigten, teuren Anzüge riechen, wenn er sie aus der Folie reisst… eine ganze Stunde. Sein weibliches Gegenüber ist -nach anfänglicher Abstinenz- mittlerweile beim dritten Mai Thai angekommen. Er zieht den Spannungsbogen geschickt zu seiner angestrebten Rechnungswesenfortbildung (ich zitiere: Basejumping klingt vielleicht spannender, aber dieser Kurs bringt mich beruflich ECHT weiter…).

Die Dame seiner Wahl bestellt einen neuen Cocktail ehe unser Held zurück zu seinem Lieblingsthema kommt… Wir gehen dann irgendwann, deshalb kann ich vom Ausgang dieser Geschichte nicht berichten. Das Letzte was ich beim Verlassen des Lokals höre ist “Anzug” und “noch ein Mai Thai, bitte…”

Freitag ist ausschlafen angesagt – gefolgt von einem netten Kaffee am Ludwigkirchplatz.

Ein wenig bummeln durch Charlottenburg. Spontaner Besuch der Herb Ritts Ausstellung bei Camera Work auf der Kantstrasse (hier landen wir irgendwie IMMER, wenn wir in Berlin sind… toller Laden !!).

Wir streunen weiter zum Optiker unseres Vertrauens (es gibt schon ein paar Dinge, fuer die sich ein Berlintrip lohnt, ja, doch…)

Ein wenig hungrig landen wir bei Spice India in der Uhlandstrasse zum ordnungsgemaessen Curry Test. Wir stellen fest: Den nehmen wir in unsere Liste auf – saustark !!

Wir lassen uns durch “Mitte” treiben.

Die vorherrschenden Farben sind mehr und mehr Blau und Weiss. In einem Sandwichladen entdecke ich grossartige Dinge: Einen Kuehlschrank mit Tegernseer Spezial. Wer kann dazu schon “nein” sagen ?!

Und da der Mensch nicht vom Curry allein lebt, verbingen wir den Abend beim wunderschoenen “Thai Inside“.

 Samstag ist ausschlafen angesagt (Deja Vu) ehe wir zu einem lustigen Termin der etwas anderen Art aufbrechen: Bei unserem letzten Aufenthalt in Berlin haben wir ein extrem nettes Fotostudio gefunden.

Und da mein Reisepass gerade “am ab am laufen” ist… Ein Souvenir der anderen Art.

Langsam macht sich Nervoesitaet breit und wir schlendern ueber den Ku’damm Richtung Gedaechtniskirche. Schon von weit her hoeren wir es: “Koenigsblauer Ess Null Vier…” Zur Mittagszeit haben sich hier bereits ca. 10 000 Schalker zum Fanfest vom Hauptsponsor eingefunden. Volksfeststimmung.

Hierdurch angemessen eingestimmt geht’s noch einmal zurueck ins Hotel: Ruestzeug anlegen !!

Nach einer kleinen Staerkung (also dieser Inder…) geht’s weiter zum Treffpunkt – irgendwo im Gestruepp – noch hinter dem Olympiastadion liegt die Waldschaenke.

Hier treffen wir auf einen Haufen Bekannte, auf ebensoviele noch Unbekannte, auf jede Menge Schultheiss, auf Currywurst ohne Ende und auf Kraenze voller Kuemmerling … Irgendwann geht’s los zum Stadion. Jetzt hilft auch die ganze Ablenkung kaum noch. Ich fuehle mich, als muesste ich selbst spielen…

Vorbei am Marathon-Tor marschieren wir Richtung Gegentribuene und nehmen unsere Plaetze ein. Was fuer eine Stimmung. Wir hatten ja schon viel von der besonderen Atmosphaere bem Pokalfinale gehoert, aber die Wirklichkeit uebertrifft alle Vorstellungen. Unglaublich ! Irre !! Ganz besonders !!!

Einen detaillierten Spielbericht erspare ich Euch an dieser Stelle. Nach einem holprigen Beginn hat Schalke das Ding ziemlich souveraen nach hause geschaukelt.

JA, OK: WIR HABEN DIE ZEBRAS VOM PLATZ GEFEGT ! ZURUECK IN DEN ZOO !!

Wie auch immer: Die Emotionen gegen Ende des Spiels, beim Abpfiff und auch danach, kann nur nachvollziehen :

  1. wer ein echter Fussballfan ist (somit sind auch ca. 70% der Bayernanhaenger raus…sorry)
  2. wer schon einmal im Stadion einen Titel gewonnen hat, den man ihm einige Minuten spaeter wieder weggenommen hat (ja, ich war am 19.05.2001 im Parkstadion dabei…)

 

Irgendwann geht’s weiter zu einem eher gemuetlichen Ausklang. Runterkommen. Verarbeiten.

So ganz zu Ende sind die Feierlichkeiten jedoch noch nicht. Auf unserem Heimweg, den wir zu vorgerueckter Stunde zu Fuss antreten (so gross kann dieses – aehm – Dings – aehm – Berlin – ja nicht sein…) stossen wir nach einer Weile wieder auf den Ku’damm. Und da ist es wieder: ein Volksfest in Blau und Weiss !! Im Stadion waren schaetzungsweise 30 000 Schalker. Und nun hat man den Eindruck, sie waeren ALLE vom Stadion hierher zum feiern gekommen. Wahnsinn. An einigen Stellen kommt man sich vor wie sonntags auf der Wiesn: Kaum ein Durchkommen !!

Sonntag ist ausschlafen angesagt (das hammer uns jetzt aber auch verdient…).

Nach einem gemuetlichen Fruehstueck am Ludwigkirchplatz in der Sonne ist Aufbruch.

Doch der Aufbruch gestaltet sich schwieriger als geplant: Bedingt durch die Berliner Autofahrer, das Radrennen, die Berliner Autofahrer, die Baustellen, die Berliner Autofahrer, den Sonntagsstau und die Berliner Autofahrer brauchen wir geschlagene 90 Minuten, bis wir endlich aus dem Stadtgebiet herausfahren. 5 Stunden spaeter sind wir zu hause: K.O. – aber gluecklich.

PS: Vielen, vielen Dank an den/die Menschen, die uns das ermoeglicht haben. Besonders einem ganz feinen Kerl in Berlin moechten wir danken, der uns -nicht erst an diesem Wochenende- sehr ans Herz gewachsen ist !