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Published März 28th, 2012

Rugby

Für die einen ist es Nationalsport, Religion, Leben. Für die anderen gerade mal eine Randsportart, über die man so gut wie nichts weiss. Ausser natürlich, dass dort erwachsene Männer im Dreck raufen, um ein komisches Gebilde, das den Namen Ball nicht verdient hat, von A nach B zu tragen.

Dabei steckt so viel mehr dahinter…

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Rugby ist Gerüchten zufolge durch eine Unsportlichkeit beim Fussball entstanden.
Dabei hatte der Engländer (!) William Webb Ellis, als seinem Team im Jahre 1823 eine Niederlage bevorstand, den Ball mit den Händen genommen und ins Tor getragen. Ob der Niederlage ein Torwartfehler oder ein verschossener Elfmeter vorausging, ist nicht überliefert. Zumindest muss dieser Ellis aber in irgendeiner Form seine Hände im Spiel gehabt haben, sonst hätte man nicht 164 Jahre später den Weltmeisterpokal nach ihm benannt.

Rugby ist wahrscheinlich in ebensovielen Ländern Nationalsport wie Fussball. Warum dieser grossartige Sport gerade in Deutschland kaum Popularität geniesst, darüber kann man nur Vermutungen anstellen. Sicherlich kommt das durch die mangelnde Medienpräsenz hierzulande –
die ihrerseits erklärt sich natürlich auch dadurch, dass Deutschland bei den grossen Ereignissen -wie der Weltmeisterschaft- nicht teilnimmt. Und schon schliesst sich der Teufelskreis.
Dazu kommen natürlich noch die auf den ersten Blick komplexen Regeln und die Tatsache, dass es jede Menge verschiedene Arten von Rugby gibt (Rugby Union, 7er Rugby, Rugby League,…).

Die Rugby Union Weltmeisterschaft ist das drittgrösste Sportereignis der Welt. Lediglich die Olympischen Spiele und die Fussball Weltmeisterschaft haben mehr Zuschauer (den Superbowl lassen wir mal aussen vor, weil es sich dabei ja lediglich um EIN Spiel handelt – abgesehen davon ist das streng genommen ja auch nur eine abgewandelte Form des Rugby…).

Ab 2016 wird Rugby wieder bei Olympischen Spielen ausgetragen. Es bleibt zu hoffen, dass die Popularität hierzulande dadurch steigen wird. Hierbei wird die Variante des 7er Rugbys gespielt werden. Das hat nun wieder seine Vor- und Nachteile.
7er Rugby ist eine schnelle und laufintensive Art des Spiels – deshalb auch die recht kurze Spielzeit von 2x 7 Minuten- in der oftmals viele Punkte erzielt werden. Das führt zu attraktiven Spielen und ist extrem gut geeignet für ein Turnier wie die Olympischen Spiele.
Andererseits führt das gerade bei uns auch wieder zur Verwirrung. Man stelle sich vor, bei Olympia würde fortan Fussball zwar auf einem grossen Feld, aber 5 gegen 5 und lediglich 2x 10 Minuten gespielt. OK, der Vergleich hinkt, das 7er Rugby wurde nicht für Olympia erfunden – es hat schon auch eine lange Tradition. Dennoch: Ich glaube, die unterschiedlichen Arten vergraulen letztlich viele potentielle Zuschauer.
Aber vielleicht (hoffentlich) täusche ich mich ja. Rugby ist ein grossartiger Sport, dem in Deutschland viel mehr Popularität zu wünschen wäre. Kaum ein anderes Spiel vereint Kraft, Schnelligkeit und taktisches Geschick so sehr wie Rugby.

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PS: Die Fotos entstanden beim klaren Sieg des deutschen Teams gegen Moldawien.