Archive for November, 2010


Published November 13th, 2010

B.R.D. The End

Das wars also. 4 Wochen Reha sind (schon) vorbei. Irre schnell gegangen.
Und nun ist natürlich Zeit für einen kleinen Blick zurück.
Das kann ich Euch leider nicht ersparen.
Das macht man so zum Abschluss.

Was also nehme ich mit aus Downtown Reichenhall…?!
Und was lasse ich in der Anstalt zurück…?!

Zurück bleiben definitiv:

Sigi
hektoliterweise Schweiß
8% Körpergewicht
Schleicher, Gregory und Manni
5 cm Haupthaar
‘Kate Moss’
7% Körperfett
ein guter Eindruck
die Kurschatten
30% Blutfett
das Profil meiner Laufschuhe

Mitgenommen werden/wird:

massenhaft Sole in den Bronchien
ein Peak-Flow-Meter
eine neue Atemtechnik
ein Haufen Wissen über die Sache
Erinnerungen an unglaubliche Erlebnisse in der Parallelwelt
die Lippenbremse
ein cooles T-Shirt von guten Freunden
eine andere Lauftechnik
Schwärmerei vom Salzaufguss in den Rupertusthermen

Bleibt ganz zum Schluss nur noch ein Dankeschön.

Ein Dankeschön an all die Menschen, die mich so fantastisch betreut haben.
Und auch wenn alle großen Dank verdient haben, so muß ich doch auch hier wieder einen hervorheben: The Godfather of Asthmasport !

Ein Dankeschön an an meine treue Leserschar – auch für das tolle Feedback.

Ein Dankeschön an alle Anwesenden, die mir so eine tolle Zeit am Tag meiner Rückkehr beschert haben.

Vielen Dank für alles !
Und bis bald !!

Published November 11th, 2010

B.R.D. The Last Run

Genau genommen wars eigentlich der zweitletzte.
Aber wie klingt denn das…?!?

Denn heute gibts mal einen etwas anderen Tagebucheintrag.

Als ich in Reichenhall angekommen bin konnte ich 20 Minuten laufen.
Dann wars das, weil ich voll und ganz mit meinem Hustenanfall beschäftigt war.

Aufgrund optimaler Bedingungen hier (keine(!) Hausstaubmilben), optimaler Behandlungsmöglichkeiten (Sole rulez), fantastischer Ärzte und unglaublicher Therapeuten (Oliver Göhl – The Godfather of Asthmasport), konnte ich hier Sport machen wie seit langer Zeit nicht mehr. Also wollte ich für mich persönlich zum Abschluss einen kleinen Härtetest machen. Grenzen ausloten. Deshalb bin ich gepflegte 2 Stunden durch die Bergwelt von Berchtesgaden gelaufen.

In diesen 2 Stunden habe ich alle 10 Minuten ein Foto gemacht (Canon S90: so leicht, daß sie nicht beim Laufen stört – fokussiert schön schnell, so daß ich nicht stehenbleiben musste,…). Wo ich gerade war. Aus der Hüfte heraus.
Mit den Bilder will ich keinen Preis gewinnen. Es geht mir nur darum, mein persönliches Erfolgserlebnis auf diese Art und Weise zu dokumentieren.

Naja, und irgendwie passt es halt auch ins Diary, oder ?!

Published November 10th, 2010

B.R.D. Tag XXVII

Damit endlich Ruhe ist.

Nachdem 1000 Menschen danach gefragt haben.

Nachdem ich mir 1000 mehr oder minder witzige Kommentare darüber anhören musste.

Nachdem ich es echt nicht mehr hören kann.

Das ist er also.

Aber nicht daß Ihr meint, ich hätte mich mit einem zufrieden gegeben. Ich habs krachen lassen. JEDEN TAG EIN NEUER. Wenn ichs doch sage.

Aber rückblickend kann ich beurteilen: Irgendwie unterscheiden sie sich gar nicht so sehr von denen zu hause…

Randnotiz:

Hatte ich bisher noch ab und an kleine Zweifel an der Weltstadt-Tauglichkeit Reichenhalls, so wurden die heute morgen PULVERISIERT.
Das einzige, was bislang noch den Unterschied zu den anderen Metropolen des Planeten ausmachte, war die etwas geringere Promi-Dichte.
Diesen gedanklichen Einwand kann und darf ich mir selbst gegenüber nun nicht mehr gelten lassen.
Gehe ich doch heute früh nichtsahnend zum Cafe meines Vertrauens, um dem doppelt aufgebrühten Filterkaffee der Anstalt einen zünftigen, doppelten Espresso folgen zu lassen.
Stehe ich doch da in mich versunken am Tresen.
Wer steht neben mir ??

Nicht irgendein drittklassiges Soap-Sternchen. NEIN.
Nicht irgendein zweitklassiger Regionalpolitiker. NEIN.
Nicht irgendein abgehalfterter Schlagersänger. NEIN.

Da steht er höchstpersönlich. DER PAPST.

Gut, der volle Titel des Herrn lautet wohl eher Kiffer-Papst.
Aber wie dem auch sein: Neben mir steht leibhaftig und in voller Größe:

Der Söllner Hans.

Ein denkwürdiger Tag.

Published November 8th, 2010

B.R.D. Tag XXVI

Montagmittag Downtown Reichenhall. Meine letzte Woche ist angebrochen. Die Zeit ging rasend schnell vorbei. Und die letzten Tage werden sicher NOCH schneller vorbeifliegen. Die aktuellen Ereignisse lassen da keine Zweifel aufkommen. Bevor es zur ersten ‘Abschlusskundgebung’ geht schnell noch einen fantastischen Espresso in meinem Stammlokal.

Dann wird es ernst. Versammlung aller Abgänger der Woche in der Villa Morgenrot. Meine Güte: Wenn die alle weg sind, ist doch die Bude hier leer. Irre. Und alle sind sie gekommen:
Der Schleicher, Gregory, Manni… einfach alle. Alle die lustigen Menschen, die einem durch ihre Eigenheiten fast schon ans Herz gewachsen sind.

Dann geht es los: Der Chef des Hauses hält eine Ansprache und erwünscht sich möglichst vielfältiges Feedback über unseren Aufenthalt. Soweit keine besonderen Vorkommnisse. Bis es um die Kantine geht. Nach durchweg positiven Kritiken meldet sich ein bislang an dieser Stelle vernachlässigtes, lustiges Kerlchen mit Kugelbauch zu Wort.

Hier muss ich kurz ausschweifen. Ich hätte ihm nämlich beinahe schon einmal einen Artikel gewidmet, als er sich in der Kantine bei der Essensausgabe der Reduktionskost echauffierte: Es sei doch nun wirklich egal, ob man ihm 2 oder 4 Wiener zu seinem Kartoffelsalat gebe. Das wäre doch überhaupt kein Problem. Und sowieso müsse er das ja wissen, denn er sei schließlich gelernter Koch.

Dies scheint nicht sein einziges Erlebnis in der Kantine gewesen zu sein. Und damit wieder zurück zu der heutigen Wortmeldung:
Er habe doch lediglich ganz normal gefragt, ob er nicht einen Nachschlag haben könne, da habe man ihn bei der Essensausgabe ‘ganz dumm angequatscht’. Und das ginge so ja gar nicht.

Verblüffte Gesichter bei der Klinikleitung.

Dann eine Wortmeldung eines von mir sehr geschätzten Reha-Genossen.
Er habe die Situation zufällig miterlebt. Und ob es nicht EVENTUELL daran liegen könne, daß der Kollege vorher schon im anderen Essens-Saal diniert habe…

Verblüfftere Gesichter bei der Klinikleitung. Erstes Schmunzeln beim Volk.

Hochroter Kopf beim lustigen Kerlchen.

Das stimme doch so gar nicht. Verleumdung. Verschwörung. Zeter. Mordio.

Kurze Nachfrage des geschätzten Genossen: Wieso Kerlchen denn eigentlich mal im normalen und mal im reduzierten Speisesaal anzutreffen gewesen sei.

Auch das sei eine infame Unterstellung und er sei IMMER und VON ANFANG AN im normalen Speisesaal gewesen….

Ich erspare Euch die weiteren Details…

Nur so viel: Die Klinikleitung musste einschreiten und die Gemüter beruhigen…

Published November 8th, 2010

B.R.D. Tag XXIV

Heimaturlaub. Der erste seit meinem Einzug hier. Und der gestaltet sich ein wenig schwieriger als erwartet. Auf meine Anfrage bei der Stationsschwester, ob es denn langt, wenn ich mich bei ihr abmelde, ernte ich ein mitleidiges Lächeln. Die nette Dame händigt mir ein Formular aus (wie konnte es auch anders sein), das ich nach bestem Wissen und Gewissen ausfüllen möge.

Grund der Abwesenheit…

‘Gaslight Anthem Konzert’ erscheint mir denn doch zu mutig.

‘Unaufschiebbare ,persönliche Termine’ klingt doch gleich viel unverfänglicher…

Ansonsten ist der Wisch gar nicht so schlimm wie befürchtet.

Also zurück damit zur Schwester.

Die muss nun erstmal einen Arzt suchen gehen, da meine Stationsärztin sich ein paar freie Tage gönnt.

Eine ganze Weile später klingelt mein Telefon: Man habe nun einen Arzt gefunden, der habe mein Vorhaben bewilligt, ich könne nun mit dem Schriftstück zur Verwaltung gehen, um mir den dortigen Segen abzuholen.

Dort angekommen erwische ich doch tatsächlich auf Anhieb den zuständigen Herrn – und kann mein Glück kaum fassen.

Bis er meinen Antrag in Händen hält:
Jaaaa, so gehe das aber nicht. Abwesenheiten über Nacht können nur in absoluten Ausnahmefällen genehmigt werden. Und dann auch nur für EINE NACHT.

Wie blöd. Jetzt war das Ding so gut wie durch, und dann macht die Bürokratie mir doch noch einen Strich durch die Rechnung…

Als ich dann endlich losfahren kann die nächste Überraschung:

Der Zug ist pünktlich…

Zumindest der erste Zug, der mich nach Freilassing bringt.
Dort sind 30 Minuten Aufenthalt geplant. Ich sitze auf dem Bahnsteig und lasse mir die Sonne auf die Nase scheinen. Es gibt schlimmere Schicksale. Und schließlich habe ich nur noch 90 Minuten Fahrt vor mir.
Leider kommt es, wie es kommen muss: Der zweite Zug hat schlappe 40 Minuten Verspätung…

Nachdem ich dann meine diversen Termine erledigt habe, geht es dann zu guter Letzt auch zum ‘Gaslight Anthem’ Konzert in die Tonhalle. Dazu gibt es 3 Dinge zu sagen:

1. Gaslight Anthem waren prima.

2. Gaslight Anthem wären sicherlich noch besser gewesen, hätte man einen der wenigen Plätze in der Tonhalle mit einer erträglichen Akkustik erwischt. Ich mag sie einfach nicht, die Tonhalle…

3. Special Guest ‘Chuck Ragan’ war ne Macht. Und ich kannte den Herrn vorher nicht. Ich gestehe: Eine echte Bildungslücke !

Sonntagabend dann ein deutlich entspanntere Fahrt mit dem Auto.

Und dann gehts auf in die letzten Tage…