Archive for the ‘Musik’


Published Juni 7th, 2011

R.I.P. 2011

Rock im Park

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Freitag, bestes Wetter, Social Distortion und “Open Air” auf der A9 – es läuft !!

Nach einer angenehmen Anreise komme ich im Lande der Franken an. Dort erwartet mich eine standesgemaesse Begruessung incl.  ”3 im Weckla” und einem Spalter- was will man mehr…?!

Entspannt geht’s zum Treffpunkt – wir liegen gut in der Zeit – einchecken in der Pension \m/  (absoluter Geheimtipp – aber dazu später mehr). Als Inhaber steht ein gewisser Fritz H. auf der Klingel. Nach einer weiteren Runde “angemessener Begruessungsrituale” nehmen wir langsam aber sicher den Aufbruch in Angriff.

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Zum Festivalgelaende faehrt sichs am schoensten mit der Tram. Quer durch die Buscamper (grandiose Idee das Parkett incl. Biergarnitur AUF den Bus zu montieren…) geht’s zur Centerstage. Sofort sind wir mittendrin statt nur dabei. Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein spielen die KOOKS zur Einstimmung auf – gute Laune Musik aus Brighton und feinste Stimmung am Becksstand (hier laesst man uns leider keine Wahl…)

Weiter zur Alterna Stage – auch hier ergattern wir ob der humanen Zeit einen prima Platz, aber IN FLAMES reisst uns alle nicht vom Hocker. Auch DISTURBED ist  nicht wirklich schlecht -aber auch nicht wirklich überzeugend. Auch wenn sie vermeintlich zu den erfolgreichsten Metalbands dieser Zeit gehoeren. Um das Publikum wirklich zu begeistern, muessen sie denn doch auf ein – zugegeben sehr gelungenes – Cover von “Land of Confusion” zurueckgreifen.

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Zurück zur Center-Stage und gemaessigteren Tönen: COLDPLAY melden sich nach ein wenig Abstinenz mit einem feinen Auftritt zurueck. Aber in etwa nach 2/3 des Sets marschieren wir zurück zur Alterna und zu KORN (klingt nach Stress – ist aber aufgrund der kurzen Wege recht entspannt- auch wenn der Zeitplan uns hier zum ersten Mal ein wenig nervt…). KORN liefern eine Performance ab, die sogar mich als Skeptiker wirklich ueberzeugt.

Weils grad so schön is, bleiben wir noch ein wenig bei der Alterna Stage und schauen was ROB ZOMBIE so treibt. Im Nachhinein haetten wir aber wohl besser bereits hier den Weg zur Clubstage eingeschlagen und BONAPARTE angeschaut – Rob Zombie ist jetzt nicht so der Reißer: Die Musik haut mich nicht um und die Maskerade wirkt auch ein wenig überholt…

Zum Abschluss des ersten Tages gibt’s STEREO MCs – das ist jetzt nicht wirklich eine Band, wie man sie sonst auf einem Rockfestival findet. Vielmehr waren es ursprünglich lediglich ein Sänger und ein DJ, zu denen sich später noch ein fester Drummer und eine Sängerin gesellt haben. Wie auch immer, ich finde den Auftritt klasse, auch wenn nicht alle Teilnehmer meiner Meinung sind. 

Und jetzt kommt der kleine Luxus, den man sich mit 40 auf einem Rockfestival einfach gönnen darf (Puristen bitte wegschauen): Mit dem Taxi “nach hause” fahren, in einem Bett schlafen, und am nächsten Morgen ausgiebig und heiß duschen!!

Womit wir bei Tag 2 sind.

Nach einem kleinen Sit-In auf der wunderschönen Terrasse der Pension \m/ geht es nahtlos über zum fantastischen Fruehstuecksbuffet mit frisch gegrillten, fraenkischen Bratwürsten und Kaltgetraenken vom schönen Tegernsee. Also diese Pension \m/…Wirklich: Allerfeinst !!

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Mittags ist dann Aufbruch zum Festivalgelaende – mit der Trambahn – immer noch herrlich !!

Auf dem Programm steht MASTODON – sicherlich nicht jedermanns Sache !!  Rein optisch sprechen wir auf den ersten Blick von gefuehlten 150 jahren Knast auf der Buehne – und da haben wir bislang nur den Gitarristen gesehen….

Handwerklich sprechen wir von feinstem, anspruchsvollem Metal – und nicht umsonst haben die Jungs 2007 einen Grammy fuer die beste Metal Pervormance bekommen…

MILLENCOLIN dient ein wenig zur Ueberbrueckung – die machen durchaus Spass, auch wenn sie nicht so richtig mitreissen können. 

Noch ein wenig enttaeuschender verlaeuft leider die von mir persoenlich mit Hochspannung erwartete Performance von DUFF MCKAGANS LOADED – Slashs alter Mitstreiter versucht sich mal wieder als Frontman und muss sich leider sagen lassen: Junge, es laesst sich nicht erzwingen… Da nützt auch das 412te “C’mon Motherf_ckers” nichts…

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Bei der Rueckkehr zur Centerstage erleben wir die letzten Stuecke von AVENGED SEVENFOLD,

die fuer diese Tageszeit (es ist gerade mal 17.00 Uhr) ein knackiges Feuerwerk ( im wahrsten Sinne des Wortes) auf der Bühne abbrennen.

Ein weiteres Highlight des Wochenendes kuendigt sich aus Daenemark an: VOLBEAT!

Ich weiss nicht wer den Kameraden den Sound versaut hat- man moege ihn am hoechsten Lichtmast aufhaengen – aber selbst damit konnte die Performance nur unwesentlich geschmaehlert werden!

Grossartig!!

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Weiter geht’s mit einem nationalen Hochgenuss: die BEATSTEAKS aus Berlin geben maechtig Gas, machen richtig fein Stimmung, und setzen (dank des besseren Sounds) eine neue Benchmark .

Tja, und jetzt kommen wir zu einem komischen Kapitel. Fuer viele war es das grösste Ereignis des Wochenendes, fuer mich war es zumindest die grösste Ueberraschung. Niemals haette ich mir vorstellen koennen, dass 50 000 Menschen in Franken (also quasi noch in Mitteleuropa) zu armenischer Volksmusik singen, die begleitet von aggressiven Gitarrenparts eine alles andere als eingaengige Mischung bildet. SYSTEM OF A DOWN legen einen unvorstellbaren Auftritt hin. Auch wenns mir nach der Haelfte langt – 49998 haben offensichtlich noch lange nicht genug – fair enough.

Ein wenig schade ist letztlich nur, dass die plötzlich auftauchende Muedigkeit bei “SISSDEM” die Motivation zum Besuch des AND YOU WILL KNOW US… Auftrittes raubt. Aber gut…

Nach einer angemessenen Mütze Schlaf in der grossartigen Pension \m/, die auch durch später heimkehrende Mitbewohner und deren Spontanparty nicht sabotiert wird, kann es am Sonntagmorgen weitergehen zu neuen Taten. 

Nicht zu uebersehen: Tag 3 beginnt.

Das Wurschtbuffet gestaltet sich heute etwas experimentieller. Anstatt der klassischen, Fränkischen vom Grill gibt’s heuer eher einen Workshop. Gemeinsam mit dem fantastischen Gastgeber (überhaupt kann man die Herbergseltern in der Pension \m/ ja gar nicht genug loben…). Gemeinsam mit dem Gastgeber also bereiten wir eine Currysauce zu, die selbst in Bombay und Bochum ihresgleichen sucht. Im Duett mit feinen Kartoffelstaebchen aus dem Tandoor – naja, aus dem Ofen halt – ist somit für ein weiteres kulinarisches Dings gesorgt.

Musikalisch wird es dann am Nachmittag wieder interessant mit WE ARE SCIENTISTS, die ihre Musik gerne als – und hier moechte ich gerne Wikipedia zitieren- “einen Rennwagen, der in eine riesige Torte rast” bezeichnet. Sie sei “aufregend, suess und etwas zermatscht”. Hat je eine Band ein faszinierenderes Statement ueber sich selbst abgegeben…?!

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Die PLAIN WHITE Ts nehmen wir mit, weil sich vor den naechsten Acts auf der Centerstage ein Umzug an sich nicht lohnt. Auf die Gefahr hin, dass ich mich an dieser Stelle wiederhole. Sie tun halt keinem weh… Fuer meinen Geschmack etwas zu radiokompatibel. Aber es koennte schlimmer kommen. (An dieser Stelle male ich mir Nickelback aus und finde die Plain White T’s auf einmal gar nicht mehr so schlecht…).

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Aber das alles ist eh nur Vorgeplaenkel auf das was nun kommt. Erst einmal betreten THE GASLIGHT ANTHEM die Buehne. Die sind nicht mehr ganz so druckvoll wie noch vor einiger Zeit. Und man kann nur hoffen, dass sie sich nicht zu sehr in die Mainstreamrichtung ziehen lassen. Aber sie bieten noch immer eine extrem sympathische Rockperformance. Nach eigenen Angaben orientiert sich ihre Musik sowohl an Bruce Springsteen (mit dem sie mittlerweile auch schon hier und da gemeinsam auf der Buehne standen) als auch an diversen amerikanischen Punkrockbands. Noch immer eine feine Mischung.

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Einer ihrer Vorbilder duerfte gleich im Anschluss auf der Buehne stehen. Doch vorher nutze ich die Umbaupause um mir ein wenig SELIG auf der Alterna anzuschauen. Ich hab zwar nur fuer ne handvoll Songs Zeit, doch die sind mal wieder sehr überzeugend, Sie habens nicht verlernt und dürften auf jedem Festival gern gesehene Gäste sein. Gerne würde ich noch ein wenig bleiben, aber auch hier macht mir der Plan einen fetten Strich durch die Rechnung. Und auf der Centerstag kommen wir nun zu einem “PRIO 1 Event”.

Mike Ness und SOCIAL DISTORTION geben sich die Ehre, und selbst wenn der Auftritt verglichen zu Hallenkonzerten etwas unspektakulaer verlaeuft, so ist das doch mein persoenliches Highlight.

Social Distortion bringen mit ihrem unverwechselbaren Stil eine faszinierende Präsenz und einen fantastischen Druck auf die Buehne, wovon viele andere Bands nur träumen koennen. Auch wenn Mike Ness trotz seiner 1000 Tattoos mittlerweile etwas reifer und ruhiger wirkt (immerhin ist es erst 5 Jahre her, dass er wegen eines beim Skateboarden gebrochenen Handgelenkes 45jaehrig eine Tour absagen musste), auch wenn seine Vorliebe fuer gute Countrysongs immer oefter hervortritt. Mike Ness ist und bleibt ein Unikum.

Was nun kommt ist der Fesival GAU: 3 Bühnen mit 3 Acts die wir sehen wollen.

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WOLFMOTHER (Alterna), MANDO DIAO (Center) und BLACK STONE CHERRY (Clubstage)Gepackt von einem ploetzlichen Energyschub (die zweite Luft – oder war es die dritte…?!) beschliesse ich einen astreinen Endspurt einzuleiten und schaue mir 20 Minuten von jeder Band an.

Dabei bleibt zu sagen: WOLFMOTHER bieten das erwartete musikalische Schmankerl – auch wenn ich mit dem Kameraden nicht unter einem Dach wohnen moechte. MANDO DIAO bieten einen feinen Auftritt auf der Centerstage – auch wenn ich sie mir noch immer in die Tonhalle zurueckwuensche.

Das eigentliche Highlight des “Timetable GAU Trios” aber sind BLACK STONE CHERRY: Man stelle sich die fruehen Guns’n'Roses vor  – mit einem Axl Rose NACH dem Stimmbruch – here we are !! Das macht Spass !!

Den angemessenen Abschluss eines fantastischen Wochenendes bilden KINGS OF LEON.

Es ist ja immer so eine Sache, wenn man eine Band vor nicht allzu langer Zeit in der Halle gesehen hat, und sie nun beim Open Air Spektakel vor sich sieht. Aber KOL machen ihre Sache ganz vorzueglich. Einen besseren Abschluss kann man sich kaum vorstellen.

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Aufgrund der längeren Heimreise lassen wir die Zugaben sausen – eigentlich um dem Mörderstau zu entgehen – und machen damit im nachhinein aber sowas von alles richtig. Denn mit den Zugaben kommt der Regen. Wolkenbruch. Weltuntergang. Er erwischt uns 200 Meter vor dem Auto und wir werden trotzdem patschnass. Aber was solls: DAS haette sicherlich schlimmer kommen koennen…

Wie man spaeter erfaehrt, musste der Rausschmeisser DEADMAU5 aufgrund des Unwetters abgebrochen werden…

Was bleibt:

  •  Erinnerungen an ein nahezu perfektes Wochenende.
  •  Ein herzlicher Dank an die fantastischen Gastgeber der Pension \m/ .
  •  Ein gut gemeinter Hinweis an alle scheidenden Junggesellen: Nein, Männer in Hasenkostümen sind NICHT witzig !! Auch bzw. schon gar nicht beim Rockfestival!!
  • Das Erfolgserlebnis, es geschafft zu haben, als einziger auf dem Festivalgelände NICHT mit BEMBERS fotografiert worden zu sein.

DIBBDOBB!

Servus!

Published April 25th, 2011

Rock ‘n’ Roll is Black ‘n’ White

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Am Karfreitag – Anno 2011 – begaben sich im mittelfränkischen Schwanstetten (dort wo bekanntlich der Rock ‘n’ Roll zu hause ist) große Dinge:

Wir durften Zeuge werden bei den Vorbereitungen zur diesjährigen Festivalsaison von IGNITIÖN. In diesem Sinne: Let there be Rock…

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Published Januar 6th, 2011

Alben des Jahres 2010

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Arcade Fire: The Suburbs

Arcade Fire untermauern mit The Suburbs ihre Stellung als eine der wichtigsten und aufregendsten Bands des neuen Millenniums. Im Vorfeld zum Entstehen ihres dritten Album reiste das songschreibende Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne in die Suburbs von Huston in Texas, wo der Arcade-Fire-Sänger mit seinem Bruder und Bassisten William in The Woodlands aufwuchs. Die amerikanischen Vororte gelten als Sinnbild der (Spieß-) Bürgerlichkeit, dem gesellschaftskonformen und komfortablen Leben im abgesicherten Modus, der Langeweile, einer weitgehend problemfreien und unschuldigen Kindheit, die Angst sie zu verlieren. Das nun erwachsene Paar blickt also mit Abstand auf die Jugend zurück, zumal auch Régine – die Tochter haitianischer Auswanderer – in einem Vorort von Montreal aufwuchs. Die Verarbeitung der Vergangenheit, der Blick auf die teilweise massive Veränderung vertrauter Bilder führt die siebenköpfigen Arcade Fire auch musikalisch zurück.. (mehr)

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Vampire Weekend: Contra

Weltmusik, Ivy-League, Pullunder – Mann sind die uncool! Oder eben nicht.
Mit ihrem Zweitwerk “Contra” setzen Vampire Weekend die Redefinition des breitenwirksamen Rockfaktors von eigentlich megaödem Kultur-Schnick Schnack fort, ohne vom eingeschlagenen Weg abzuweichen.
Die Popkultur-Fundstücke, derer sich Vampire Weekend bedienen, um den eigenen Sound zusammen zu schustern sind sicher nicht aus der Rock’n'Roll Hall Of Fame ausgeliehen. Bevor die Band aus New York vor etwas über einem Jahr ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichte, fandet ihr doch alle Paul Simon so was von doof, oder? Die Musiklehrer-Ikone mit dem Hang zum Kulturimperialismus war in Styler-Kreisen ein ähnlich rotes Tuch wie Roland Kaiser und der Konsum seiner Platten wurde – wenn überhaupt – als Beispiel für die eigene Fähigkeit zur Ironie angeführt. Call Me Al, Baby. (mehr)

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Grinderman: Grinderman 2

Wer das Glück hatte, Birthday Party oder die frühen Bad Seeds live zu erleben, wird sich definitiv daran erinnern, welche Aggressivität, Energie und Bedrohlichkeit vom jungen Nick Cave ausging. Im Laufe seiner Karriere ging dem in Brighton lebenden Australier einiges davon verloren, vielleicht auch, weil die Drogen verschwunden waren und das Leben geordnete Bahnen nahm. Zuletzt klangen viele Nick-Cave-Alben recht routiniert aber wenig inspiriert, nur in seinen Drehbüchern (The Proposition) und Romanen (The Death Of Bunny Munro lauerte überall das Böse. Mit Grinderman kehrte Nick Cave unter Mithilfe der drei gleichberechtigten Mitglieder Warren Ellis, Martin Casey und Jim Sclavunos von den Bad Seeds zu seinen Anfängen zurück. Der ganz große Überraschungseffekt geht auf Grinderman 2 nach dem selbstbetitelten Debüt fast zwangsläufig verloren gegangen, denn wer hätte 2007 mit so einem Keulenschlag gerechnet? Trotzdem handelt es sich beim Nachfolger um eine überdurchschnittliche, tief im Blues getränkte Rockplatte. (mehr)

Auf den Plätzen (alphab.):

  

 

Übriggebliebende Highlights aus dem Vorjahr:

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Bombay Bicycle Club: I had the Blues,but I shook them loose

Es spricht einiges dafür, dass die Indiepop-Band Bombay Bicyle Club demnächst noch richtig groß raus kommen könnte. Ihr Debütalbum zeigt auf jeden Fall, welches Potenzial in ihnen steckt.
In ihrer kurzen Bandgeschichte haben Sänger Jack Steadman und seine drei Jugendfreunde schon Einiges erreicht. 2006 konnten sie den “Road To V”-Wettbewerb für sich entscheiden und sich damit einen Auftritt beim englischen V Festival sichern. Eine weitere Auszeichnung war, dass sie Jim Abbiss überzeugen konnten, ihre Platte zu produzieren. Immerhin hat der Studioveteran schon unter anderem den Arctic Monkeys, Kasabian und Adele zum Durchbruch verholfen.
Trotzdem ist das instrumentale Intro “Emergency Contraception Blues” erst einmal eher unspektakulär. Dafür rockt “Evening/Morning” ordentlich, um den jugendlichen Liebesschwur nach dem Aufwachen zu untermalen: “I am ready to owe you anything.”

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Mumford & Sons: Sigh no More

Was haben Shakespeare und Folk-Rock gemeinsam? Die Antwort liefern vier britische Mittzwanziger mit einem 60er lastigen Debütalbum.
Mumford And Sons sind zwar ein britisches Quartett, klingen aber vielmehr wie ein Bündel 40-jährige Holzfäller aus dem Süden der USA. Eine Familienbande, die sich in der Mittagssonne fernab der Zivilisation an einer rustikalen Holzhütte die Sonne auf den Bauch scheinen lässt und mit Grashalm im Mund Banjo, Akustikgitarre und Kontrabass zupft. Wobei der nach Familie klingende Name trügt: Blutsverwandt sind die Briten nicht, sie vereint vielmehr die Liebe zu Sechziger-Folk gepaart mit Bluegrass und Country. (mehr)

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Empire of the Sun: Walking on a Dream

Nicht erst seit man es in einschlägigen Werbespots hört…

Der australische Querkopf Luke Steele packt mehr Soul in einen Song als manch R’n'B-Act auf eine ganze Platte. Empire Of The Sun heißt sein neues Bandprojekt und liefert den eindrucksvollen Beweis.

Schon immer kreierte er Musik für denkende Menschen, die sich hinter ihren Gefühlen nicht verstecken. Nur schien der Zeitpunkt für Luke Steele und seine ehemalige Band The Sleepy Jacksons mehr als schlecht gewählt: Zu viel passierte 2006 im alternativen Rock-Bereich, so das ihnen niemand die nötige Aufmerksamkeit schenkte. Mit Empire Of The Sun wird es anders laufen.

Vor zwei Jahren zusammen mit dem hierzulande unbekannten Musiker Nick Littlemore als Kunstprojekt gegründet, sorgten schon die ersten Singles für Aufsehen: Der NME verpasste dem Duo das Prädikat “One of the best Newcomer 2009″ – und wer dem Debütalbum “Walking On A Dream” nur ein paar Minuten lauscht, wird merken, dass dies durchaus berechtigt ist. (mehr)

 

Konzerte des Jahres:

Frühling:  Bombay Bicycle Club im 59:1 (schönstes Clubkonzert)

Sommer:  U2 im Olympiastadion zu München (bestes Musikspektakel)

Herbst:  Arcade Fire im Zenith (wohl unterm Strich die Nummer 1)

Winter:  Sportfreunde Stiller im Zirkus Krone (perfekter Jahresabschluß)

Published Dezember 23rd, 2009

Alben des Jahres 2009

Them Crooked Vultures: Them Crooked Vultures

Them Crooked Vultures: Them Crooked Vultures

Wir spielen so, wie andere es nicht können.” Der mit breiter Brust formulierte Satz sagt eigentlich alles. Die aktuelle Heilige Dreifaltigkeit harter RockmusikJosh Homme, Dave Grohl und John Paul Jones – schenkt der Anhängerschaft zwar keine neuen Genre-Gebote. Them Crooked Vultures spielten dennoch eine unverwechselbare Platte ein. Eine richtig gute noch dazu. (mehr)
Kasabian: The West Ryder Pauper Lunatic Asylum

Kasabian: The West Ryder Pauper Lunatic Asylum

Die mit dem Albumtitel bezeichnete Klapse war seinerzeit die erste Einrichtung für sozial schwächer gestellte Menschen mit Dachschaden. Auf dem Cover mimen die Engländer, gehüllt in Gewänder mehr oder minder bekannter Personen, die Insassen. So glotzen uns Napoleon und ein x-beliebiger Geistlicher durch einen Spiegel an. Mit diesen Impersonifikationen vergleichbaren stilistischen Eklektizismus legen die Mannen um Hauptsongwriter Sergio Pizzone musikalisch an den Tag. (mehr)

Pearl Jam: Backspacer

Pearl Jam: Backspacer

…”Backspacer” ist nun der lang erwartete Befreiungsschlag und klingt wie ein Tritt in den Unterleib der Ewiggestrigen (und des republikanischen Ex-Präsidenten). Vier Songs in zwölf Minuten, erst dann gibts passenderweise mit der Ballade “Just Breathe” Zeit zum Verschnaufen, gleichzeitig eine der schönsten Balladen seit Jahren, die schwer den Fingerpicking-Charme von Vedders Soloalbum atmet.(mehr)

Auf den Plätzen (alphabet.):

 

 

 

Übriggebliebende Highlights aus dem Vorjahr:

The Gaslight Anthem; 59 Sounds

The Gaslight Anthem: The ’59 Sound

“The ’59 Sound” ist das beeindruckende Zeugnis einer wachsenden Band, der man glücklicherweise beim Reifen zuhören darf. Brian Fallon, Alex Levine, Benny Horowitz und Alex Rosamilia haben nicht nur sich, sondern auch ihren Sound gefunden. Konstatierte ich vor Jahresfrist noch Ähnlichkeiten mit Social Distortion, hört man hier und da nun niemand Geringeren als den Boss durch.

Denn die Stücke auf dem Zweitwerk sind nicht einfach Punkrock mit poppigem Appeal, sie atmen den All American Spirit der Arbeiterklasse nach Bruce Springsteen, und, vielleicht am wichtigsten: Sie haben Seele. Jeder einzelne Song könnte ein nahe stehendes Familienmitglied sein, ein guter Freund, eine verloren geglaubte Liebschaft.

Moke: Shorland

Moke:  Shorland

Dass man beim Stichwort holländische Rockbands hierzulande eher früher als später an Within Temptation denkt, spricht nicht gerade für die Alternative Rock-Szene des Landes. Dabei gab es mit Krezip und Kane immer wieder Bands, die es auch jenseits der heimatlichen Grenzen zu beachtlichem Erfolg brachten.

2009 versuchen Moke in deren Fußstapfen zu treten. Mit einem Fürsprecher wie Paul Weller stehen die Zeichen dafür ziemlich gut. Der Modfather findet nicht nur Gefallen am stylishen, von Karl Lagerfeld (!) designten Outfit der fünf Musiker aus Amsterdam, sondern auch an deren Sound, was ein Aufkleber mit seinem Zitat “Fucking Smashing Tunes” auf dem Moke-Debüt “Shorland” verdeutlicht.

Glasvegas: Glasvegas

Glasvegas: Glasvegas

Es war für Musikjournalisten im Januar 2009 eigentlich unmöglich, am Namen Glasvegas vorbei zu kommen. Zwar hatte bis eben noch kein Mensch irgendwas von den vier gehört, doch in so genannten “Sound of 2009″-Listen wurde einem das Debütalbum schon recht marktschreierisch um die Ohren gehauen.

 

Konzerte des Jahres:

Frühling:  Social Distortion (Special Guest The Gaslight Anthem) im Zenith

Sommer:  U2 im Olympiastadion zu Berlin

Herbst:  Kasabian in der Theaterfabrik

Winter:  Them Crooked Vultures im Zenith