Archive for Januar, 2013


Published Januar 1st, 2013

Alben des Jahres 2012

Besser spät als nie. So könnte man wohl meinen. Nachdem die meisten Jahresrückblicke ja mittlerweile schon im Herbst erscheinen (was bei den Printmedien im Zweifelsfall dennoch die Januar Ausgabe bedeutet), habe ich mich heuer für ein anderes Vorgehen entschieden, und das Jahr erst einmal zu Ende gehen lassen.

Das hat verschiedene Vorteile. Es kommt doch hier und da zum Jahresende noch ein Schmankerl nach. Was macht man damit, wenn der Text schon geschrieben und online ist?! Ergänzen? Blöd! Im nächsten Jahr berücksichtigen? Noch blöder! Weglassen? Am allerblödesten.

Meine Taktik hat sich zwar in keinster Weise auf den Jahressieger ausgewirkt (Django Django standen da schon lange fest), aber zum Beispiel Alt-J habe ich erst spät im Jahr entdeckt.

Interessant fand ich heuer auch die Bestenlisten der schreibenden Zunft. So unterschiedlich wie 2012 sind die meiner Meinung nach selten ausgefallen. Bis auf ein paar Gemeinsamkeiten (Frank Ocean war bei den meisten in den Top Ten) konnte man sich da nicht so recht auf die besten Alben einigen.

So wie im Vorjahr bei Adele so kam man in diesem Jahr wohl an Lana del Rey nicht vorbei. Mumford & Sons sowie Of Monsters And Men machten den Neo Folk mit feinen Alben endgültig salonfähig – auch das musste man berücksichtigen. Ansonsten gab es aber mit Alt-J, Sizarr, Tame Impala etc. eher Highlights jenseits des Mainstream.

Das Comeback des Jahres legten in meinen Augen Soundgarden hin. Ein schönes Stück Musik haben die Alt-Grounger da produziert – auch wenn sie sich danach mit ihrer erlesenen AMEX Club-Gig-Story ein wenig unbeliebt gemacht haben….

Django Django

Endlich, ein Jahrtausendwende-Revival! Die Popavantgardisten Django Django kommen aus betuchten Londoner Vororten und studieren in den vornehmen Vierteln Edinburghs. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum dürfte eine Menge Leute an die Hochzeit von Gruppen wie The Beta Band und Badly Drawn Boy erinnern. (Foto: David Drake) Wie alle guten britischen Bands lernten sich die vier Musiker 2008 an der Kunsthochschule Edinburgh kennen. Um dem langweiligen Luxusalltag zu entkommen, schlossen sie sich regelmäßig im Elternschlafzimmer von Bandleader David Maclean ein und machten Musik. Schon bald wurde klar, dass man nicht versuchen würde, den klassischen Britrock-Acts um Arctic Monkeys und Konsortien nachzueifern. England burnte ohnehin nicht mehr. Und die Jamsessions dauerten oft bis tief in die Nacht, gebaren dabei experimentelle, treibende Songs, von denen bereits 2009 zwei Stück auf die vielversprechende Doppel-A-Single “Storm/ Love’s Dart” geprägt wurden. Nun sollte die erste LP her. Mit dem abgeschlossenen Studium und ohnehin durch Eltern großzügig betreute Kontoauszüge im Rücken, durfte man die Sache locker angehen lassen. Die romantische Vorstellung vom verarmten Avantgardemusiker, der sich mit E-Gitarre, Phaser und Pedal in experimentelle Welten flüchtet, ist hier also fehl am Platz. Aber warum sollte diese Gelassenheit keine gute Musik gebären? (Quelle)

Alt-J

Der ungewöhnliche Bandname alt-J resultiert aus der Tastenkombination für das Delta-Symbol – vorausgesetzt man verwendet einem Mac mit UK-Tastaturbelegung … So ungewöhnlich wie der Name ist auch die Musik dieser außergewöhnlichen Band aus Leeds. Auch wenn sich Referenzen zu den Wild Beasts, Radiohead (zur “In Rainbows” Zeit) oder The XX anbieten, lassen sich alt-J grundsätzlich mit keiner dieser Bands in eine Schublade stecken. Und Umschreibungen wie “Folk-Step” oder “Nick Drake trifft Gangsta Rap” beschreiben nur im Ansatz den innovativen Sound dieser Band. Alt-J erforschen auf ihrem brillanten Debüt verschiedenste Klangwelten zwischen Folk, Hip Hop, Indie und Pop-Musik und klingen dabei erfrischend anders und zeitgemäßer als das meiste, was sich sonst so aktuell auf dem Musikmarkt tummelt. Jede Wette, dass alt-J zu den Newcomern des Jahres zählen werden. (Quelle)

Sizarr

Man sollte es sich mit dieser Band nie zu einfach machen. Man sollte nicht der Versuchung erlegen, Sizarrs biografischem Buzz mehr Aufmerksamkeit zu schenken als nach ihrem nun vorliegenden, phänomenalen Debüt überhaupt noch übrig sein kann. Klar, als das 2009 losging mit Sizarr, da waren Fabian (voc), Philipp (synths, voc) und Marc (drums, percussion) für die Reife der bald von ihnen zu erwartenden Musik erstaunlich jung. Und natürlich, wenn man sich diese Musik in einem Städtchen wie Landau ausdenkt, dann passiert das auf einem unverkennbaren Nebenschauplatz hiesiger Popkultur. (Quelle)

Soundgarden

Sie prägten eine ganze Generation von Fans, gewannen 2 Grammys, waren für insgesamt 7 nominiert und zählen mit 21 Millionen verkauften Alben zu den prägendsten Rockbands der Geschichte. Soundgarden haben Maßstäbe gesetzt und Musikgeschichte geschrieben als eine jener Bands aus Seattle, die mit ihrem Sound das Publikum rund um den Globus begeistern. Jetzt bricht eine neue Ära an, denn Soundgarden legen am 09. November, nach über 15 Jahren, ihr neues Studioalbum “King Animal” vor.

Das Songwriting und die Aufnahmen zu “King Animal” waren durch und durch eine Gemeinschaftsarbeit: Das Album ist explosiv und voller Facetten – von der ersten Single “Been Away Too Long” an, über das vor Energie berstende “Blood On The Valley Floor”, das düstere “Worse Dreams” oder das wehmütige “Halfway There” bis hin zu ganz anderen Sound-Landschaften u.a. mit starken Jazz-Einflüssen wie bei “Black Saturday”. Die Lyrics sind gewohnt scharfkantig, beleuchten zwischenmenschliche Beziehungen ebenso wie politische Verflechtungen oder auch die Ängste und die Verwundbarkeit des Elternseins. Soundgarden bleiben auch bei ihrem sechsten Studioalbum ihren Alternative Rock-Wurzeln treu und legen mit “King Animal” das nächste Kapitel ihrer Bandgeschichte vor.(Quelle)

Konzertmässig gab es sehr viele Highlights. Interessant war auch, dass ich 2012 bei 21 Konzerten an 12 verschiedenen Locations war. Das Verhältnis erscheint mir erstaunlich, da man sich sonst doch meist eher an den üblichen, verdächtigen Orten herumtreibt…

Herausheben muss man dieses Jahr auf jeden Fall das 59:1. Nicht nur weil es das letzte Jahr dieser wunderbaren Location war (das 59:1 schliesst im Januar 2013 seine Pforten), sondern auch weil mit LA DISPUTE und den RIVAL SONS gleich 2 herausragende Events hier stattfanden.

Auch das Backstage hat mit 2 prima Musikerlebnissen (Of Monsters And Men sowie Madsen) eine Erwähnung verdient.

Der Sieg geht allerdings – ähnlich wie bei den Longplayern – ins Atomic zu Django Django.

Auch dieses Jahr gab es wieder einen Event außer Konkurrenz: Das Auswärtspspiel in Berlin bei Pearl Jam.

 

Die komplette Liste:

La Dispute (59:1)

French Films (Atomic)

Clap Your Hands (Ampere)

Boy (Kongresshalle)

Snow Patrol (Zenith)

Black Stone Cherry (Backstage)

Noel Gallagher   (Tonhalle)

The Jezabels (Hansa 39)

The Undertones (Atomic)

Rock im Park    – Zepellinfeld

(Soundgarden, Hosen, Metallica, Mastodon, Rival Sons)

Pearl Jam (o2 World Berlin)

OMAM  (Backstage)

Pretty Things (Ampere)

Madsen (Backstage)

Absynthe Minded (Atomic)

Rival Sons (59:1)

Herbert Groenemeyer (Circus Krone)

Selig (Ampere)

Florence & The Machine (Zenith)

Django Django (Atomic)

Toten Hosen (Olyhalle)

 

Und dann gibts da noch diese Neuerung für alle Spotify Anwender: 

effzetts 2012 top albums  &                    effzetts 2012 top 50 songs