November 13th, 2013

Brooklyn Diaries Pt. III

 

Am 4. Tag werfen grosse Ereignisse ihre Schatten voraus: Dank der so oft verteufelten sozialen Netzwerke (und einer ganzen Menge Zufall) dürfen wir feststellen, dass der liebe Herr Hendrik P. aus K. im T. mit seiner Familie zur gleichen Zeit in New York weilt wie wir… Unfassbar… So klein ist die Welt. Beim Frühstück machen wir die Details für ein späteres Treffen aus.

bushwick

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Dann laufen wir die Knickerbocker Ave. (ist das nicht ein grossartiger Name für eine Strasse??) entlang quer durch Bushwick. Aber wohin wir auch gehen: Die angeblich so spannende Künstlerszene bleibt uns verborgen… Hier scheint sich denn doch noch viel hinter verschlossenen Türen abzuspielen. Nun gut.

williamsburgcoffee

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Also geht’s weiter nach Williamsburg. Hier jedenfalls sind die Türen weit geöffnet: Sowohl die der vielen kleinen, liebevoll gestalteten Lokale, als auch die der witzigen Läden. Ursprünglich ein Viertel hauptsächlich orthodoxer Juden, hielten hier gegen Ende des letzten Jahrhunderts Althippies, Musiker und andere Künstler Einzug, die das Viertel viel zu bald auch für Hippster aus Manhattan attraktiv machten. Plötzlich gab es für viele unfassbar coole Einwohner Manhattans eine echte Alternative. Und schliesslich konnte man sich mit den kurzen Wegen über die Williamsburg Bridge und mit dem Blick auf die Skyline herausreden. Die Mietpreise dürften nur sehr kurze Zeit ein Argument für einen Umzug übers Wasser gewesen sein…

williamsburg

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Man ist ein wenig hin- und hergerissen. In Williamsburg ist es klasse. Aber alles ist eben auch ein wenig ZU cool. Hier merkt man sehr schnell und ebenso deutlich, dass die verhasste Gentrifizierung in New York nochmal ein ganz anderes Tempo aufnimmt als im beschaulichen München…

williamsburgape

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Nach einer kurzen Pause “zu hause”, in der Sonne sitzen im Garten (!!!) bei Mr. Rabbit, brechen wir erneut auf, um an altbewährter Stelle im Meatpacking District Familie P. zu treffen. Eigentlich nur als Treffpunkt gedacht, wird das Pastis an diesem Abend erst wieder verlassen, als wir nach einem ganz wunderbaren Abend die Heimfahrt antreten. Über die den Tag abschliessende Bahnfahrt decken wir hier den Mantel des Schweigens, um nicht abzudriften und auf den Index zu geraten…

November 12th, 2013

Brooklyn Diaries Pt. II

eastvillage

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Tag 2 beginnt, wo der vorherige aufgehört hat: Am Broadway. Von hier aus schlendern wir durchs East Village. Hier bestätigt sich mal wieder, dass gerade solche Viertel, die ihre besten Zeiten schon eine geraume Weile hinter sich haben, durchaus einen gewissen Reiz ausüben können. Für uns besonders interessant ist natürlich auch “Little Bombay” mit seinen vielen Indischen Restaurants.

Den kleinen Snack zwischendurch gibt’s dann jedoch woanders: Katz Delicatessen! Hier gibt es das vielleicht berühmteste Pastrami Sandwich der Welt. Um mitreden zu können essen wir NATÜRLICH eines. Und man kann sagen was man will: Das ist ein Erlebnis… (Und nicht vergessen: Send a Salami to Your Boy in the Army!)

katz

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Als nächstes führt unsere Route quer durch Greenwich Village in etwas angesagtere Gefilde: Meatpacking District. Nach einem Aperitiv im “Pastis” (Nomen est Omen und Henri B. schmeckt an jedem Ort auf dieser Welt) kommen wir zu einem weiteren Highlight: Spice Market! Ein sehr angesagter Laden in einem hippen Viertel. Sehr dunkel. Sehr gemütlich. Sehr coole Musik. Fantastische Küche. Eine grossartige, asiatische “Crossover-Karte” mit unzähligen spannenden Gerichten. Toll.

lane

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An Tag 3 kommen wir zu einem mit Spannung erwarteten Besuch an einem der bekanntesten Orte der Welt. Der NYSE – einigen vielleicht besser bekannt unter ihrer Adresse: Wall Street! Über den Bekannten eines Bekannten haben wir die Ehre, das Zentrum der globalen Finanzmärkte nicht nur von aussen betrachten zu können. Wir dürfen ins Allerheiligste und finden uns nach Sicherheitskontrollen wie am Flughafen auf dem Parkett wieder. Das hat schon was… Nach fast 2 Stunden Aufenthalt und langen und sehr interessanten Gesprächen mit den handelnden Personen, ist dann endlich auch der US Shutdown beendet und der Senat hat einen Kompromiss im Haushaltsstreit gefunden. Wer will da an einen Zufall glauben…?!

koffergeheimnis

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Nach einer ausgiebigen Runde im Financial District, einer weniger ausgiebigen Runde beim WTC (911 Memorial etc. aufgrund eines fürchterlichen Baustellenchaos eher unschön und anstrengend), laufen wir zurück über den Broadway “uptown”. Nach einem gemütlichen Fussmarsch biegen wir irgendwann noch einmal ins East Village ab, um nach einem Brooklyn Lager erneut “Little Bombay” aufsuchen. Aber diesmal mit Hunger und grosser Lust auf Curry… Wir werden nicht enttäuscht!

Auf dem Heimweg wollen wir noch eine Kleinigkeit fürs Frühstück einkaufen. Macht uns dieser Supermarkt doch tatsächlich die Tür vor der Nase zu. Und das um 22:50 Uhr. SERVICEWÜSTE BROOKLYN sag’ ich da nur…

November 8th, 2013

Brooklyn Diaries Pt. I

Das ist es also: Dieses New York. Man hat ja schon gar so viel davon gehört. Gelesen. Gesehen.

Man glaubt fast die Stadt bereits zu kennen, ohne jemals dort gewesen zu sein (jaja, ich war noch niemals in New York, lalala…). Filme, Bilder, Berichte, Musik… Und nun ist es ENDLICH soweit.

Abends angekommen am JFK fahren wir, nachdem die leidige Einreiseprozedur erledigt ist, mit dem Taxi nach Blackbush zu unserer Bleibe für knapp 2 Wochen. Die Spannung steigt, wieviele von den sehr unterschiedlichen Infos zu dem Viertel (noch) den Tatsachen entsprechen. Und tatsächlich erinnert unsere Strasse vielmehr an gutbürgerliches Vorstadtleben als an brutale Bandenkämpfe rivalisierender Latino-Gangs.

Nach einem kleinen Rundgang, um die Lage zu erkunden und Frühstück einzukaufen, gibt es noch ein “Brooklyn Lager” und dann wird früh geschlafen. Denn am nächsten Tag haben wir eine große “Exkursion” geplant.

brooklyn

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Ausgeschlafen, nach einer Tasse Tee, machen wir Bekanntschaft mit “Mr. Rabbit” auf dem Nachbargrundstück, ehe wir losmarschieren und die Myrtle Ave. entlang einen Großteil von Brooklyn durchqueren. Wir bekommen einen ersten Eindruck der verschiednen Viertel (Bushwick, Bedford Stuyvesant, Clinton Hill, Fort Greene, Brooklyn Heights,Dumbo…) und ihren unterschiedlichen Bewohnern. Aus unserem Latino Viertel (ich weiss noch immer nicht, ob der Begriff politisch korrekt ist…) kreuzen wir Gegenden mit fast ausschliesslich jüdischer Bevölkerung, begegnen in vielen Strassen ausnahmslos farbigen Bewohnern, um letztlich in Brooklyn Heights den ersten Blick auf die Skyline von Manhattan zu geniessen. Wow!

brooklynheights

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Zu diesem Zeitpunkt haben wir bereits 8km Fussweg hinter uns, den ersten Bagel in einem Deli in Bushwick gefrühstückt, die erste Halal-Bude getestet und eine Pre-Paid-Karte fürs iPad organisiert.

halal

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Unser Weg führt uns über die Brooklyn Bridge (welch ein Klassiker) nach Manhattan.

brooklynbridge

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Eine Runde durch Chinatown erweist sich als ganz lustig, aber nicht spektakulär. Ebenso verhält es sich mit dem kleinen, abenteuerlichen Imbiss, den wir hier zu uns nehmen. Gleich nebenan erreichen wir Little Italy – oder besser gesagt: Das was davon übrig geblieben ist… Denn wo früher italienische Paten über einen ganzen Stadtteil regierten, ist heute noch mehr oder weniger eine Strasse mit italienischen Restaurants geblieben (die den Charme von Rüdesheim an der Weinstrasse versprüht). Den Rest “ihres Viertels” haben die Italiener an die Chinesen verloren. Das lassen wir hier mal unkommentiert stehen…

Wir laufen noch eine Weile über den Broadway, ehe wir uns in die Bahn setzen und es gut sein lassen für den ersten Tag.

To be continued (aber keine Bange: Nicht jeder Tag wird so ausführlich abgehandelt…)

manhattanbridge

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Juni 3rd, 2013

Santorini 2013

Santorin

Santorin
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Was soll ich sagen… Santorin… da es uns nun einmal immer wieder hinzieht, muss ich auch immer wieder Bilder machen und Blogs schreiben. Es wird halt auch nie wirklich langweilig. Es gibt immer wieder neue Sachen zu entdecken. Man glaubt es kaum. Irgendwie gibt’s doch bei jedem Besuch Neuigkeiten und andere Sichtweisen. Aber fangen wir doch erst einmal mit den Klassikern an.

Definitiv eine neue Entdeckung in diesem Jahr war das Wetter. Nachdem wir bei unserem letzten Besuch zum ersten mal Wolken zu Gesicht bekommen hatten, so durften wir diesmal sogar noch eine echte Steigerung erleben: Sturm, Regen und echte Wellen. Sagenhaft. Die ägäische Badewanne war teilweise so aufgewühlt, dass sich niemand mehr ins Wasser getraut hat. Unfassbar.

Santorin

Santorin
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Bei meiner diesjährigen fotografischen “Aufgabe” hatte das stürmische Wetter seine Vor- und Nachteile. Ich hatte mir vorgenommen, mal wieder etwas mehr mit Graufiltern zu experimentieren. Da kam mir das aufgepeitschte Meer eigentlich gerade recht. Andererseits war der Sturm doch eher ein störendes Element, da bei Belichtungszeiten von bis zu einer Minute die heftigen Böen auch mit dem Stativ verwacklungsfreie Aufnahmen fast unmöglich machten.

Santorin

Santorin
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Es blieb die Erkenntnis, dass ich bei einigen Fotos den ND-Filter doch lieber gleich wieder abgeschraubt habe. Allerdings auch die, dass man öfter mal wieder darauf zurückgreifen sollte, weil in manchen Fällen die Ergebnisse definitiv lohnend sind.

 

Eines meiner Lieblingsmotive: Die Fischer von Vlychida

 

Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine vom Aussterben bedrohte Zunft. Da die Ägäis seit Jahren (oder besser Jahrzehnten) extrem leergefischt ist, lohnt sich die Fischerei mittlerweile nur noch für die wenigsten Fischer.  Deutlich lohnenswerter sind diesbezüglich die Abwrackprämien für Fischerboote. Die EU zahlt nämlich für jedes zerstörte (!) Boot rund 100 000 Euro. Damit soll die griechische Fischerflotte verkleinert und damit der Überfischung entgegengewirkt werden. Das Geld soll den Fischern die Chance auf einen Neuanfang gewähren.

Wie so Vieles in der EU ist auch das eine nette Theorie. In der Praxis schaut es wohl eher so aus, dass die Fischer mit dem Geld gleich wieder in ein neues (besseres) Boot investieren. Man hört auch von Fällen, wo in gewissen Familien verdächtig viele Fischerboote zum Abwracken gebracht wurden. So oder so ist die ganze Aktion schlecht durchdachter Aktionismus. Die wirklich Schuldigen an der Überfischung sind nämlich viel weniger die kleinen Fischer, als die sogenannten “schwimmenden Fischfabriken”.

The Best of the Rest.

Und nicht zu vergessen:  Der Tankstellen- und der Strandhund.

In diesem Sinne: Sto Kalo! Ta Léme!

 

Mai 30th, 2013

Santorini 2013 (Donkey Special)

Um gleich mal eines vorneweg zu nehmen: Der Esel ist nicht stur.

Der Esel im Allgemeinen nicht. Und dieser spezielle Esel schon gleich dreimal nicht.

Man tut dem armen Tier seit Urzeiten Unrecht. Denn eigentlich reagiert er nur wie viele andere Tiere auch in Stresssituationen: Er bleibt wie angewurzelt stehen.

Letztlich ist es also eher eine Definitionsfrage: Wo fängt Stress an und wo hört er auf?!

So gesehen besteht also durchaus eine nicht zu unterschätzende Ähnlichkeit mit uns Menschen.

Die Menschen, und hier unterscheiden sie sich nun wieder vom Esel, haben nicht nur sehr unterschiedliche Stressgrenzen. Sie reagieren auch sehr unterschiedlich, sollte diese Grenze erreicht werden. Der Esel ist da schlichtweg konsequenter: Er geht in die Schockstarre über.

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Nun stellen sie sich einmal folgende Situation vor:

Sie stehen im Stau, hätten vor einer halben Stunde bei einem Vorstellungsgespräch sein sollen, die Tanknadel nähert sich dem Nullpunkt und Ihr Ehepartner avisiert Ihnen per SMS die Scheidung.

Nun stellen Sie sich weiter vor, irgendwer schreit Sie in dieser Situation wie ein Verrückter an und tracktiert Sie mit einem Stock.

Denken Sie, sein Vorgehen könnte Ihren Stresspegel senken und sie zu einem besonnenen Handeln animieren?!

Nicht?! Ja Sie sind vielleicht stur…

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Und dann war da noch CRAZY DONKEY.

Eine kleine Brauerei, die sich auf die Produktion von unfiltriertem Bier spezialisiert hat.

Da gibt es den RED DONKEY, den YELLOW DONKEY und den CRAZY DONKEY. Das Bier wird bei Bedarf mit einem PKW  ausgeliefert (jaja, weder der Ausstoss noch die Insel sind so gross, dass es dafür eine LKW Flotte bräuchte) und schmeckt ganz vorzüglich. Demnächst wird wohl sogar noch ein WHITE DONKEY dazukommen. Ob die ganze Geschichte nun mehr Liebhaberei ist oder ein seriöses Geschäftsmodell sei dahingestellt. Lecker und lustig ist es allemal.

www.santorinibrewingcompany.gr

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