Januar 1st, 2014

Alben des Jahres 2013

Das war nun also 2013. Und was hat es uns musikalisch gebracht?! Eine recht schwierige Frage. Und noch dazu ist das eine sehr zwiespältige Angelegenheit.

Ich gehe jetzt mal von mir aus: Auf der einen Seite habe ich so viel neue und spannende Musik gehört wie selten zuvor. Auf der anderen Seite hat sich bei den Alben so viel Altbewährtes durchgesetzt wie selten zuvor. Letztlich ist dies hauptsächlich meinen veränderten Hör- (und auch Kauf-)gewohnheiten zuzuschreiben. War ich früher eher der typische Albumkäufer, so habe ich mich nun in zweierlei Hinsicht endgültig umgestellt. Der Anteil von digitalen Downloads hat die Käufe von CDs in die Bedeutungslosigkeit verbannt. Und dabei wiederum überwiegen die Einzelsongs eindeutig.

In die gleiche Kerbe schlägt genau genommen, dass Compilations für mich mittlerweile den höchsten Stellenwert seit den frühen 90ern haben. Damals etablierte sich eine Reihe namens „Crossing all Over“ . Dabei haben sich die neuen egoFM Alben eine besondere Erwähnung verdient.

2013 hat für mich weniger Revolutionäres hervorgebracht als Bestätigendes. Viele Alben von Lieblingskünstlern haben meine Erwartungen erfüllt – aber eben auch nicht übertroffen. Arcade Fire, die Arctic Monkeys, Bosse, Pearl Jam und Vampire Weekend haben ganz feine Sachen abgeliefert – ohne jedoch brutalst hervorzustechen. Die Queens of the Stone Age haben ein tolles Stück Longplayer abgeliefert. Tricky hat sich selbst wiederbelebt mit einem bemerkenswerten Album.

Everything Everything und Moderat sind nur ganz knapp an den Top 3 gescheitert.

Aufs Treppchen haben es zu guter Letzt 3 fast schon konservative Künstler geschafft. Aber das waren die Sachen, die man einfach am besten „durchhören“ konnte. Hier war nicht der einzelne Song bemerkenswert. Hier zählt noch das komplette Werk.

Das Album von Junip (mit dem unfassbaren „Line of Fire“) konnte von Anfang an überzeugen. Selig konnten mit ihrem neuesten Werk in einer Form überraschen, die man ihnen wohl kaum noch einmal zugetraut hätte. Und Placebo letztlich haben ein Quasi-Comeback-Album herausgehauen, das mit Songs wie „Too many Friends“ und „Bosco“ eine fette Marke setzen konnten.

Bemerkenswert ist übrigens auch, dass keines dieser 3 Alben auch nur ansatzweise in den Top 10 der gängigen Musikpresse-Jahrescharts auftauchen konnte. Allerdings waren sich die Herrschaften der schreibenden Zunft auch untereinander dermaßen uneinig, dass sich meine Bedenken ob dieser Entwicklung in Grenzen halten.

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Junip

Junip, das sind José González (Guitar & Vocals), Elias Araya (Drums) und Tobias Winterkorn (Keys). Die Band gründete sich bereits im Jahr 1998 in Göteborg, Schweden, veröffentlichte aber erst 2010 das gefeierte Debüt-Album Fields.

Junips selbstbetiteltes, zweites Studioalbum wurde über den Zeitraum von einem Jahr mit Unterstützung von Don Alsterberg (u.a. Sound-Guru bei Soundtrack Of Our Lives) im Proberaum der Band aufgenommen. Junip, das Album, besteht aus genau zehn Songs, an denen unerbittlich gefeilt und gearbeitet wurde. Es ist nahezu perfekt arrangiert und ausgewogen, es klingt homogen und ausgeklügelt, aber wirkt nie zu clean oder abgeklärt. Im Gegenteil, es rumpelt mächtig unter der Oberfläche und es knirscht und rauscht auch gewaltig, als ob die Songs uralte Artefakte wären, die eine Sound-Patina angesetzt haben.

Junip haben mit dem großartigen Albumopener “Line Of Fire” bereits ihren Beitrag zur Wahl des Songs 2013 abgegeben und können mit ihrer zweiten Single “Your Life Your Call” entspannt durch den kommenden Sommer soften – bewaffnet mit Disco Beat und synthetischen Handclaps, erschaffen sie tatsächlich so etwas wie einen Sommerhit für entrückte Melancholiker. (Quelle)

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Placebo

Sie sind die erfolgreichste englische Alternative-Rock-Band der letzten zwei Jahrzehnte. Mit dem neuen Album meldet sich das Trio aus London zurück: mit neuer Energie, neuer Hoffnung und dem abwechslungsreichsten Sound seiner Karriere. Produziert von Adam Noble (Coldplay, Paul McCartney) und aufgenommen in den Londoner RAK Studios über einen Zeitraum von fast einem Jahr, ist Loud Like Love ein eindrucksvolles Beispiel für das über Jahrzehnte geschulte Auge von Brian Molko und seinem Sidekick Stefan Olsdal (Bass) für das Wesentliche, für kompositorische Finesse und den Mut, trotz bewährtem Rezept neue Wege zu gehen. Placebo war und ist für Molko auch immer eine willkommene Gelegenheit, sich zur aktuellen sozialen oder politischen Situation zu äußern. (Quelle)

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Selig

Natürlich sind Zusammenhänge wichtig. Aber hier und jetzt wollen wir für einen Moment mal alles beiseite lassen und das neue Selig-Album betrachten, ohne an gestern, vorgestern oder morgen zu denken. Warum? Weil man noch nie in der Geschichte dieser Band so sehr das Gefühl hatte, dass es nur um den Moment ging. Magma ist ein derart jetztzeitiges, frisches und vitales Album geworden, dass man nicht einen Moment lang auf die Idee kommt, hier einer Band zu lauschen, die bereits auf eine derartige Karriere zurückblickt wie Selig. Einer Band, der nun ausgerechnet im 20. Jahr ihres Bestehens ein ebenso wütendes wie introspektives, bisweilen clever ironisches, dann wieder klug den Zeitgeist analysierendes Monster von einem Album gelingt.Schnell fand auch die 1. Single auf diesem besonderen Werk Platz. »Alles auf einmal« ist ein biografischer, intimer Song. Und ein weiterer Hit. Die Zeile »Bitte bitte bitte bitte bitte nicht alles auf einmal / Ich verliere meine Mitte und das hatten wir schon mal« verweist auf die Probleme, die der Sänger in den Neunzigern mit dem Ruhm hatte und macht deutlich, dass es nicht immer leicht fällt, mit den positiven Seiten des Applauses und dem Loch danach, umzugehen. »Ein Leben im Überflug, mit Leichtsinn und Selbstbetrug« – Plewka hat es erlebt.  (Quelle)

egofm

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Auf egoFM Vol.2 sind nicht nur einzigartige Entdeckungen aus dem egoFM-Musikprogramm zu hören, sondern auch wieder unveröffentlichte Songs, die der Sender durch direkte Künstlerkontakte gewinnen konnte:
So beispielsweise die Titel Tom Odell Another Love (Zwette Edit) oder Parov Stelar feat. Marvin Gaye Keep on Dancing (Makossa & Megablast Short Disco Version) .
Neben den exklusiven Remixen finden sich internationale Acts wie Franz Ferdinand, Phoenix, MGMT oder den Crystal Fighters auf der Doppel-CD.
Auch Nachwuchskünstler werden gefördert: Der jeweils vorletzte Track auf beiden CD`s ist den Lokalhelden gewidmet, die in der gleichnamigen Sendung von Moderator Dominik Kollmann entdeckt wurden. OK Kid und Claire sind zwei Newcomer, die es sich wirklich verdient haben , freut sich Musikchef Mathias Straub.
Im Juli 2013 gab es für die erste egoFM Compilation schon den Ehrenpreis “Beste Newcomerförderung National: Multimedia”, der in Würzburg verliehen wurde.
Der Genremix ist wie auch bei der ersten Compilation unverwechselbar und reicht von Independent Sounds über elektronische Musik bis hin zu Clubklassikern Besser Anders eben!(Quelle)

Konzertmässig gab es 2013 nicht gar so viel wie im Jahr zuvor. Ähnlich wie bei den Alben gab es viele gute Konzerte, die relativ hohe Erwartungen erfüllen konnten. Aber auch hier muss man sagen: Da haben sich ein paar Veteranen gegen das junge Volk durchsetzen können…

Herauszuheben einerseits sicherlich BRAD. Die erste Europa Tour von Stone Gossard (Pearl Jam) mit seiner Zweitband. Und gleichzeitig mein erstes Konzert im neuen STROM. Ein absolutes Highlight!

Grundsolide aber mehr als überzeugend waren auch die „großen Events“. Sowohl die Toten Hosen als auch die Queens of the Stone Age und ebenso Volbeat haben großartige Shows abgeliefert.

Ein wenig enttäuschend waren leider meine persönlichen Lieblinge von Glasvegas, die als Support von Hurts ein gelinde gesagt seltsames Konzert spielten – das kann im neuen Jahr nur besser werden…

Zum krönenden Abschluss gab‘s dann nochmal ein besonderes Ereignis. Nicht nur, dass ich doch noch reingekommen bin beim längst ausverkauften, großartigen Club Gig von Casper im Strom. Er tat mir sogar den Gefallen so früh anzufangen, dass ich gleich nach dem Konzert in die Muffathalle zu dem ebenso großartigen Thees Uhlmann fahren konnte, um wenigstens noch das letzte Drittel anzuschauen. Zwei solche Events an einem Abend: Das müsste verboten werden…

 

Die komplette Liste:

Brad/Strom

The Killers/Zenith

Emeli Sandé/Tonhalle

Kasabian/Backstage

Black Rebel Motorcycle Club/Tonhalle

…and You will know us…/Strom

Bosse/Muffathalle

Sportfreunde Stiller/Kesselhaus

Die Toten Hosen/Olyhalle

Hurts, Glasvegas/Zenith

Queens of the Stone Age/Zenith

White Lies/Theaterfabrik

Volbeat /Olyhalle

Casper/Strom

Thees Uhlmann/Muffathalle

 

Und dann gibt’s da noch dies für alle Spotify Anwender (ohne bestimmte Reihenfolge). Die Songs habe ich hierbei ein wenig ausgedehnt, weil es einfach sehr viele sehr gute Stücke gab (wie schon oben im Artikel beschrieben: 2013 war viel mehr ein Songjahr als ein Albumjahr)

effzetts 2013 top albums  &                     effzetts 2013 top 100 songs

Dezember 5th, 2013

Brooklyn Diaries Pt. VII

Tag 8:

Nach einer kleinen Shopping-Runde in Manhattan stehen heute ein paar Ecken in Brooklyn auf dem Plan, die wir bereits am ersten Tag gestreift hatten, und die unbedingt einen weiteren Besuch wert sind. Über Brooklyn Heights geht es nach Fort Greene. Der gleichnamige Park spiegelt das Viertel allerfeinst wieder: Kinder jeglicher Herkunft beim Schulsport, Hipster-Jungeltern, allerhand Künstlervolk… Unterm Strich eine sehr entspannte Mischung. Man hat den Eindruck, dieses Viertel hatte ein wenig mehr Zeit sich zu entwickeln als beispielsweise Williamsburg. Hier kann man sich durchaus wohlfühlen. Überall sieht man die wunderschönen Brownstones (Stadthäuser aus – wer hätte das gedacht – braunen Steinen). Dazwischen finden sich Lokale aller Herren Länder.

greenepark

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Irgendwo stand geschrieben: „Es ist die Art von Viertel, das seine Treppenstufen sauber hält, für den Fall, dass Du Dich darauf niederlassen willst- auf eine nette Unterhaltung…“

Wer hier lebt, der hat es sich so ausgesucht – und er kann es sich leisten. Nur so erklärt sich die extrem angenehme Stimmung, die man hier an jeder Ecke förmlich greifen kann.

stairs

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Richtung Park Slope kommen wir am Barclays Center vorbei.  Hier haben vor ein paar Tagen noch Pearl Jam gespielt (leider bestand keine vernünftige Chance auf Tickets..) und auch heute stehen eine Menge Menschen wartend vor der Tür. Unser Nachforschungen nach dem heutigen Event lassen uns denn doch kurzfristig auflachen bzw. nach Luft schnappen. Die Meute wartet auf – tatatataaaa – Eros Ramazotti…. Dieses Brooklyn ist auch nicht mehr, was es mal war…

barclayscenter

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Ansonsten ist das Gebäude – unter anderem auch das neue Heim der Brooklyn Nets (die sind quasi das Schalke der NBA: Coole Hütte, hohe Gehälter, wenig Punkte…) – durchaus faszinierend. Ein rostiges, verzogenes Schlauchboot – und damit nahtlos in die Architektur des Stadtviertels integriert… Ganz im Ernst: Da hat man schon viel hässlichere Mehrzweckhallen gesehen…

brooklynnets

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Wir laufen die (einzig wahre) 5th Ave. entlang durch Park Slope. Auch das hier ist einfach ein tolles Viertel. Neben den bereits erwähnten Brownstones in den Seitenstrassen findet man auf der 5th Ave. alles was das Herz begehrt – und das zu erschwinglichen Preisen!

brooklyn

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Das Viertel hat sich sich zwischen seiner Historie („Hey, da vorne an der Ecke hat Biggie („Notorious B.I.G.“) seine Drogen verkauft, ehe er berühmt wurde) und der sehr trendigen Gegenwart seinen Charme bewahrt. Wir beschließen, dass wir hier noch einmal herkommen werden, und beenden den Tag im SONG bei dem besten Thai Essen jenseits der Garküchen Bangkoks. Wow. Das haben sie also auch… Langsam wird mir dieses Brooklyn unheimlich…

song

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November 25th, 2013

Brooklyn Diaries Pt. VI

Tag 7:

Nach einer kurzen Berichtspause wird es höchste Zeit für die Fortsetzung.

Der 7. Tag beginnt mit einem kleinen Blackbush-Shooting, ehe wir auf dem Weg zum Highline Park zufällig an Chelsea Market vorbeikommen. In einer alten Markthalle tummeln sich trendige Läden und ausgefallene Möglichkeiten zur extrem leckeren Nahrungsaufnahme. OK, für unseren Frühstücks-Bagel zahlen wir hier schlappe 1,50 $ MEHR als in Brooklyn, aber im Grunde genommen ist Chelsea Market genau das, was die Schrannenhalle in München gerne wäre: Eine Ansammlung cooler Shops mit offensichtlich viel Umsatz…

chelseamarket

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Highline Park scheint gerade so ein wenig das „Must See“ in New York zu sein. Aber es hat natürlich schon was, auf ausgedienten Hochschienen in einem angelegten Park zu flanieren. Faszinierend auch der Gedanke an den Immobilienmarkt in diesem Sektor: vor einigen Jahren wollte hier kein Mensch wohnen, weil die Bahn quasi durch die Küche fuhr. Und jetzt…..

highline

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Interessant auch die Details, die einem aus der erhöhten Position ins Auge fallen. So entdecken wir beispielsweise eine Galerie mit den grandiosen Muhammed Ali Fotos von Thomas Hoepker, die wir uns im Anschluss in aller Ruhe zu Gemüte führen. Allein dafür hat sich der Ausflug auf die Gleise schon gelohnt.

highlineview

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Danach bietet sich uns eine Show der ganz anderen Art, als wir an der 9th Ave. im Herzen des Meatpacking Districts in der Sonne sitzen und Kaffee trinken. Direkt gegenüber ist nämlich das Bagatelle – offensichtlich ein sehr angesagter Spot für den berüchtigten „Sunday Brunch“. Wummernde Bässe, haufenweise Stretch-Limos im Halteverbot, Türsteher direkt aus der Wrestling Foundation…und das alles am frühen (!!) Sonntagnachmittag. Wenig später scheint der Spuk sich dann auch schon seinem Ende zu neigen, denn die Holzläden werden geöffnet. Und neben dem typischen Clubdunst aus Alkohol und Schweiß strömen auch noch Heerschaaren von torkelnden (abgefüllten?!) Damen aus der Location. Großes Kino!

Die nächste Station ist eine weitere Institution: Grimaldi’s.

Unweit der Brooklyn Bridge befindet sich nämlich eine der berühmtesten Pizzerien der Welt. Frank Sinatra war hier Stammgast, und hat sich der Legende nach seine “Grimaldi’s Pizza” sogar nach Las Vegas liefern lassen… Nun schmücken sich ja viele Lokale in der Stadt mit Fotos von Stars und Sternchen vergangener und längst vergangener Zeiten, aber diesem Laden kauft man seine Vergangenheit irgendwie ab. Nach 25 Minuten anstehen bekommen wir einen Tisch und fühlen uns längst nicht so gefangen in der Touri-Falle wie befürchtet. Irgendwie ist der Laden nett. An klassischen, kleinen Tischen mit karierten Tischdecken wird eine feine Pizza serviert. Dazu erklingt eine Art „Dirty-Dancing-Soundtrack“ und das Rat-Pack schaut einem beim Essen zu. Leider gibt es kein Bier zur Pizza. Auch wenn die Zeiten der Prohibition doch eigentlich vergangen schienen, so haben sich hier doch anscheinend ein paar „Lizenzprobleme“ eingeschlichen… Zu Sinatras Zeiten wäre das sicherlich nicht passiert…

vunnmirusskitschii

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Nach dem Essen machen wir einen Abstecher zum Brooklyn Bridge Park. Von hier aus wurden in den 70ern die Bilder für jede zweite Fototapete in deutschen Wohnzimmern geschossen. Gefühlt. Aber das kann ja nix nützen. Und wenn man so dasteht, dann weiß man auch warum…

vunnmirusskitsch

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November 16th, 2013

Brooklyn Diaries Pt. V

Tag 6 beginnt mit einer kleinen Wetter-Lotterie. Es ist ziemlich bewölkt und die Temperaturen sinken langsam aber stetig. Aus diesen Gründen zocken wir darauf, dass es bestimmt später noch “brutal aufreisst” und nehmen einen ausgiebigen Abstecher zum Central Park in Angriff.

Vorher stärken wir uns in einem Deli auf der Myrtle Ave.. Betrieben wird der Laden von 2 Jungs südamerikanischer Herkunft, die in etwa soviel englisch sprechen wie wir spanisch. Wir verständigen uns mit Händen und Füssen, bekommen ein grossartiges Frühstück und ein herzliches “Aaaaaaaaah, Alleman, Bayern Munchen…” mit auf den Weg. Ich starte einen kurzen Versuch, ihn über die ruhmreiche Vergangenheit des FC Schalke aufzuklären, aber aufgrund der Sprachproblematik ist der Erfolg nicht ganz wie gewünscht…

centralpark

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Der Central Park ist mit seinen 341 Hektar zwar kleiner als der Englische Garten (375) aber immerhin noch grösser als das Fürstentum Monaco. Außerdem schlägt er im Stadtpark-Quartett sein Münchner Pendant mit der Länge der Wege (93 km zu 78 km) und trumpft mit seinen Vogelarten (250 zu 50) fett auf. Abgesehen von den nackten Fakten ist der Central Park ein erstaunliches Gesamtkunstwerk. Der ursprüngliche Plan, dass sich hinter JEDER Wegbiegung ein neues und überraschendes Natur-Tableau auftun sollte, wurde nach 15 Jahren Bauzeit tatsächlich verwirklicht. Und bis heute gibt es nur eine einzige gerade Wegstrecke im Park: Die Mall.

Faszinierend ist auch der Zoo. Sehr liebevoll und geradezu detailverliebt werden hier nicht nur teilweise extrem seltene Tiere (Red Panda,…) in einer angemessenen Umgebung gezeigt. Mit vielen witzigen Schildern, gegossenen Spuren und Futterresten wird ausserdem nicht nur Kindern  sehr viel interessantes Wissen vermittelt. Einzig Gus treffen wir nicht mehr an. Wovon eine Unmenge an Briefen und Karten von trauernden kleinen und grossen Besuchern zeugt.

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Wir streifen weiter durch den Park: Vorbei an unzähligen Brautpaaren beim Fotoshooting und noch mehr coolen Jungs, die auf die eine oder andere Art versuchen einen schnellen Dollar zu machen. Neben “Shakespear on Request” gibt es viele abgefahrene Akrobaten, die teils alleine und teils in der Gruppe sehr, sehr coole Shows abziehen. Wir laufen durch die “Strawberry Fields”, zum Belvedere Castle, Turtle Pond und über riesige Sportflächen. Überall bieten sich faszinierende Blicke, nicht nur auf die Parklandschaft, sondern auch auf die umliegenden Häuser (z.B. die Zwillingstürme San Remo).

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Die Zeit vergeht und irgendwann wird es frisch. Außerdem stellt sich ein leichtes Hungergefühl ein, das wir mit einem feinen Burger zu bekämpfen gedenken. Ziel ist Shake Shack am Madison Square Park.  Neben einem grandiosen Double Smoke Shack gibts ein Shack Meister Ale, das von der Brooklyn Brewery exklusiv für Shake Shack gebraut wird. Das alles gibt’s in einem kleinen “Biergarten” im Schatten des Empire State Buildings. also hier und da weiß dieses Manhattan schon zu beeindrucken…

shakeshack

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November 14th, 2013

Brooklyn Diaries Pt. IV

Tag 5:  Wie dem geneigten Leser bereits aufgefallen sein dürfte, ist das Abklappern von Sehenswürdigkeiten nicht wirklich unser höchstes Ansinnen. Viel wichtiger ist es, möglichst viel vom Gefühl der Stadt mitzunehmen. Zu verstehen, wie die Menschen ticken, und was den Reiz dieser Stadt nun eigentlich ausmacht. Dafür ist das “treiben lassen” in verschiedenen Vierteln natürlich viel zweckführender, als das X-te Museum und der Y-ste Wolkenkratzer… Dennoch kann man sich einigen Sehenswürdigkeiten natürlich nicht entziehen. Und so machen wir uns am 5. Tag auf, ein paar der Highlights auf unserer Liste abzuhaken.

Als wir unseren allmorgentlichen Tee im Garten zu uns nehmen, fällt neben dem blauen Himmel die sehr klare Luft und die damit wohl verbundene gute Sicht auf. Da könnte man doch….

Aber vor dem Vergnügen steht die Bahnfahrt. Mechanical Problems. Ja nee, is klar. Zug wechseln. 100mal anhalten. Irgendwann ankommen. An sich ein Wunder, dass im Grossraum New York nicht jeden Tag ein Passagier des ÖPN Amok läuft.

grandcentral

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Erstes Ziel ist Grand Central Terminal in Midtown. Beeindruckend. Wirklich ein sehr cooles Gebäude.Fotografisch könnte man sich hier austoben. Aber das würde den ganzen Tag in Anspruch nehmen, um den Lichteinfall von den verschiedenen Seiten zu berücksichtigen. Und wir wollens ja nicht übertreiben…

Wir laufen über die 5th Avenue: New York aus dem Bilderbuch…

Einen kurzen Stopp legen wir im Barnes & Noble ein. Es ist schon faszinierend: Ich bin ja nun ein grosser Fan von allen iPads und kindles dieser Welt. Aber so ein klassischer, schöner, wohlsortierter, gutriechender Buchladen – das hat einfach was…

Wir nähern uns dem heutigen “Top Act” (im wahrsten Sinne des Wortes): Rockefeller Center! An einer der Ticket Stationen checken wir, wann die nächste Möglichkeit zum Besuch des Top of the Rock ist. Die Wartezeit beträgt gerade knapp 2 Stunden, also beschliessen wir, das Ticket lieber für den späten Nachmittag zu lösen.

trumptower

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Nun ist es ja nicht gerade so, dass man sich in Midtown Manhattan langweilen müsste, wenn man ein paar Stunden totzuschlagen hat. Wir treiben uns an der Eisbahn vorm Rockefeller Center rum, bummeln über die 5th Avenue. Laufen vor zum Central Park. Treffen zufällig einen Kollegen aus München (dieses Manhattan ist aber auch wirklich ein Kaff…), essen Halal Food, schlendern über den Times Square, bewundern die Fotos von Gideon Mendel beim ICP (Hammer!!!), und kommen gerade rechtzeitig wieder am Rockefeller an, um in den Aufzug zu steigen.

topoftherock3

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Tja, was soll man sagen: An einem solchen Tag -um eine solche Zeit- auf die Plattform des Top of the Rock zu treten. Atemberaubend. Das lässt sich nicht leugnen… Dementsprechend lange bleiben wir oben, um den unbeschreiblichen Blick bis zur totalen Dunkelheit (von den paar künstlichen Lichtern mal abgesehen) zu geniessen!

topoftherock2

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Leicht angesäuselt von den unfassbaren Eindrücken laufen wir danach an der Live City Music Hall vorbei nochmal zum Times Square. Schliesslich muss man sich das Chaos schon auch mal bei Kunstlicht geben. Es erschlägt einen. Aber alle sind sie da: The naked Cowboy, “Happy New Year” und alle Comicfiguren der westlichen Welt…

radiocitymusic

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Ist ja alles ganz lustig. Aber irgendwann sind wir dann doch auch wieder froh, die Bahn in unser “beschauliches” Bushwick nehmen zu können. Der “Train” hat dann auch ein Einsehen und bringt uns – unglaublich aber wahr- ohne grössere Störungen nach hause. Ein letzter Klassiker für den Tag: Lucky Chen – Chinese Takeaway –auf der Couch in unserer Bude. Nur leider bringt keines der 1400 Fernsehprogramme “Einsatz in Manhattan” – aber das wäre wohl auch zuviel verlangt…