Archive for Januar, 2014


Published Januar 1st, 2014

Alben des Jahres 2013

Das war nun also 2013. Und was hat es uns musikalisch gebracht?! Eine recht schwierige Frage. Und noch dazu ist das eine sehr zwiespältige Angelegenheit.

Ich gehe jetzt mal von mir aus: Auf der einen Seite habe ich so viel neue und spannende Musik gehört wie selten zuvor. Auf der anderen Seite hat sich bei den Alben so viel Altbewährtes durchgesetzt wie selten zuvor. Letztlich ist dies hauptsächlich meinen veränderten Hör- (und auch Kauf-)gewohnheiten zuzuschreiben. War ich früher eher der typische Albumkäufer, so habe ich mich nun in zweierlei Hinsicht endgültig umgestellt. Der Anteil von digitalen Downloads hat die Käufe von CDs in die Bedeutungslosigkeit verbannt. Und dabei wiederum überwiegen die Einzelsongs eindeutig.

In die gleiche Kerbe schlägt genau genommen, dass Compilations für mich mittlerweile den höchsten Stellenwert seit den frühen 90ern haben. Damals etablierte sich eine Reihe namens „Crossing all Over“ . Dabei haben sich die neuen egoFM Alben eine besondere Erwähnung verdient.

2013 hat für mich weniger Revolutionäres hervorgebracht als Bestätigendes. Viele Alben von Lieblingskünstlern haben meine Erwartungen erfüllt – aber eben auch nicht übertroffen. Arcade Fire, die Arctic Monkeys, Bosse, Pearl Jam und Vampire Weekend haben ganz feine Sachen abgeliefert – ohne jedoch brutalst hervorzustechen. Die Queens of the Stone Age haben ein tolles Stück Longplayer abgeliefert. Tricky hat sich selbst wiederbelebt mit einem bemerkenswerten Album.

Everything Everything und Moderat sind nur ganz knapp an den Top 3 gescheitert.

Aufs Treppchen haben es zu guter Letzt 3 fast schon konservative Künstler geschafft. Aber das waren die Sachen, die man einfach am besten „durchhören“ konnte. Hier war nicht der einzelne Song bemerkenswert. Hier zählt noch das komplette Werk.

Das Album von Junip (mit dem unfassbaren „Line of Fire“) konnte von Anfang an überzeugen. Selig konnten mit ihrem neuesten Werk in einer Form überraschen, die man ihnen wohl kaum noch einmal zugetraut hätte. Und Placebo letztlich haben ein Quasi-Comeback-Album herausgehauen, das mit Songs wie „Too many Friends“ und „Bosco“ eine fette Marke setzen konnten.

Bemerkenswert ist übrigens auch, dass keines dieser 3 Alben auch nur ansatzweise in den Top 10 der gängigen Musikpresse-Jahrescharts auftauchen konnte. Allerdings waren sich die Herrschaften der schreibenden Zunft auch untereinander dermaßen uneinig, dass sich meine Bedenken ob dieser Entwicklung in Grenzen halten.

junip_junip

junip_junip
Picture 1 of 1

Junip

Junip, das sind José González (Guitar & Vocals), Elias Araya (Drums) und Tobias Winterkorn (Keys). Die Band gründete sich bereits im Jahr 1998 in Göteborg, Schweden, veröffentlichte aber erst 2010 das gefeierte Debüt-Album Fields.

Junips selbstbetiteltes, zweites Studioalbum wurde über den Zeitraum von einem Jahr mit Unterstützung von Don Alsterberg (u.a. Sound-Guru bei Soundtrack Of Our Lives) im Proberaum der Band aufgenommen. Junip, das Album, besteht aus genau zehn Songs, an denen unerbittlich gefeilt und gearbeitet wurde. Es ist nahezu perfekt arrangiert und ausgewogen, es klingt homogen und ausgeklügelt, aber wirkt nie zu clean oder abgeklärt. Im Gegenteil, es rumpelt mächtig unter der Oberfläche und es knirscht und rauscht auch gewaltig, als ob die Songs uralte Artefakte wären, die eine Sound-Patina angesetzt haben.

Junip haben mit dem großartigen Albumopener “Line Of Fire” bereits ihren Beitrag zur Wahl des Songs 2013 abgegeben und können mit ihrer zweiten Single “Your Life Your Call” entspannt durch den kommenden Sommer soften – bewaffnet mit Disco Beat und synthetischen Handclaps, erschaffen sie tatsächlich so etwas wie einen Sommerhit für entrückte Melancholiker. (Quelle)

placebo_loudlikelove

placebo_loudlikelove
Picture 1 of 1

Placebo

Sie sind die erfolgreichste englische Alternative-Rock-Band der letzten zwei Jahrzehnte. Mit dem neuen Album meldet sich das Trio aus London zurück: mit neuer Energie, neuer Hoffnung und dem abwechslungsreichsten Sound seiner Karriere. Produziert von Adam Noble (Coldplay, Paul McCartney) und aufgenommen in den Londoner RAK Studios über einen Zeitraum von fast einem Jahr, ist Loud Like Love ein eindrucksvolles Beispiel für das über Jahrzehnte geschulte Auge von Brian Molko und seinem Sidekick Stefan Olsdal (Bass) für das Wesentliche, für kompositorische Finesse und den Mut, trotz bewährtem Rezept neue Wege zu gehen. Placebo war und ist für Molko auch immer eine willkommene Gelegenheit, sich zur aktuellen sozialen oder politischen Situation zu äußern. (Quelle)

selig_magma

selig_magma
Picture 1 of 1

Selig

Natürlich sind Zusammenhänge wichtig. Aber hier und jetzt wollen wir für einen Moment mal alles beiseite lassen und das neue Selig-Album betrachten, ohne an gestern, vorgestern oder morgen zu denken. Warum? Weil man noch nie in der Geschichte dieser Band so sehr das Gefühl hatte, dass es nur um den Moment ging. Magma ist ein derart jetztzeitiges, frisches und vitales Album geworden, dass man nicht einen Moment lang auf die Idee kommt, hier einer Band zu lauschen, die bereits auf eine derartige Karriere zurückblickt wie Selig. Einer Band, der nun ausgerechnet im 20. Jahr ihres Bestehens ein ebenso wütendes wie introspektives, bisweilen clever ironisches, dann wieder klug den Zeitgeist analysierendes Monster von einem Album gelingt.Schnell fand auch die 1. Single auf diesem besonderen Werk Platz. »Alles auf einmal« ist ein biografischer, intimer Song. Und ein weiterer Hit. Die Zeile »Bitte bitte bitte bitte bitte nicht alles auf einmal / Ich verliere meine Mitte und das hatten wir schon mal« verweist auf die Probleme, die der Sänger in den Neunzigern mit dem Ruhm hatte und macht deutlich, dass es nicht immer leicht fällt, mit den positiven Seiten des Applauses und dem Loch danach, umzugehen. »Ein Leben im Überflug, mit Leichtsinn und Selbstbetrug« – Plewka hat es erlebt.  (Quelle)

egofm

egofm
Picture 1 of 1

egofm compilation

Auf egoFM Vol.2 sind nicht nur einzigartige Entdeckungen aus dem egoFM-Musikprogramm zu hören, sondern auch wieder unveröffentlichte Songs, die der Sender durch direkte Künstlerkontakte gewinnen konnte:
So beispielsweise die Titel Tom Odell Another Love (Zwette Edit) oder Parov Stelar feat. Marvin Gaye Keep on Dancing (Makossa & Megablast Short Disco Version) .
Neben den exklusiven Remixen finden sich internationale Acts wie Franz Ferdinand, Phoenix, MGMT oder den Crystal Fighters auf der Doppel-CD.
Auch Nachwuchskünstler werden gefördert: Der jeweils vorletzte Track auf beiden CD`s ist den Lokalhelden gewidmet, die in der gleichnamigen Sendung von Moderator Dominik Kollmann entdeckt wurden. OK Kid und Claire sind zwei Newcomer, die es sich wirklich verdient haben , freut sich Musikchef Mathias Straub.
Im Juli 2013 gab es für die erste egoFM Compilation schon den Ehrenpreis “Beste Newcomerförderung National: Multimedia”, der in Würzburg verliehen wurde.
Der Genremix ist wie auch bei der ersten Compilation unverwechselbar und reicht von Independent Sounds über elektronische Musik bis hin zu Clubklassikern Besser Anders eben!(Quelle)

Konzertmässig gab es 2013 nicht gar so viel wie im Jahr zuvor. Ähnlich wie bei den Alben gab es viele gute Konzerte, die relativ hohe Erwartungen erfüllen konnten. Aber auch hier muss man sagen: Da haben sich ein paar Veteranen gegen das junge Volk durchsetzen können…

Herauszuheben einerseits sicherlich BRAD. Die erste Europa Tour von Stone Gossard (Pearl Jam) mit seiner Zweitband. Und gleichzeitig mein erstes Konzert im neuen STROM. Ein absolutes Highlight!

Grundsolide aber mehr als überzeugend waren auch die „großen Events“. Sowohl die Toten Hosen als auch die Queens of the Stone Age und ebenso Volbeat haben großartige Shows abgeliefert.

Ein wenig enttäuschend waren leider meine persönlichen Lieblinge von Glasvegas, die als Support von Hurts ein gelinde gesagt seltsames Konzert spielten – das kann im neuen Jahr nur besser werden…

Zum krönenden Abschluss gab‘s dann nochmal ein besonderes Ereignis. Nicht nur, dass ich doch noch reingekommen bin beim längst ausverkauften, großartigen Club Gig von Casper im Strom. Er tat mir sogar den Gefallen so früh anzufangen, dass ich gleich nach dem Konzert in die Muffathalle zu dem ebenso großartigen Thees Uhlmann fahren konnte, um wenigstens noch das letzte Drittel anzuschauen. Zwei solche Events an einem Abend: Das müsste verboten werden…

 

Die komplette Liste:

Brad/Strom

The Killers/Zenith

Emeli Sandé/Tonhalle

Kasabian/Backstage

Black Rebel Motorcycle Club/Tonhalle

…and You will know us…/Strom

Bosse/Muffathalle

Sportfreunde Stiller/Kesselhaus

Die Toten Hosen/Olyhalle

Hurts, Glasvegas/Zenith

Queens of the Stone Age/Zenith

White Lies/Theaterfabrik

Volbeat /Olyhalle

Casper/Strom

Thees Uhlmann/Muffathalle

 

Und dann gibt’s da noch dies für alle Spotify Anwender (ohne bestimmte Reihenfolge). Die Songs habe ich hierbei ein wenig ausgedehnt, weil es einfach sehr viele sehr gute Stücke gab (wie schon oben im Artikel beschrieben: 2013 war viel mehr ein Songjahr als ein Albumjahr)

effzetts 2013 top albums  &                     effzetts 2013 top 100 songs