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Published März 28th, 2012

Rugby

Für die einen ist es Nationalsport, Religion, Leben. Für die anderen gerade mal eine Randsportart, über die man so gut wie nichts weiss. Ausser natürlich, dass dort erwachsene Männer im Dreck raufen, um ein komisches Gebilde, das den Namen Ball nicht verdient hat, von A nach B zu tragen.

Dabei steckt so viel mehr dahinter…

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Rugby ist Gerüchten zufolge durch eine Unsportlichkeit beim Fussball entstanden.
Dabei hatte der Engländer (!) William Webb Ellis, als seinem Team im Jahre 1823 eine Niederlage bevorstand, den Ball mit den Händen genommen und ins Tor getragen. Ob der Niederlage ein Torwartfehler oder ein verschossener Elfmeter vorausging, ist nicht überliefert. Zumindest muss dieser Ellis aber in irgendeiner Form seine Hände im Spiel gehabt haben, sonst hätte man nicht 164 Jahre später den Weltmeisterpokal nach ihm benannt.

Rugby ist wahrscheinlich in ebensovielen Ländern Nationalsport wie Fussball. Warum dieser grossartige Sport gerade in Deutschland kaum Popularität geniesst, darüber kann man nur Vermutungen anstellen. Sicherlich kommt das durch die mangelnde Medienpräsenz hierzulande –
die ihrerseits erklärt sich natürlich auch dadurch, dass Deutschland bei den grossen Ereignissen -wie der Weltmeisterschaft- nicht teilnimmt. Und schon schliesst sich der Teufelskreis.
Dazu kommen natürlich noch die auf den ersten Blick komplexen Regeln und die Tatsache, dass es jede Menge verschiedene Arten von Rugby gibt (Rugby Union, 7er Rugby, Rugby League,…).

Die Rugby Union Weltmeisterschaft ist das drittgrösste Sportereignis der Welt. Lediglich die Olympischen Spiele und die Fussball Weltmeisterschaft haben mehr Zuschauer (den Superbowl lassen wir mal aussen vor, weil es sich dabei ja lediglich um EIN Spiel handelt – abgesehen davon ist das streng genommen ja auch nur eine abgewandelte Form des Rugby…).

Ab 2016 wird Rugby wieder bei Olympischen Spielen ausgetragen. Es bleibt zu hoffen, dass die Popularität hierzulande dadurch steigen wird. Hierbei wird die Variante des 7er Rugbys gespielt werden. Das hat nun wieder seine Vor- und Nachteile.
7er Rugby ist eine schnelle und laufintensive Art des Spiels – deshalb auch die recht kurze Spielzeit von 2x 7 Minuten- in der oftmals viele Punkte erzielt werden. Das führt zu attraktiven Spielen und ist extrem gut geeignet für ein Turnier wie die Olympischen Spiele.
Andererseits führt das gerade bei uns auch wieder zur Verwirrung. Man stelle sich vor, bei Olympia würde fortan Fussball zwar auf einem grossen Feld, aber 5 gegen 5 und lediglich 2x 10 Minuten gespielt. OK, der Vergleich hinkt, das 7er Rugby wurde nicht für Olympia erfunden – es hat schon auch eine lange Tradition. Dennoch: Ich glaube, die unterschiedlichen Arten vergraulen letztlich viele potentielle Zuschauer.
Aber vielleicht (hoffentlich) täusche ich mich ja. Rugby ist ein grossartiger Sport, dem in Deutschland viel mehr Popularität zu wünschen wäre. Kaum ein anderes Spiel vereint Kraft, Schnelligkeit und taktisches Geschick so sehr wie Rugby.

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PS: Die Fotos entstanden beim klaren Sieg des deutschen Teams gegen Moldawien.

Published Juni 7th, 2011

R.I.P. 2011

Rock im Park

Freitag, bestes Wetter, Social Distortion und “Open Air” auf der A9 – es läuft !!

Nach einer angenehmen Anreise komme ich im Lande der Franken an. Dort erwartet mich eine standesgemaesse Begruessung incl.  ”3 im Weckla” und einem Spalter- was will man mehr…?!

Entspannt geht’s zum Treffpunkt – wir liegen gut in der Zeit – einchecken in der Pension \m/  (absoluter Geheimtipp – aber dazu später mehr). Als Inhaber steht ein gewisser Fritz H. auf der Klingel. Nach einer weiteren Runde “angemessener Begruessungsrituale” nehmen wir langsam aber sicher den Aufbruch in Angriff.

Zum Festivalgelaende faehrt sichs am schoensten mit der Tram. Quer durch die Buscamper (grandiose Idee das Parkett incl. Biergarnitur AUF den Bus zu montieren…) geht’s zur Centerstage. Sofort sind wir mittendrin statt nur dabei. Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein spielen die KOOKS zur Einstimmung auf – gute Laune Musik aus Brighton und feinste Stimmung am Becksstand (hier laesst man uns leider keine Wahl…)

Weiter zur Alterna Stage – auch hier ergattern wir ob der humanen Zeit einen prima Platz, aber IN FLAMES reisst uns alle nicht vom Hocker. Auch DISTURBED ist  nicht wirklich schlecht -aber auch nicht wirklich überzeugend. Auch wenn sie vermeintlich zu den erfolgreichsten Metalbands dieser Zeit gehoeren. Um das Publikum wirklich zu begeistern, muessen sie denn doch auf ein – zugegeben sehr gelungenes – Cover von “Land of Confusion” zurueckgreifen.

Zurück zur Center-Stage und gemaessigteren Tönen: COLDPLAY melden sich nach ein wenig Abstinenz mit einem feinen Auftritt zurueck. Aber in etwa nach 2/3 des Sets marschieren wir zurück zur Alterna und zu KORN (klingt nach Stress – ist aber aufgrund der kurzen Wege recht entspannt- auch wenn der Zeitplan uns hier zum ersten Mal ein wenig nervt…). KORN liefern eine Performance ab, die sogar mich als Skeptiker wirklich ueberzeugt.

Weils grad so schön is, bleiben wir noch ein wenig bei der Alterna Stage und schauen was ROB ZOMBIE so treibt. Im Nachhinein haetten wir aber wohl besser bereits hier den Weg zur Clubstage eingeschlagen und BONAPARTE angeschaut – Rob Zombie ist jetzt nicht so der Reißer: Die Musik haut mich nicht um und die Maskerade wirkt auch ein wenig überholt…

Zum Abschluss des ersten Tages gibt’s STEREO MCs – das ist jetzt nicht wirklich eine Band, wie man sie sonst auf einem Rockfestival findet. Vielmehr waren es ursprünglich lediglich ein Sänger und ein DJ, zu denen sich später noch ein fester Drummer und eine Sängerin gesellt haben. Wie auch immer, ich finde den Auftritt klasse, auch wenn nicht alle Teilnehmer meiner Meinung sind. 

Und jetzt kommt der kleine Luxus, den man sich mit 40 auf einem Rockfestival einfach gönnen darf (Puristen bitte wegschauen): Mit dem Taxi “nach hause” fahren, in einem Bett schlafen, und am nächsten Morgen ausgiebig und heiß duschen!!

Womit wir bei Tag 2 sind.

Nach einem kleinen Sit-In auf der wunderschönen Terrasse der Pension \m/ geht es nahtlos über zum fantastischen Fruehstuecksbuffet mit frisch gegrillten, fraenkischen Bratwürsten und Kaltgetraenken vom schönen Tegernsee. Also diese Pension \m/…Wirklich: Allerfeinst !!

Mittags ist dann Aufbruch zum Festivalgelaende – mit der Trambahn – immer noch herrlich !!

Auf dem Programm steht MASTODON – sicherlich nicht jedermanns Sache !!  Rein optisch sprechen wir auf den ersten Blick von gefuehlten 150 jahren Knast auf der Buehne – und da haben wir bislang nur den Gitarristen gesehen….

Handwerklich sprechen wir von feinstem, anspruchsvollem Metal – und nicht umsonst haben die Jungs 2007 einen Grammy fuer die beste Metal Pervormance bekommen…

MILLENCOLIN dient ein wenig zur Ueberbrueckung – die machen durchaus Spass, auch wenn sie nicht so richtig mitreissen können. 

Noch ein wenig enttaeuschender verlaeuft leider die von mir persoenlich mit Hochspannung erwartete Performance von DUFF MCKAGANS LOADED – Slashs alter Mitstreiter versucht sich mal wieder als Frontman und muss sich leider sagen lassen: Junge, es laesst sich nicht erzwingen… Da nützt auch das 412te “C’mon Motherf_ckers” nichts…

Bei der Rueckkehr zur Centerstage erleben wir die letzten Stuecke von AVENGED SEVENFOLD,

die fuer diese Tageszeit (es ist gerade mal 17.00 Uhr) ein knackiges Feuerwerk ( im wahrsten Sinne des Wortes) auf der Bühne abbrennen.

Ein weiteres Highlight des Wochenendes kuendigt sich aus Daenemark an: VOLBEAT!

Ich weiss nicht wer den Kameraden den Sound versaut hat- man moege ihn am hoechsten Lichtmast aufhaengen – aber selbst damit konnte die Performance nur unwesentlich geschmaehlert werden!

Grossartig!!

Weiter geht’s mit einem nationalen Hochgenuss: die BEATSTEAKS aus Berlin geben maechtig Gas, machen richtig fein Stimmung, und setzen (dank des besseren Sounds) eine neue Benchmark .

Tja, und jetzt kommen wir zu einem komischen Kapitel. Fuer viele war es das grösste Ereignis des Wochenendes, fuer mich war es zumindest die grösste Ueberraschung. Niemals haette ich mir vorstellen koennen, dass 50 000 Menschen in Franken (also quasi noch in Mitteleuropa) zu armenischer Volksmusik singen, die begleitet von aggressiven Gitarrenparts eine alles andere als eingaengige Mischung bildet. SYSTEM OF A DOWN legen einen unvorstellbaren Auftritt hin. Auch wenns mir nach der Haelfte langt – 49998 haben offensichtlich noch lange nicht genug – fair enough.

Ein wenig schade ist letztlich nur, dass die plötzlich auftauchende Muedigkeit bei “SISSDEM” die Motivation zum Besuch des AND YOU WILL KNOW US… Auftrittes raubt. Aber gut…

Nach einer angemessenen Mütze Schlaf in der grossartigen Pension \m/, die auch durch später heimkehrende Mitbewohner und deren Spontanparty nicht sabotiert wird, kann es am Sonntagmorgen weitergehen zu neuen Taten. 

Nicht zu uebersehen: Tag 3 beginnt.

Das Wurschtbuffet gestaltet sich heute etwas experimentieller. Anstatt der klassischen, Fränkischen vom Grill gibt’s heuer eher einen Workshop. Gemeinsam mit dem fantastischen Gastgeber (überhaupt kann man die Herbergseltern in der Pension \m/ ja gar nicht genug loben…). Gemeinsam mit dem Gastgeber also bereiten wir eine Currysauce zu, die selbst in Bombay und Bochum ihresgleichen sucht. Im Duett mit feinen Kartoffelstaebchen aus dem Tandoor – naja, aus dem Ofen halt – ist somit für ein weiteres kulinarisches Dings gesorgt.

Musikalisch wird es dann am Nachmittag wieder interessant mit WE ARE SCIENTISTS, die ihre Musik gerne als – und hier moechte ich gerne Wikipedia zitieren- “einen Rennwagen, der in eine riesige Torte rast” bezeichnet. Sie sei “aufregend, suess und etwas zermatscht”. Hat je eine Band ein faszinierenderes Statement ueber sich selbst abgegeben…?!

Die PLAIN WHITE Ts nehmen wir mit, weil sich vor den naechsten Acts auf der Centerstage ein Umzug an sich nicht lohnt. Auf die Gefahr hin, dass ich mich an dieser Stelle wiederhole. Sie tun halt keinem weh… Fuer meinen Geschmack etwas zu radiokompatibel. Aber es koennte schlimmer kommen. (An dieser Stelle male ich mir Nickelback aus und finde die Plain White T’s auf einmal gar nicht mehr so schlecht…).

Aber das alles ist eh nur Vorgeplaenkel auf das was nun kommt. Erst einmal betreten THE GASLIGHT ANTHEM die Buehne. Die sind nicht mehr ganz so druckvoll wie noch vor einiger Zeit. Und man kann nur hoffen, dass sie sich nicht zu sehr in die Mainstreamrichtung ziehen lassen. Aber sie bieten noch immer eine extrem sympathische Rockperformance. Nach eigenen Angaben orientiert sich ihre Musik sowohl an Bruce Springsteen (mit dem sie mittlerweile auch schon hier und da gemeinsam auf der Buehne standen) als auch an diversen amerikanischen Punkrockbands. Noch immer eine feine Mischung.

Einer ihrer Vorbilder duerfte gleich im Anschluss auf der Buehne stehen. Doch vorher nutze ich die Umbaupause um mir ein wenig SELIG auf der Alterna anzuschauen. Ich hab zwar nur fuer ne handvoll Songs Zeit, doch die sind mal wieder sehr überzeugend, Sie habens nicht verlernt und dürften auf jedem Festival gern gesehene Gäste sein. Gerne würde ich noch ein wenig bleiben, aber auch hier macht mir der Plan einen fetten Strich durch die Rechnung. Und auf der Centerstag kommen wir nun zu einem “PRIO 1 Event”.

Mike Ness und SOCIAL DISTORTION geben sich die Ehre, und selbst wenn der Auftritt verglichen zu Hallenkonzerten etwas unspektakulaer verlaeuft, so ist das doch mein persoenliches Highlight.

Social Distortion bringen mit ihrem unverwechselbaren Stil eine faszinierende Präsenz und einen fantastischen Druck auf die Buehne, wovon viele andere Bands nur träumen koennen. Auch wenn Mike Ness trotz seiner 1000 Tattoos mittlerweile etwas reifer und ruhiger wirkt (immerhin ist es erst 5 Jahre her, dass er wegen eines beim Skateboarden gebrochenen Handgelenkes 45jaehrig eine Tour absagen musste), auch wenn seine Vorliebe fuer gute Countrysongs immer oefter hervortritt. Mike Ness ist und bleibt ein Unikum.

Was nun kommt ist der Fesival GAU: 3 Bühnen mit 3 Acts die wir sehen wollen.

WOLFMOTHER (Alterna), MANDO DIAO (Center) und BLACK STONE CHERRY (Clubstage)Gepackt von einem ploetzlichen Energyschub (die zweite Luft – oder war es die dritte…?!) beschliesse ich einen astreinen Endspurt einzuleiten und schaue mir 20 Minuten von jeder Band an.

Dabei bleibt zu sagen: WOLFMOTHER bieten das erwartete musikalische Schmankerl – auch wenn ich mit dem Kameraden nicht unter einem Dach wohnen moechte. MANDO DIAO bieten einen feinen Auftritt auf der Centerstage – auch wenn ich sie mir noch immer in die Tonhalle zurueckwuensche.

Das eigentliche Highlight des “Timetable GAU Trios” aber sind BLACK STONE CHERRY: Man stelle sich die fruehen Guns’n'Roses vor  – mit einem Axl Rose NACH dem Stimmbruch – here we are !! Das macht Spass !!

Den angemessenen Abschluss eines fantastischen Wochenendes bilden KINGS OF LEON.

Es ist ja immer so eine Sache, wenn man eine Band vor nicht allzu langer Zeit in der Halle gesehen hat, und sie nun beim Open Air Spektakel vor sich sieht. Aber KOL machen ihre Sache ganz vorzueglich. Einen besseren Abschluss kann man sich kaum vorstellen.

Aufgrund der längeren Heimreise lassen wir die Zugaben sausen – eigentlich um dem Mörderstau zu entgehen – und machen damit im nachhinein aber sowas von alles richtig. Denn mit den Zugaben kommt der Regen. Wolkenbruch. Weltuntergang. Er erwischt uns 200 Meter vor dem Auto und wir werden trotzdem patschnass. Aber was solls: DAS haette sicherlich schlimmer kommen koennen…

Wie man spaeter erfaehrt, musste der Rausschmeisser DEADMAU5 aufgrund des Unwetters abgebrochen werden…

Was bleibt:

  •  Erinnerungen an ein nahezu perfektes Wochenende.
  •  Ein herzlicher Dank an die fantastischen Gastgeber der Pension \m/ .
  •  Ein gut gemeinter Hinweis an alle scheidenden Junggesellen: Nein, Männer in Hasenkostümen sind NICHT witzig !! Auch bzw. schon gar nicht beim Rockfestival!!
  • Das Erfolgserlebnis, es geschafft zu haben, als einziger auf dem Festivalgelände NICHT mit BEMBERS fotografiert worden zu sein.

DIBBDOBB!

Servus!

Published Mai 26th, 2011

Berlin, Berlin, wir waren in Berlin…!!

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Donnerstag Nachmittag: Tasche einladen, Dach aufreissen, Musik aufdrehen –ab nach Berlin.

Mit Bosse,  den Crookes und Glasvegas verkürzen wir uns eine unspektakuläre Fahrt in die Bundeshauptstadt.

Einchecken im Art’otel zu Charlottenburg. Das Hotel ist, solange man nicht an Paranoia leidet, durchaus zu empfehlen. Ansonsten könnte man sich nach einer Weile von Andy Warhol verfolgt und beobachtet fühlen…

Leider kann ich Frau Zeininger nicht mehr zu einem spontanen Konzertbesuch bewegen – dabei hatte ich mir das mit den Rifles in einem Kreuzberger Club so nett ausgedacht – aber ich will sie ja auch nicht überfordern… Stattdessen suchen wir einen altbewährten Vietnamesen am Savignyplatz auf. Das Essen in dem Laden ist großartig. Der einzige Nachteil ist, dass man auf einer Fläche für 20 Tische mal eben 40 plaziert. Aber mit dieser Unart sind sie ja nicht alleine auf der Welt. Und bei den Charlottenburger Mieten kann man es ja auch ein Stück weit verstehen. So kommen wir zu dieser klassischen Situation: Man sitzt am Tisch, versucht sich ungestört zu unterhalten, und je mehr man es zu ignorieren versucht, umso mehr verfolgt man auch das Gespräch am Nachbartisch.

Da referiert ein Mensch eine geschlage Stunde darüber, wie gut seine frisch gereinigten, teuren Anzüge riechen, wenn er sie aus der Folie reisst… eine ganze Stunde. Sein weibliches Gegenüber ist -nach anfänglicher Abstinenz- mittlerweile beim dritten Mai Thai angekommen. Er zieht den Spannungsbogen geschickt zu seiner angestrebten Rechnungswesenfortbildung (ich zitiere: Basejumping klingt vielleicht spannender, aber dieser Kurs bringt mich beruflich ECHT weiter…).

Die Dame seiner Wahl bestellt einen neuen Cocktail ehe unser Held zurück zu seinem Lieblingsthema kommt… Wir gehen dann irgendwann, deshalb kann ich vom Ausgang dieser Geschichte nicht berichten. Das Letzte was ich beim Verlassen des Lokals höre ist “Anzug” und “noch ein Mai Thai, bitte…”

Freitag ist ausschlafen angesagt – gefolgt von einem netten Kaffee am Ludwigkirchplatz.

Ein wenig bummeln durch Charlottenburg. Spontaner Besuch der Herb Ritts Ausstellung bei Camera Work auf der Kantstrasse (hier landen wir irgendwie IMMER, wenn wir in Berlin sind… toller Laden !!).

Wir streunen weiter zum Optiker unseres Vertrauens (es gibt schon ein paar Dinge, fuer die sich ein Berlintrip lohnt, ja, doch…)

Ein wenig hungrig landen wir bei Spice India in der Uhlandstrasse zum ordnungsgemaessen Curry Test. Wir stellen fest: Den nehmen wir in unsere Liste auf – saustark !!

Wir lassen uns durch “Mitte” treiben.

Die vorherrschenden Farben sind mehr und mehr Blau und Weiss. In einem Sandwichladen entdecke ich grossartige Dinge: Einen Kuehlschrank mit Tegernseer Spezial. Wer kann dazu schon “nein” sagen ?!

Und da der Mensch nicht vom Curry allein lebt, verbingen wir den Abend beim wunderschoenen “Thai Inside“.

 Samstag ist ausschlafen angesagt (Deja Vu) ehe wir zu einem lustigen Termin der etwas anderen Art aufbrechen: Bei unserem letzten Aufenthalt in Berlin haben wir ein extrem nettes Fotostudio gefunden.

Und da mein Reisepass gerade “am ab am laufen” ist… Ein Souvenir der anderen Art.

Langsam macht sich Nervoesitaet breit und wir schlendern ueber den Ku’damm Richtung Gedaechtniskirche. Schon von weit her hoeren wir es: “Koenigsblauer Ess Null Vier…” Zur Mittagszeit haben sich hier bereits ca. 10 000 Schalker zum Fanfest vom Hauptsponsor eingefunden. Volksfeststimmung.

Hierdurch angemessen eingestimmt geht’s noch einmal zurueck ins Hotel: Ruestzeug anlegen !!

Nach einer kleinen Staerkung (also dieser Inder…) geht’s weiter zum Treffpunkt – irgendwo im Gestruepp – noch hinter dem Olympiastadion liegt die Waldschaenke.

Hier treffen wir auf einen Haufen Bekannte, auf ebensoviele noch Unbekannte, auf jede Menge Schultheiss, auf Currywurst ohne Ende und auf Kraenze voller Kuemmerling … Irgendwann geht’s los zum Stadion. Jetzt hilft auch die ganze Ablenkung kaum noch. Ich fuehle mich, als muesste ich selbst spielen…

Vorbei am Marathon-Tor marschieren wir Richtung Gegentribuene und nehmen unsere Plaetze ein. Was fuer eine Stimmung. Wir hatten ja schon viel von der besonderen Atmosphaere bem Pokalfinale gehoert, aber die Wirklichkeit uebertrifft alle Vorstellungen. Unglaublich ! Irre !! Ganz besonders !!!

Einen detaillierten Spielbericht erspare ich Euch an dieser Stelle. Nach einem holprigen Beginn hat Schalke das Ding ziemlich souveraen nach hause geschaukelt.

JA, OK: WIR HABEN DIE ZEBRAS VOM PLATZ GEFEGT ! ZURUECK IN DEN ZOO !!

Wie auch immer: Die Emotionen gegen Ende des Spiels, beim Abpfiff und auch danach, kann nur nachvollziehen :

  1. wer ein echter Fussballfan ist (somit sind auch ca. 70% der Bayernanhaenger raus…sorry)
  2. wer schon einmal im Stadion einen Titel gewonnen hat, den man ihm einige Minuten spaeter wieder weggenommen hat (ja, ich war am 19.05.2001 im Parkstadion dabei…)

 

Irgendwann geht’s weiter zu einem eher gemuetlichen Ausklang. Runterkommen. Verarbeiten.

So ganz zu Ende sind die Feierlichkeiten jedoch noch nicht. Auf unserem Heimweg, den wir zu vorgerueckter Stunde zu Fuss antreten (so gross kann dieses – aehm – Dings – aehm – Berlin – ja nicht sein…) stossen wir nach einer Weile wieder auf den Ku’damm. Und da ist es wieder: ein Volksfest in Blau und Weiss !! Im Stadion waren schaetzungsweise 30 000 Schalker. Und nun hat man den Eindruck, sie waeren ALLE vom Stadion hierher zum feiern gekommen. Wahnsinn. An einigen Stellen kommt man sich vor wie sonntags auf der Wiesn: Kaum ein Durchkommen !!

Sonntag ist ausschlafen angesagt (das hammer uns jetzt aber auch verdient…).

Nach einem gemuetlichen Fruehstueck am Ludwigkirchplatz in der Sonne ist Aufbruch.

Doch der Aufbruch gestaltet sich schwieriger als geplant: Bedingt durch die Berliner Autofahrer, das Radrennen, die Berliner Autofahrer, die Baustellen, die Berliner Autofahrer, den Sonntagsstau und die Berliner Autofahrer brauchen wir geschlagene 90 Minuten, bis wir endlich aus dem Stadtgebiet herausfahren. 5 Stunden spaeter sind wir zu hause: K.O. – aber gluecklich.

PS: Vielen, vielen Dank an den/die Menschen, die uns das ermoeglicht haben. Besonders einem ganz feinen Kerl in Berlin moechten wir danken, der uns -nicht erst an diesem Wochenende- sehr ans Herz gewachsen ist !

Published Mai 8th, 2011

Manchester Report – Day Two

Nachdem wir recht gut geschlafen haben (kein Wunder, wenn man 24 Stunden auf den Beinen war…) geht’s gleich weiter. Es gibt noch ein paar Ecken anzuschauen, und schliesslich wollen wir auch einigermassen zeitig am Stadion sein.

Erst einmal gibt’s aber ums Eck einen vernuenftigen Kaffee und – tatatataaaa:

Traditional English Breakfast!!

Gut gestaerkt kommen wir zur King Street. Und Staerke ist auch notwendig, um den riesigen Belstaff Store mit Ignoranz zu strafen… Sehr spannend ist auch der Pen-Shop (man kann schon eine unfassbare Kohle fuer “nette Accessoires” ausgeben…) und Vivienne Westwood!!

Hier haette es beinahe eine Business Variante der Halb-Acht-Hose gegeben…aber dafuer war ich dann doch zu feige – und wohl auch zu geizig, hehehe…

Die Innenstadt von Manchester fuellt sich stetig mit lustigen Menschen in koenigsblau.

Glueck auf – how do You do ?!

Die ersten 50/50 Schals tauchen auf und die ersten Haendler sind komplett ausverkauft !!

“I had a couple of hundred of these but they’re all gone, mate. All sold out. Just ordered some new stuff from Leeds, You know ?! Will take us about an hour.” Grossartig !!

Die Stimmung is toll. Ebenso das Wetter. Langsam macht sich ein wenig Nervositaet breit…

Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel laufen wir Richtung Old Trafford um unterwegs noch einen kleinen Snack zu uns zu nehmen: http://www.zoukteabar.co.uk/ heisst die neue Benchmark.

Der Laden ist unglaublich. Grandios. Das Essen ist perfekt. Die Leute sind super locker drauf (was natuerlich auch an der ungewoehnlichen Essenszeit liegen koennte…es ist mittlerweile 15.00 Uhr).

Irgendwann sitzt der Chef des Ladens an unserem Tisch und erzaehlt uns von seinen prominenten Gaesten. Das halbe Team von Man Untd. scheint zu seinen Stammgaesten zu gehoeren – hust hust – aber man koennte es ihm fast glauben. Die Jungs sind alle supernett – ausser diesem Rooney…

Ueberhaupt scheint Sportsfreund Rooney lange nicht so beliebt zu sein, wie man das bei uns glauben mag.

Wir nehmen ein Black Cab zum Stadion – soweit man halt kommt – und unterwegs begegnen uns an jeder Ecke koenigsblaue Trupps. Unser Fahrer ist ein klassischer Anhaenger seiner Zunft. Ich liebe diese Taxi-Gespraeche. Und: “Jaja, diese Man Utd Jungs, alles nette Kerls. Ausser diesem Rooney…”

Dann sind wir dort: Theatre of Dreams – Old Trafford. Toll !!

Ums Stadion herum ist Jahrmarktstimmung. Logisch. Aber es gibt auch eine Menge cooler Pubs.

Leider wollen die uns da nicht haben… Ohne rotes Trikot hat man da ganz schlechte Karten…

Atmo aufsaugen. Ortserkundung. Schaun, was die Tickets so “vor Ort” kosten (Ihr wollt es nicht wissen…glaubt mir….). Um uns herum extrem viel Tradition. Erfolge. Aber allgegenwaertig auch die Tragoedie von Muenchen (als sie vor gut 50 Jahren fast ihre komplette Mannschaft bei einem Flugzeugabsturz verloren).

Dann ins Stadion: Der Wow-Effekt! Wir konnten nicht genau einordnen, wo wir letztlich sitzen werden. Nun koennen wir es. Sagen wir mal so: Nur Franz Beckenbauer, Johannes B. Kerner und die Einwechselspieler beider Mannschaften hatten bessere Plaetze. Ordnungsgemaess sitzen wir 10 Reihen vor Peter Lohmeyer. Wir sind mittendrin statt nur dabei.

Das Spiel: Nun ja – was soll man dazu sagen – so richtig Spannung kam nie auf… Schalke ist nicht so schlecht wie befuerchtet – aber gut sind sie auch nicht, wenn wir ehrlich sind… Man kann nur hoffen, dass sich die Herren bis Berlin ein wenig “berappeln”. Einziger Lichtblick ist– wie kann es anders sein – Senior Raul. Der ist eigentlich ueberall!! Unfassbar dieser Mensch.

Die Stimmung im Stadion ist fantastisch. Die Gesaenge ohrenbetaeubend laut. Ein Erlebnis.

Que Sera Sera, whatever will be, will be, we’re going to Wembley, Que Sera Sera…

Das ist sowas wie die feinere Variante von: “Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin…”

Nach dem Spiel muessen wir unsere Tickets (widerstrebend) zurueckgeben.

Wir machen einen kleinen Fehler, ueber den wir hier besser den Mantel des Schweigens decken (ja, ich mag Pommes mit Essig, aber sie duerfen schon durchgegart sein…) und treten den Heimweg an. Nach unglaublichen 10 Minuten entdecken wir das erste freie Black Cab. Nachdem uns der Herr am Lenkrad sauber ueber den Tisch ziehen will, haben wir auch eine Ahnung, warum er frei ist. Aber nur eine Ecke weiter kommt ein aelterer Herr aus dem Stadion, um sich in sein Taxi zu setzen und den Dienst wieder aufzunehmen. Wer sagts denn. Wir steigen ein und haben eine angemessene Rueckfahrt. Der Gute ist- natuerlich – Season-Ticket-Holder. Natuerlich kennt er wen im Verein (sein Neffe war mit wem in der Schule oder so). Die Schalker Fans fand er toll. Und die Jungs von United: Alles prima Burschen – ausser dieser Rooney…

Zwischendurch geht immer wieder sein Telefon, sein anderes Telefon und/oder sein Funk.

Im Cockpit dieses Black Cab geht’s zu wie an der London Stock Exchange. Meist sind am anderen Ende irgendwelche Kumpels, die entweder ihrer Freude Ausdruck verleihen wollen (weil ebenfalls Man Utd Fans) oder ihn wuest beschimpfen (weil Man City Fans). Eine SEHR KURZWEILIGE Fahrt die damit endet, dass er aufgrund der ganzen Aufregung erstmal am Hotel vorbeifaehrt…

Vom Hotel aus geht’s noch mal ne Runde um den Block. Canal Street ist gleich ums Eck und vermeintlich das Pendant zum Münchner Glockenbach. Da muss man ja schliesslich mal vorbeischauen. Ist aber alles ein wenig duester und nicht so ansprechend. Also enden wir in einem kleinen Pub um einen tollen Tag angemessen mit einem frischen Pint zu beenden.

Im Hotel muss ich dann noch ein allerletztes Guinness mit Paul trinken, der mir freundlicherweise sein iPhone-Ladegeraet geliehen hat. Aber das ist schon fast eine Story für sich…

Epilog: Am naechsten Morgen goennen wir uns ein Black Cab zum Flughafen. Unser Fahrer ist gluehender Man Utd Fan (wer haette das gedacht..). Er hat (natuerlich) eine Jahreskarte, schwaermt von den Schalke Fans, und freut sich aufs grosse Spiel gegen Chelsea am Wochenende. Sein Sohn war mit irgendwem vom Club in der Schule (ach…) und sowieso sind das alles nette Jungs im Team….ausser dieser Rooney…

Published Mai 7th, 2011

Manchester Report – Day One

Departing: München(MUC – Franz Josef Strauss 2)  Tue, 03 May 2011, 0635 hrs

Arriving: Manchester(MAN – Manch. Ringw. Intl) Tue, 03 May 2011, 0750 hrs

Flight:  SQ328 (B777-300ER) Economy Class

Nur damit man eine Vorstellung hat, wann wir aufstehen müssen…

Aber was tut man nicht alles. Auf jeden Fall müssen wir FRÜH aufstehen. RICHTIG FRUEH…

In Manchester angekommen beschliessen wir, die Fahrt in die City mit dem berühmten Stagecoach 43 anzutreten. Stagecoach heisst der Kamerad, weil er halt 2 Etagen (Stages) hat. Und die Nummer 43 hat er – Gerüchten zufolge – weil er geschlagene 43 Minuten für die paar Kilometer in die City braucht. Das liegt natürlich daran, daß er nicht nur an jedem Grashalm hält, sondern zusätzlich auch noch an jedem Pub.

Dennoch bekommt man so einen prima ersten Eindruck.Besonders wenn man doch recht früh am Flughafen ist (hatte ich schon erwähnt wann wir aufstehen mussten…?!) und sich so mit niemandem um die erste Reihe im Obergeschoss prügeln muss.

Der Eindruck wird noch besser, wenn man erstmal die sogenannte “Curry Mile” passiert: Eine Art provinzieller Kopie der Londoner Brick Lane – aber hey – wer wird denn meckern bei gefühlten 100 “Curryhouses” in einer Strasse ?!

Ansonsten bestätigt sich auch auf den ersten Blick bereits wieder dieses kleine, immer wiederkehrende Klischee:

Ladies and Gents, do You by any chance have one single mirror on Your funny island ?!

Lernt Ihr eigentlich in der Schule schon, Eure unvorteilhaftesten Koerperteile “angemessen” durch Eure Kleidung zu betonen…??

Lehrt Euch Eure Mutter, die Kleider mindestens eine Nummer zu klein zu kaufen ?!

Whatever.

Der Bus hält gleich 100m vor unserem Hotel. Was will man mehr.

Einchecken – Tasche abladen – los geht’s !!

Nicht weit vom Hotel ist das sogenannte “Northern Quarter”. Hat sich vielversprechend angehoert, ist aber wohl noch ein paar Stunden zu frueh: Das Viertel erwacht gerade erst !! Komische Menschen – also wir sind ja schon seit zig Stunden auf den Beinen. Aber gut, das koennte natuerlich auch daran liegen…Ihr wisst schon….

Zwischen unzaehligen Plattenlaeden (schmacht…) und lustigen Boutiquen (ich haette dieses Shirt mit dem Logo der Bayerischen Versicherungskammer kaufen sollen…) liegt ziemlich versteckt “Afflecks”.

Ein altes Haus, in dem sich jede Menge abenteuerliche Menschen niedergelassen haben, um ihre noch abenteuerlicheren Waren an den Mann zu bringen. Quasi ein alternatives Einkaufszentrum.

Hier gibt’s erstmal einen wunderbaren Milchkaffee (ja, man kann mittlerweile in England auch guten Gewissens manchmal Kaffee trinken ohne dass es einem den Magen umdreht…).

Zum ersten Mal begegnen wir hier auch wunderbaren “Halb-Acht-Hosen” und Bandshirts, die uns waehrend unseres ganzen Aufenthalts begleiten werden.

Wir streunen ein wenig durch die Stadt und stehen ploetzlich vor diesem grossartigen Schaufenster:

Riesig gross und vollgestellt mit uralten  DEUTSCHEN Naehmaschinen. Hat was…

Mittags treffen wir “Philip” zwecks Ticketübergabe.

Philip zeigt uns auf einem Plan unsere Plaetze im Old Trafford (wow, doch dazu spaeter mehr…) und macht uns klar, dass wir BLOSS NICHT in Schalke Trikot, Muetze, Schal, sonstwas ins Stadion gehen sollen….und traegt dabei ein LIVERPOOL SHIRT…OK…

Zeit fuer einen kleinen Snack. Wir stellen fest, dass wir gerade vor WAGAMAMA stehen, verschieben das erste Curry auf spaeter, und futtern leckere Nudeln mit Gingerbier zu Apfelshampoo-Aroma.

Zurueck geht’s vorbei an lustigen Boutiqen mit Halb-Acht-Hosen und Musikshirts.

Ab wann ist man eigentlich zu alt fuer Halb-Acht-Hosen…?? Man koennte ja mal eine anprobieren…

Zurueck ins Hotel: Kurz frischmachen, umziehen und los Richtung Konzert. Glasvegas warten.

Ein schoener Fussmarsch durchs Univiertel ist genau die richtige Eingewoehnung fuer meine neue Hose (jaja, ich konnte nicht widerstehen…und ist man nicht letztlich so alt, wie man sich fuehlt…?).

Wir sind viel zu frueh vor Ort und setzen uns vor der Academy auf ein paar Stufen in die Sonne und schaun uns die Menschen an. Wer haette das gedacht: Im Studium scheint man den Menschen beizubringen, dass man seine Klamotten SEHR WOHL in der RICHTIGEN Groesse kaufen kann…

Als die Sonne langsam verschwindet, bleibt noch immer genuegend Zeit fuer ein frisches “Pint of Guinness” im Pub nebenan,….. Ach wat is dat schoen…

Zurueck in der Academy ist unsere “Kontaktperson” zur Ticketuebergabe (ja, auch DIESE Tickets bekommen wir erst vor Ort) aufgetaucht und gibt uns richtige Tickets (!!). Ich meine: So Tickets wie man sie frueher auch bei uns mal hatte. Bevor jede Vorverkaufsstelle zu einem Eventim-Drucker mit Kassierer umfunktioniert wurde. Toll !!

Drinnen geht das Abenteuer dann weiter. Wir erleben einen Rueckschlag. Der Kleidung nach zu urteilen haben viele Menschen hier wohl eher NICHT studiert… Die Location selbst erinnert mich BRUTAL an die guten, alten Elserhallen (schmacht…), Super !! Der Support ist lustig (die Musiker sind verdammt gut, die Saengerin eher gewoehnungsbeduerftig, das Liedgut als solches ebenfalls…).

Da die Halle noch recht leer ist, bewegen wir uns weit nach vorne in die dritte Reihe. Der Plan ist, dort den Anfang der Glasvegas Show anzuschauen, um sich dann gegebenenfalls weiter nach hinten in ruhigere Gefilde zu bewegen. Die Show beginnt und die Stimmung ist grossartig. Die Leute singen jeden Song komplett mit (besonders vom ersten Album).

Aber irgendwas laeuft falsch. Wir stehen noch immer in der dritten Reihe, und kein Mensch um uns herum draengelt oder schubst oder schiebt oder was weiss ich… Wir erleben eine voellig andere Konzertkultur (die ich so bislang auch aus England nicht kannte), und die sich auch am Bierstand fortsetzt. Eine junge Dame neben mir wird “versehentlich” vor mir bedient, obwohl ich schon laenger dastehe. Sowohl sie als auch der Barmann entschuldigen sich ernsthaft bei mir dafuer.

“Standing in Cue” hat drueben einfach eine voellig andere Qualitaet.

Da koennten wir (Deutschen) alle (!!) mal ein Praktikum machen!!

Das Konzert ist grossartig und bleibt EXTREM ENTSPANNT. Auch die Musiker von Glasvegas haben auf der Buehne sichtlich viel Spass. Leider bemuehen Sie sich (verstaendlich!) im Gegensatz zu den Konzerten in Deutschland nicht um ein gepflegtes Englisch. Und von ihrem – mit Verlaub – schottischen Kauderwelsch versteht man nun wirklich kein Wort …

Nach dem Konzert gibt’s ordnungsgemaess ein Shirt vom fliegenden Haendler, ein Black Cab zurueck Richtung Hotel, und einen Boxenstopp beim Inder gegenueber:

Koennte ein grossartiger Tag auf der Insel einen besseren Abschluss finden als bei Vindaloo und Cobra ?!