Archive for the ‘Allgemein’


Published November 8th, 2010

B.R.D. Tag XXIV

Heimaturlaub. Der erste seit meinem Einzug hier. Und der gestaltet sich ein wenig schwieriger als erwartet. Auf meine Anfrage bei der Stationsschwester, ob es denn langt, wenn ich mich bei ihr abmelde, ernte ich ein mitleidiges Lächeln. Die nette Dame händigt mir ein Formular aus (wie konnte es auch anders sein), das ich nach bestem Wissen und Gewissen ausfüllen möge.

Grund der Abwesenheit…

‘Gaslight Anthem Konzert’ erscheint mir denn doch zu mutig.

‘Unaufschiebbare ,persönliche Termine’ klingt doch gleich viel unverfänglicher…

Ansonsten ist der Wisch gar nicht so schlimm wie befürchtet.

Also zurück damit zur Schwester.

Die muss nun erstmal einen Arzt suchen gehen, da meine Stationsärztin sich ein paar freie Tage gönnt.

Eine ganze Weile später klingelt mein Telefon: Man habe nun einen Arzt gefunden, der habe mein Vorhaben bewilligt, ich könne nun mit dem Schriftstück zur Verwaltung gehen, um mir den dortigen Segen abzuholen.

Dort angekommen erwische ich doch tatsächlich auf Anhieb den zuständigen Herrn – und kann mein Glück kaum fassen.

Bis er meinen Antrag in Händen hält:
Jaaaa, so gehe das aber nicht. Abwesenheiten über Nacht können nur in absoluten Ausnahmefällen genehmigt werden. Und dann auch nur für EINE NACHT.

Wie blöd. Jetzt war das Ding so gut wie durch, und dann macht die Bürokratie mir doch noch einen Strich durch die Rechnung…

Als ich dann endlich losfahren kann die nächste Überraschung:

Der Zug ist pünktlich…

Zumindest der erste Zug, der mich nach Freilassing bringt.
Dort sind 30 Minuten Aufenthalt geplant. Ich sitze auf dem Bahnsteig und lasse mir die Sonne auf die Nase scheinen. Es gibt schlimmere Schicksale. Und schließlich habe ich nur noch 90 Minuten Fahrt vor mir.
Leider kommt es, wie es kommen muss: Der zweite Zug hat schlappe 40 Minuten Verspätung…

Nachdem ich dann meine diversen Termine erledigt habe, geht es dann zu guter Letzt auch zum ‘Gaslight Anthem’ Konzert in die Tonhalle. Dazu gibt es 3 Dinge zu sagen:

1. Gaslight Anthem waren prima.

2. Gaslight Anthem wären sicherlich noch besser gewesen, hätte man einen der wenigen Plätze in der Tonhalle mit einer erträglichen Akkustik erwischt. Ich mag sie einfach nicht, die Tonhalle…

3. Special Guest ‘Chuck Ragan’ war ne Macht. Und ich kannte den Herrn vorher nicht. Ich gestehe: Eine echte Bildungslücke !

Sonntagabend dann ein deutlich entspanntere Fahrt mit dem Auto.

Und dann gehts auf in die letzten Tage…

Published November 7th, 2010

B.R.D. Tag XXII

Mein erster Gedanke: Legebatterie. Massentierhaltung.

Und was soll ich bitteschön hier anstellen ?

Wie soll denn bloß MEIN Beitrag zum täglichen Frühstück aussehen…?! Ich wollte den Gedanken nicht zu Ende denken.

Doch ich bin noch einmal mit dem Schrecken davongekommen:
Es handelt sich hierbei lediglich um eine Inhalationsanlage. Hier durfte ich fortan jeden Tag nach dem Frühstück antreten, um meine geliebte SOLE zu inhalieren. Auch wenn die Apparatur etwas angsteinflößend ausschaut, und auch wenn es sicher nettere Dinge gibt als allmorgentlich angestöpselt zu werden: Ich werde meine Sole vermissen…

Published November 4th, 2010

B.R.D. Tag XXI

Neuzugänge in der Anstalt.
Der Fitnessraum zwängt sich gerade als Ort für soziale Studien ein wenig in den Vordergrund. Und die beiden neuesten Erscheinungen kann und will ich Euch nicht vorenthalten. Manni und Gregory (Namen wurden natürlich von der Redaktion geändert – und eventuelle Ähnlichkeiten mit realen Personen sind durchaus gewollt und unvermeidlich).
Fangen wir mit Gregory an. Gregory ist eine Mischung aus einem Luden mit Emigrationshintergrund und einem rumänischen Tennismanager. Gregory hat die Frisur von Yul Brynner und den Bart von Dschingis Khan. Zum Training läuft er grundsätzlich in schwarzen Boxerstiefeln auf. Dazu ein Mittelding aus Jogging- und Anzughose, wie ich es in dieser Form nie zuvor bewundern durfte. Ein schwarzer Kapuzenpulli verdeckt nur kurze Zeit ein ebenso schwarzes Muscleshirt, das wiederum den stattlichen Puffbrausebauch nur unzureichend im Zaum hält. Seit Gregory im Hause gastiert, erlebt das Solarium einen niemals erwarteten und erst recht noch nie dagewesenen Umsatzanstieg. Ich gehe davon aus, daß ich den dezenten Goldschmuck nicht extra erwähnen muss…
Kommen wir zu Manni. Manni ist die glorreiche Kreuzung aus einem abgehalfterten Volksmusiker und einem Gebrauchtwagenhändler. Sein Haupthaar ist halb Minipli und halb gewagte Föhnfrisur. Vokuhila versteht sich von selbst. Manni trägt vorzugsweise BMW Racing Schuhe und das dazu passende Shirt (vermutlich eine Leihgabe seines unehelichen Sohnes in der Pubertät). Das große Glanzlicht seines Outfits ist jedoch die Hose. Sagt Euch Mario Kempes noch etwas…? Oder meinetwegen auch Paul Breitner. Beide trugen ja zu ihrer Zeit das Beinkleid ihrer Sportgarnitur gerne so, daß eher nichts flattert… Manni bevorzugt diese Tragweise ebenfalls. Seine Turnhose ist aus einem undefinierbaren, glanzlosen Stoff und hat 2 (!!) Streifen.
Manni trägt ein schwer zu beschreibendes Etwas um den Hals, das sich nur bei näherem Hinsehen und durch die Existenz von Kopfhörern als Musikabspielgerät zu erkennen gibt. Erst vermutete ich ein Relikt aus den 80ern – den guten, alten Walkman- und mir wurde fast ein wenig wehmütig. Bei erneutem, unauffälligem aber detailliertem Studium gab es jedoch gewisse Hinweise auf einen digitalen Hintergrund.

Diese beiden Sportsfreunde beehren uns also fortan mit ihrer Anwesenheit.

Und ich frage Euch: Wie soll man denn da einer ernsthaften, sportlichen Aktivität nachgehen…?

Published November 2nd, 2010

B.R.D. Tag XX

Und dann war da noch der Kollege, der mir stolz erzählte, er habe sich gerade ein paar MBTs gekauft. Löbliche Sache. Die Dinger sind schon irgendwie cool (ich meine damit den Effekt, nicht das Aussehen…). Gut, er hat keine Originale gekauft, sondern Kopien bei Deichmann. Kann man machen – muss man nicht machen – betrachten wir das einfach einmal wertfrei.

Spannend wird die Sache sowieso erst, wenn wir uns den guten Herrn bildlich vorstellen. Er hat nämlich gut und gerne 20 Kilo Übergewicht. Eher mehr. Und hat sich die Teile zum joggen (!!!) gekauft. Ich muß nicht erwähnen, daß er mindestens 5 Jahre KEINEN Sport gemacht hat.

Genug der Fakten. Nun sehen wir ihn vor uns, ja ?! Angemessen gekleidet (wir erinnern uns an die Rautenmuster) hüpft er nun also auf Masai Schuhwerk durch das deutsch- österreichische Grenzgebiet.

Und dann wundern wir uns noch, daß ‘die da drüben’ uns nicht ernst nehmen….
Also MICH wundert nichts mehr…

Ich habe vorsichtig versucht ihm die Sache auszureden. Ich meine: Wir müssen ja auch an die Krankenversicherungsbeiträge denken. Und ich wäre bereit zu wetten, daß die Geschichte nicht ohne Verletzung ausgehen kann. OK, es gibt auch Leute die auf Pumps Skateboard fahren…

Wir werden sehen.

PS: Eben gibts Entwarnung. Man hat festgestellt, daß die Schuhe ‘doch nicht so gut’ zum Joggen geeignet sind. Schade für die Sensationsgier – aber gut für die Beiträge !!

Published November 2nd, 2010

B.R.D. Tag XIX

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Feiertag. Programmfrei. Was ist da zu tun ?! Warum nicht ein Fahrrad ausleihen und die Umgebung unsicher machen. Beim nächsten Radldantler angekommen erstmal Erstaunen:
Ist das DER Sigi, oder hat der zumindest seine Finger im Spiel ?! Ein Verdacht kommt auf: Gibt es hier etwa mafiöse Strukturen in der Heilbadidylle ?!
Wie auch immer: Das Rad ist prima, über den Preis sind wir uns (relativ) schnell einig. Es kann losgehen.

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Kurz orientiert ob der vielen Radwanderrundwege etc. und geschaut, an den Schildern welcher Farbe man sich am besten orientiert, und los gehts.
Gleich im Nachbarort haben sich die hübschesten Mädels des Landkreises versammelt (mir sind zumindest keine hübscheren begegnet):

Darüber hinaus -sind wir mal ehrlich- verläuft die Tour eher unspektakulär an der Saalach entlang. Es ist schön, aber nicht wirklich spannend. Um hier aufregende Momente zu erzählen, müsste man das Verhältnis von Tatsachen und Dichtung eine wenig- ähm- überstrapazieren!!

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