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Published Dezember 21st, 2008

“Zwischenprüfung”

Es ist soweit: Zwischenprüfung !

Aufgabenstellung:

Porträt eines Berufsbildes für die Zeitschrift MARE.

Es sollte auf eine Seite/ Doppelseite passen – da verbieten sich Wiederholungen.

Mindestens ein Gesicht muss zu sehen sein – der Rest kann auch das Produkt der Arbeit zeigen.

Was ist da zu tun ?!

Erstmal schau ich mir die MARE unter dem Aspekt an, was die Fotografen da sonst so zaubern.

Sehr erfreulich: Es gibt ganz unterschiedlichste Herangehensweisen: Unterschiedlich in Stil, Farbe und Aussage.

Zweiter Gedanke:

Wen könnte man porträtieren ?! Mir fällt auf, wie wenig Menschen ich kenne, die Ihre Geld

NICHT in irgendeiner Form am Schreibtisch verdienen. Besonders in München. Schwierig.

Und ein charakteristischer, 90jaehriger Hufschmied oder ein Schreiner mit 8 Fingern ist

auch in meinem entfernten Bekanntenkreis leider nicht zu finden…

Was also nun ?!

Es bleibt mir nichts übrig als mir einen Tag frei zu nehmen – denn abends fotografieren

würde die Motivwahl NOCH MEHR einschränken- und eine Exkursion durch München zu unternehmen.

Außendienst.

Im Weihnachtsgeschäft hat natürlich nicht gerade jeder Lust und Nerv auf eine Fotosession.

Das bestätigt sich bald. Dazu kommen noch die Menschen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, auf möglichst keinem Foto verewigt zu werden – oder die unbedingt erst zum Friseur müßten.

Aber bald kommen auch erste Erfolgserlebnisse. Einige spielen voll mit. Andere lassen sich nach

einigen Überredungskünsten auf die Sache ein. Bald sind die ersten Portraits gemacht.

Aber so ganz zufrieden bin ich nicht.

Da kommt mir Jean in den Sinn. Jean-Yves Lothimonier. Der Inhaber und Koch eines der besten Fischrestaurants in München. Und außerdem ein guter Typ und ein sehr netter Kerl.

 Jean 

Also gehe ich den natürlichen Weg und reserviere zum frühstmöglichen Termin einen Tisch in seinem Laden, weil dann – so hoffe ich – ein wenig Zeit bleibt für einen Plausch und ein paar Fotos.

Außerdem spricht nichts dagegen “Arbeit” und Vergnügen zu verbinden.

Der Plan geht auf: 18:00 Uhr betrete ich seinen Laden und schleiche gleich mal hin zu ihm mit meinem Anliegen.

Und Jean spielt mit “Aaaaah oui – kommst Du in die Küche – machen wir eine bisschen Zirkus –kein Problem…”

Jean 

Jean findet sichtlich Gefallen an der Sache. Auch wenn er einfach nicht ruhig stehen kann.

Er ist es gewohnt pausenlos in seiner Küche umher zu wuseln. Das macht die Sache ein wenig schwierig, aber auch spannend und authentisch.

Ich fotografiere ihn mit der Canon 40D und dem EF-S 17-85 IS USM, dazu Canon Systemblitz und Bounce.

Die Küche ist sehr eng, so dass wir teils trotz relativ kurzer Brennweite von “hinten rechts unten” nach

“vorne links oben” oder so ähnlich fotografieren müssen, um den guten Jean einigermaßen aufs Bild zu bekommen.

Im Grunde ist es aber auch genau diese Pose, die ich mir u.a. vorgestellt habe, und die am Ende auch

zu meinem Favoriten wird. Außerdem fotografieren wir bei der Arbeit – in action quasi- und natürlich

die Resultate seiner Küche.

 Jean 

Aus verschiedenen “Food-Fotos” habe ich letztendlich die Austern ausgesucht, weil die Biester irgendwie doch am fotogensten waren – und gerade in schwarzweiß wirken sie.

Sie stehen für die Frische der Produkte, verkörpern den salzigen Geruch, und vervollständigen wunderbar die Serie.

Was bleibt zu sagen ?

Merci beaucoup mon ami Jean.

Und – ach ja – ich glaube, ich habe bestanden ;-)

Jean