Archive for Mai, 2011


Published Mai 26th, 2011

Berlin, Berlin, wir waren in Berlin…!!

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Donnerstag Nachmittag: Tasche einladen, Dach aufreissen, Musik aufdrehen –ab nach Berlin.

Mit Bosse,  den Crookes und Glasvegas verkürzen wir uns eine unspektakuläre Fahrt in die Bundeshauptstadt.

Einchecken im Art’otel zu Charlottenburg. Das Hotel ist, solange man nicht an Paranoia leidet, durchaus zu empfehlen. Ansonsten könnte man sich nach einer Weile von Andy Warhol verfolgt und beobachtet fühlen…

Leider kann ich Frau Zeininger nicht mehr zu einem spontanen Konzertbesuch bewegen – dabei hatte ich mir das mit den Rifles in einem Kreuzberger Club so nett ausgedacht – aber ich will sie ja auch nicht überfordern… Stattdessen suchen wir einen altbewährten Vietnamesen am Savignyplatz auf. Das Essen in dem Laden ist großartig. Der einzige Nachteil ist, dass man auf einer Fläche für 20 Tische mal eben 40 plaziert. Aber mit dieser Unart sind sie ja nicht alleine auf der Welt. Und bei den Charlottenburger Mieten kann man es ja auch ein Stück weit verstehen. So kommen wir zu dieser klassischen Situation: Man sitzt am Tisch, versucht sich ungestört zu unterhalten, und je mehr man es zu ignorieren versucht, umso mehr verfolgt man auch das Gespräch am Nachbartisch.

Da referiert ein Mensch eine geschlage Stunde darüber, wie gut seine frisch gereinigten, teuren Anzüge riechen, wenn er sie aus der Folie reisst… eine ganze Stunde. Sein weibliches Gegenüber ist -nach anfänglicher Abstinenz- mittlerweile beim dritten Mai Thai angekommen. Er zieht den Spannungsbogen geschickt zu seiner angestrebten Rechnungswesenfortbildung (ich zitiere: Basejumping klingt vielleicht spannender, aber dieser Kurs bringt mich beruflich ECHT weiter…).

Die Dame seiner Wahl bestellt einen neuen Cocktail ehe unser Held zurück zu seinem Lieblingsthema kommt… Wir gehen dann irgendwann, deshalb kann ich vom Ausgang dieser Geschichte nicht berichten. Das Letzte was ich beim Verlassen des Lokals höre ist “Anzug” und “noch ein Mai Thai, bitte…”

Freitag ist ausschlafen angesagt – gefolgt von einem netten Kaffee am Ludwigkirchplatz.

Ein wenig bummeln durch Charlottenburg. Spontaner Besuch der Herb Ritts Ausstellung bei Camera Work auf der Kantstrasse (hier landen wir irgendwie IMMER, wenn wir in Berlin sind… toller Laden !!).

Wir streunen weiter zum Optiker unseres Vertrauens (es gibt schon ein paar Dinge, fuer die sich ein Berlintrip lohnt, ja, doch…)

Ein wenig hungrig landen wir bei Spice India in der Uhlandstrasse zum ordnungsgemaessen Curry Test. Wir stellen fest: Den nehmen wir in unsere Liste auf – saustark !!

Wir lassen uns durch “Mitte” treiben.

Die vorherrschenden Farben sind mehr und mehr Blau und Weiss. In einem Sandwichladen entdecke ich grossartige Dinge: Einen Kuehlschrank mit Tegernseer Spezial. Wer kann dazu schon “nein” sagen ?!

Und da der Mensch nicht vom Curry allein lebt, verbingen wir den Abend beim wunderschoenen “Thai Inside“.

 Samstag ist ausschlafen angesagt (Deja Vu) ehe wir zu einem lustigen Termin der etwas anderen Art aufbrechen: Bei unserem letzten Aufenthalt in Berlin haben wir ein extrem nettes Fotostudio gefunden.

Und da mein Reisepass gerade “am ab am laufen” ist… Ein Souvenir der anderen Art.

Langsam macht sich Nervoesitaet breit und wir schlendern ueber den Ku’damm Richtung Gedaechtniskirche. Schon von weit her hoeren wir es: “Koenigsblauer Ess Null Vier…” Zur Mittagszeit haben sich hier bereits ca. 10 000 Schalker zum Fanfest vom Hauptsponsor eingefunden. Volksfeststimmung.

Hierdurch angemessen eingestimmt geht’s noch einmal zurueck ins Hotel: Ruestzeug anlegen !!

Nach einer kleinen Staerkung (also dieser Inder…) geht’s weiter zum Treffpunkt – irgendwo im Gestruepp – noch hinter dem Olympiastadion liegt die Waldschaenke.

Hier treffen wir auf einen Haufen Bekannte, auf ebensoviele noch Unbekannte, auf jede Menge Schultheiss, auf Currywurst ohne Ende und auf Kraenze voller Kuemmerling … Irgendwann geht’s los zum Stadion. Jetzt hilft auch die ganze Ablenkung kaum noch. Ich fuehle mich, als muesste ich selbst spielen…

Vorbei am Marathon-Tor marschieren wir Richtung Gegentribuene und nehmen unsere Plaetze ein. Was fuer eine Stimmung. Wir hatten ja schon viel von der besonderen Atmosphaere bem Pokalfinale gehoert, aber die Wirklichkeit uebertrifft alle Vorstellungen. Unglaublich ! Irre !! Ganz besonders !!!

Einen detaillierten Spielbericht erspare ich Euch an dieser Stelle. Nach einem holprigen Beginn hat Schalke das Ding ziemlich souveraen nach hause geschaukelt.

JA, OK: WIR HABEN DIE ZEBRAS VOM PLATZ GEFEGT ! ZURUECK IN DEN ZOO !!

Wie auch immer: Die Emotionen gegen Ende des Spiels, beim Abpfiff und auch danach, kann nur nachvollziehen :

  1. wer ein echter Fussballfan ist (somit sind auch ca. 70% der Bayernanhaenger raus…sorry)
  2. wer schon einmal im Stadion einen Titel gewonnen hat, den man ihm einige Minuten spaeter wieder weggenommen hat (ja, ich war am 19.05.2001 im Parkstadion dabei…)

 

Irgendwann geht’s weiter zu einem eher gemuetlichen Ausklang. Runterkommen. Verarbeiten.

So ganz zu Ende sind die Feierlichkeiten jedoch noch nicht. Auf unserem Heimweg, den wir zu vorgerueckter Stunde zu Fuss antreten (so gross kann dieses – aehm – Dings – aehm – Berlin – ja nicht sein…) stossen wir nach einer Weile wieder auf den Ku’damm. Und da ist es wieder: ein Volksfest in Blau und Weiss !! Im Stadion waren schaetzungsweise 30 000 Schalker. Und nun hat man den Eindruck, sie waeren ALLE vom Stadion hierher zum feiern gekommen. Wahnsinn. An einigen Stellen kommt man sich vor wie sonntags auf der Wiesn: Kaum ein Durchkommen !!

Sonntag ist ausschlafen angesagt (das hammer uns jetzt aber auch verdient…).

Nach einem gemuetlichen Fruehstueck am Ludwigkirchplatz in der Sonne ist Aufbruch.

Doch der Aufbruch gestaltet sich schwieriger als geplant: Bedingt durch die Berliner Autofahrer, das Radrennen, die Berliner Autofahrer, die Baustellen, die Berliner Autofahrer, den Sonntagsstau und die Berliner Autofahrer brauchen wir geschlagene 90 Minuten, bis wir endlich aus dem Stadtgebiet herausfahren. 5 Stunden spaeter sind wir zu hause: K.O. – aber gluecklich.

PS: Vielen, vielen Dank an den/die Menschen, die uns das ermoeglicht haben. Besonders einem ganz feinen Kerl in Berlin moechten wir danken, der uns -nicht erst an diesem Wochenende- sehr ans Herz gewachsen ist !

Published Mai 8th, 2011

Manchester Report – Day Two

Nachdem wir recht gut geschlafen haben (kein Wunder, wenn man 24 Stunden auf den Beinen war…) geht’s gleich weiter. Es gibt noch ein paar Ecken anzuschauen, und schliesslich wollen wir auch einigermassen zeitig am Stadion sein.

Erst einmal gibt’s aber ums Eck einen vernuenftigen Kaffee und – tatatataaaa:

Traditional English Breakfast!!

Gut gestaerkt kommen wir zur King Street. Und Staerke ist auch notwendig, um den riesigen Belstaff Store mit Ignoranz zu strafen… Sehr spannend ist auch der Pen-Shop (man kann schon eine unfassbare Kohle fuer “nette Accessoires” ausgeben…) und Vivienne Westwood!!

Hier haette es beinahe eine Business Variante der Halb-Acht-Hose gegeben…aber dafuer war ich dann doch zu feige – und wohl auch zu geizig, hehehe…

Die Innenstadt von Manchester fuellt sich stetig mit lustigen Menschen in koenigsblau.

Glueck auf – how do You do ?!

Die ersten 50/50 Schals tauchen auf und die ersten Haendler sind komplett ausverkauft !!

“I had a couple of hundred of these but they’re all gone, mate. All sold out. Just ordered some new stuff from Leeds, You know ?! Will take us about an hour.” Grossartig !!

Die Stimmung is toll. Ebenso das Wetter. Langsam macht sich ein wenig Nervositaet breit…

Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel laufen wir Richtung Old Trafford um unterwegs noch einen kleinen Snack zu uns zu nehmen: http://www.zoukteabar.co.uk/ heisst die neue Benchmark.

Der Laden ist unglaublich. Grandios. Das Essen ist perfekt. Die Leute sind super locker drauf (was natuerlich auch an der ungewoehnlichen Essenszeit liegen koennte…es ist mittlerweile 15.00 Uhr).

Irgendwann sitzt der Chef des Ladens an unserem Tisch und erzaehlt uns von seinen prominenten Gaesten. Das halbe Team von Man Untd. scheint zu seinen Stammgaesten zu gehoeren – hust hust – aber man koennte es ihm fast glauben. Die Jungs sind alle supernett – ausser diesem Rooney…

Ueberhaupt scheint Sportsfreund Rooney lange nicht so beliebt zu sein, wie man das bei uns glauben mag.

Wir nehmen ein Black Cab zum Stadion – soweit man halt kommt – und unterwegs begegnen uns an jeder Ecke koenigsblaue Trupps. Unser Fahrer ist ein klassischer Anhaenger seiner Zunft. Ich liebe diese Taxi-Gespraeche. Und: “Jaja, diese Man Utd Jungs, alles nette Kerls. Ausser diesem Rooney…”

Dann sind wir dort: Theatre of Dreams – Old Trafford. Toll !!

Ums Stadion herum ist Jahrmarktstimmung. Logisch. Aber es gibt auch eine Menge cooler Pubs.

Leider wollen die uns da nicht haben… Ohne rotes Trikot hat man da ganz schlechte Karten…

Atmo aufsaugen. Ortserkundung. Schaun, was die Tickets so “vor Ort” kosten (Ihr wollt es nicht wissen…glaubt mir….). Um uns herum extrem viel Tradition. Erfolge. Aber allgegenwaertig auch die Tragoedie von Muenchen (als sie vor gut 50 Jahren fast ihre komplette Mannschaft bei einem Flugzeugabsturz verloren).

Dann ins Stadion: Der Wow-Effekt! Wir konnten nicht genau einordnen, wo wir letztlich sitzen werden. Nun koennen wir es. Sagen wir mal so: Nur Franz Beckenbauer, Johannes B. Kerner und die Einwechselspieler beider Mannschaften hatten bessere Plaetze. Ordnungsgemaess sitzen wir 10 Reihen vor Peter Lohmeyer. Wir sind mittendrin statt nur dabei.

Das Spiel: Nun ja – was soll man dazu sagen – so richtig Spannung kam nie auf… Schalke ist nicht so schlecht wie befuerchtet – aber gut sind sie auch nicht, wenn wir ehrlich sind… Man kann nur hoffen, dass sich die Herren bis Berlin ein wenig “berappeln”. Einziger Lichtblick ist– wie kann es anders sein – Senior Raul. Der ist eigentlich ueberall!! Unfassbar dieser Mensch.

Die Stimmung im Stadion ist fantastisch. Die Gesaenge ohrenbetaeubend laut. Ein Erlebnis.

Que Sera Sera, whatever will be, will be, we’re going to Wembley, Que Sera Sera…

Das ist sowas wie die feinere Variante von: “Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin…”

Nach dem Spiel muessen wir unsere Tickets (widerstrebend) zurueckgeben.

Wir machen einen kleinen Fehler, ueber den wir hier besser den Mantel des Schweigens decken (ja, ich mag Pommes mit Essig, aber sie duerfen schon durchgegart sein…) und treten den Heimweg an. Nach unglaublichen 10 Minuten entdecken wir das erste freie Black Cab. Nachdem uns der Herr am Lenkrad sauber ueber den Tisch ziehen will, haben wir auch eine Ahnung, warum er frei ist. Aber nur eine Ecke weiter kommt ein aelterer Herr aus dem Stadion, um sich in sein Taxi zu setzen und den Dienst wieder aufzunehmen. Wer sagts denn. Wir steigen ein und haben eine angemessene Rueckfahrt. Der Gute ist- natuerlich – Season-Ticket-Holder. Natuerlich kennt er wen im Verein (sein Neffe war mit wem in der Schule oder so). Die Schalker Fans fand er toll. Und die Jungs von United: Alles prima Burschen – ausser dieser Rooney…

Zwischendurch geht immer wieder sein Telefon, sein anderes Telefon und/oder sein Funk.

Im Cockpit dieses Black Cab geht’s zu wie an der London Stock Exchange. Meist sind am anderen Ende irgendwelche Kumpels, die entweder ihrer Freude Ausdruck verleihen wollen (weil ebenfalls Man Utd Fans) oder ihn wuest beschimpfen (weil Man City Fans). Eine SEHR KURZWEILIGE Fahrt die damit endet, dass er aufgrund der ganzen Aufregung erstmal am Hotel vorbeifaehrt…

Vom Hotel aus geht’s noch mal ne Runde um den Block. Canal Street ist gleich ums Eck und vermeintlich das Pendant zum Münchner Glockenbach. Da muss man ja schliesslich mal vorbeischauen. Ist aber alles ein wenig duester und nicht so ansprechend. Also enden wir in einem kleinen Pub um einen tollen Tag angemessen mit einem frischen Pint zu beenden.

Im Hotel muss ich dann noch ein allerletztes Guinness mit Paul trinken, der mir freundlicherweise sein iPhone-Ladegeraet geliehen hat. Aber das ist schon fast eine Story für sich…

Epilog: Am naechsten Morgen goennen wir uns ein Black Cab zum Flughafen. Unser Fahrer ist gluehender Man Utd Fan (wer haette das gedacht..). Er hat (natuerlich) eine Jahreskarte, schwaermt von den Schalke Fans, und freut sich aufs grosse Spiel gegen Chelsea am Wochenende. Sein Sohn war mit irgendwem vom Club in der Schule (ach…) und sowieso sind das alles nette Jungs im Team….ausser dieser Rooney…

Published Mai 7th, 2011

Manchester Report – Day One

Departing: München(MUC – Franz Josef Strauss 2)  Tue, 03 May 2011, 0635 hrs

Arriving: Manchester(MAN – Manch. Ringw. Intl) Tue, 03 May 2011, 0750 hrs

Flight:  SQ328 (B777-300ER) Economy Class

Nur damit man eine Vorstellung hat, wann wir aufstehen müssen…

Aber was tut man nicht alles. Auf jeden Fall müssen wir FRÜH aufstehen. RICHTIG FRUEH…

In Manchester angekommen beschliessen wir, die Fahrt in die City mit dem berühmten Stagecoach 43 anzutreten. Stagecoach heisst der Kamerad, weil er halt 2 Etagen (Stages) hat. Und die Nummer 43 hat er – Gerüchten zufolge – weil er geschlagene 43 Minuten für die paar Kilometer in die City braucht. Das liegt natürlich daran, daß er nicht nur an jedem Grashalm hält, sondern zusätzlich auch noch an jedem Pub.

Dennoch bekommt man so einen prima ersten Eindruck.Besonders wenn man doch recht früh am Flughafen ist (hatte ich schon erwähnt wann wir aufstehen mussten…?!) und sich so mit niemandem um die erste Reihe im Obergeschoss prügeln muss.

Der Eindruck wird noch besser, wenn man erstmal die sogenannte “Curry Mile” passiert: Eine Art provinzieller Kopie der Londoner Brick Lane – aber hey – wer wird denn meckern bei gefühlten 100 “Curryhouses” in einer Strasse ?!

Ansonsten bestätigt sich auch auf den ersten Blick bereits wieder dieses kleine, immer wiederkehrende Klischee:

Ladies and Gents, do You by any chance have one single mirror on Your funny island ?!

Lernt Ihr eigentlich in der Schule schon, Eure unvorteilhaftesten Koerperteile “angemessen” durch Eure Kleidung zu betonen…??

Lehrt Euch Eure Mutter, die Kleider mindestens eine Nummer zu klein zu kaufen ?!

Whatever.

Der Bus hält gleich 100m vor unserem Hotel. Was will man mehr.

Einchecken – Tasche abladen – los geht’s !!

Nicht weit vom Hotel ist das sogenannte “Northern Quarter”. Hat sich vielversprechend angehoert, ist aber wohl noch ein paar Stunden zu frueh: Das Viertel erwacht gerade erst !! Komische Menschen – also wir sind ja schon seit zig Stunden auf den Beinen. Aber gut, das koennte natuerlich auch daran liegen…Ihr wisst schon….

Zwischen unzaehligen Plattenlaeden (schmacht…) und lustigen Boutiquen (ich haette dieses Shirt mit dem Logo der Bayerischen Versicherungskammer kaufen sollen…) liegt ziemlich versteckt “Afflecks”.

Ein altes Haus, in dem sich jede Menge abenteuerliche Menschen niedergelassen haben, um ihre noch abenteuerlicheren Waren an den Mann zu bringen. Quasi ein alternatives Einkaufszentrum.

Hier gibt’s erstmal einen wunderbaren Milchkaffee (ja, man kann mittlerweile in England auch guten Gewissens manchmal Kaffee trinken ohne dass es einem den Magen umdreht…).

Zum ersten Mal begegnen wir hier auch wunderbaren “Halb-Acht-Hosen” und Bandshirts, die uns waehrend unseres ganzen Aufenthalts begleiten werden.

Wir streunen ein wenig durch die Stadt und stehen ploetzlich vor diesem grossartigen Schaufenster:

Riesig gross und vollgestellt mit uralten  DEUTSCHEN Naehmaschinen. Hat was…

Mittags treffen wir “Philip” zwecks Ticketübergabe.

Philip zeigt uns auf einem Plan unsere Plaetze im Old Trafford (wow, doch dazu spaeter mehr…) und macht uns klar, dass wir BLOSS NICHT in Schalke Trikot, Muetze, Schal, sonstwas ins Stadion gehen sollen….und traegt dabei ein LIVERPOOL SHIRT…OK…

Zeit fuer einen kleinen Snack. Wir stellen fest, dass wir gerade vor WAGAMAMA stehen, verschieben das erste Curry auf spaeter, und futtern leckere Nudeln mit Gingerbier zu Apfelshampoo-Aroma.

Zurueck geht’s vorbei an lustigen Boutiqen mit Halb-Acht-Hosen und Musikshirts.

Ab wann ist man eigentlich zu alt fuer Halb-Acht-Hosen…?? Man koennte ja mal eine anprobieren…

Zurueck ins Hotel: Kurz frischmachen, umziehen und los Richtung Konzert. Glasvegas warten.

Ein schoener Fussmarsch durchs Univiertel ist genau die richtige Eingewoehnung fuer meine neue Hose (jaja, ich konnte nicht widerstehen…und ist man nicht letztlich so alt, wie man sich fuehlt…?).

Wir sind viel zu frueh vor Ort und setzen uns vor der Academy auf ein paar Stufen in die Sonne und schaun uns die Menschen an. Wer haette das gedacht: Im Studium scheint man den Menschen beizubringen, dass man seine Klamotten SEHR WOHL in der RICHTIGEN Groesse kaufen kann…

Als die Sonne langsam verschwindet, bleibt noch immer genuegend Zeit fuer ein frisches “Pint of Guinness” im Pub nebenan,….. Ach wat is dat schoen…

Zurueck in der Academy ist unsere “Kontaktperson” zur Ticketuebergabe (ja, auch DIESE Tickets bekommen wir erst vor Ort) aufgetaucht und gibt uns richtige Tickets (!!). Ich meine: So Tickets wie man sie frueher auch bei uns mal hatte. Bevor jede Vorverkaufsstelle zu einem Eventim-Drucker mit Kassierer umfunktioniert wurde. Toll !!

Drinnen geht das Abenteuer dann weiter. Wir erleben einen Rueckschlag. Der Kleidung nach zu urteilen haben viele Menschen hier wohl eher NICHT studiert… Die Location selbst erinnert mich BRUTAL an die guten, alten Elserhallen (schmacht…), Super !! Der Support ist lustig (die Musiker sind verdammt gut, die Saengerin eher gewoehnungsbeduerftig, das Liedgut als solches ebenfalls…).

Da die Halle noch recht leer ist, bewegen wir uns weit nach vorne in die dritte Reihe. Der Plan ist, dort den Anfang der Glasvegas Show anzuschauen, um sich dann gegebenenfalls weiter nach hinten in ruhigere Gefilde zu bewegen. Die Show beginnt und die Stimmung ist grossartig. Die Leute singen jeden Song komplett mit (besonders vom ersten Album).

Aber irgendwas laeuft falsch. Wir stehen noch immer in der dritten Reihe, und kein Mensch um uns herum draengelt oder schubst oder schiebt oder was weiss ich… Wir erleben eine voellig andere Konzertkultur (die ich so bislang auch aus England nicht kannte), und die sich auch am Bierstand fortsetzt. Eine junge Dame neben mir wird “versehentlich” vor mir bedient, obwohl ich schon laenger dastehe. Sowohl sie als auch der Barmann entschuldigen sich ernsthaft bei mir dafuer.

“Standing in Cue” hat drueben einfach eine voellig andere Qualitaet.

Da koennten wir (Deutschen) alle (!!) mal ein Praktikum machen!!

Das Konzert ist grossartig und bleibt EXTREM ENTSPANNT. Auch die Musiker von Glasvegas haben auf der Buehne sichtlich viel Spass. Leider bemuehen Sie sich (verstaendlich!) im Gegensatz zu den Konzerten in Deutschland nicht um ein gepflegtes Englisch. Und von ihrem – mit Verlaub – schottischen Kauderwelsch versteht man nun wirklich kein Wort …

Nach dem Konzert gibt’s ordnungsgemaess ein Shirt vom fliegenden Haendler, ein Black Cab zurueck Richtung Hotel, und einen Boxenstopp beim Inder gegenueber:

Koennte ein grossartiger Tag auf der Insel einen besseren Abschluss finden als bei Vindaloo und Cobra ?!