Archive for August, 2008


Published August 11th, 2008

Santorini

Im Süden der Kykladen, etwa 100km nördlich von Kreta, liegt ein kleines Archipel namens Santorini. Die Hauptinsel Thira mit ihren vielleicht 15 000 Einwohnern hat eine sichelförmige Gestalt und bildet mit ihren gegenüberliegenden Schwesterinseln Thirasia und Aspronisi einen Krater – die Caldera. Die beeindruckenden Steilküsten fallen bis zu 300m senkrecht zum Meer ab und am Kraterrand gleichen die Ortschaften schneebedeckten Gipfeln. Angeblich gibt es auf Santorini mehr Esel als Menschen. Und nicht wenige bringen die Insel immer wieder mit der Legende von Atlantis in Verbindung…  

Auf der anderen Seite der Insel liegt Perrissa (Perissa) an einem langgezogenen Lavastrand. Der Ort ist beliebt bei Rucksacktouristen, Individualtouristen und leider auch vermehrt bei Pauschaltouristen.

Doch bislang hat er seinen Charme bewahrt. Viele Tavernen sind seit Jahrzehnten Familienbetriebe und nur die öfter wechselnden trendigen Bars am Strand zeugen von dem Konkurrenzkampf der Haupteinnahmequelle der Insel – nachdem die letzte Tomatenfabrik geschlossen wurde…- dem Tourismus. Eine dieser Tavernen ist “The Volcano”. Hier kann man sich davon überzeugen, dass die griechische Küche deutlich mehr zu bieten hat als pampiges, neutral schmeckendes Moussaka. Offensichtlich werden hier nur beste und frische Zutaten verwendet und liebevoll zubereitet. Die Taverne wird seit 20 Jahren von den Brüdern Giannis und Mehmet geführt. Die Damen des Hauses zaubern griechische Köstlichkeiten auf den Tisch. Die Söhne Orhan, Yilmaz und Irfan kümmern sich mit ihren Vätern freundlich um die vielen Gäste (hier ist selbst voll wenn woanders gerade eine Handvoll Gäste speist). Die Familie arbeitet 16 Stunden am Tag. Im Sommer. Auf die Frage, was sie denn im Winter machen, kommt grinsend die Antwort: “Schlafen !”

Ein anderes Urgestein ist Spyros. Der Bäcker an der “Hauptstrasse” wirbt mit handgemachtem Brot und ein Blick in seine Backstube ist ein erfreulicher Kontrast zu dem, was man von Bäckerketten hierzulande mittlerweile gewohnt ist. Außer den verschiedensten Brotsorten hat Spyros jedoch noch ein anderes As im Aermel: Seine Suessigkeiten! Vom hervorragenden Baklava bis hin zu einer Koestlichkeit, die man annaehernd mit Cremeschnecken beschreiben koennte gibt’s hier alles, was den Aufenthalt zu einem kulinarischen Highlight und einem kalorienmaessigen Desaster macht.

Wer sich zur Unterkunft gegen ein Hotel und fuer ein Appartment entscheidet wird evtl. bald die Bekanntschaft von Francesco machen. Francesco ist 2 Jahre alt –Aussehen und Benehmen liessen eher auf 5 schliessen – und hat die Ira Studios fest im Griff. Auch wenn auf dem Papier Nikita und Flora das Sagen haben, so ueberzeugt einen Francesco bald vom Gegenteil. Wie auch immer – man muß den kleinen Racker moegen – und er arbeitet eifrig an seiner multilingualen Kommunikation.

 Es waere durchaus verstaendlich, wenn an dieser Stelle eine gewisse Saettigung eintritt (der sogenannte DIA-Vorfuerhungseffekt). Aber der Vorteil dieses Mediums ist, dass man ja einfach die Seite schliessen oder wechseln kann. Fuer diejenigen, die sich zum Abschluss davon ueberzeugen wollen, dass man die Zeit auf Santorin auch wirklich geniessen kann, gibt es hier eine kleine Zugabe.